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Meine ersten 100 Westmark


Auf der Vorderseite abgebildet Clara Schumann, die bedeutendste Klavier-Virtuosin des 19. Jahrhunderts, dahinter Gebäude aus dem historischen Leipzig, dem Geburtsort Clara Schumanns. Auf der Rückseite ein Konzertflügel und als Grundfarbe ein Hellblau. So sah er aus der alte 100 DM Schein. Jeder DDR Bürger erhielt genau diese 100 DM als „Begrüßungsgeld“ nach dem Fall der Mauer 1989. Ausgegeben wurden sie für Bananen, Kaffee, Zigaretten, Kosmetik, Kleinelektronik, Schallplatten und auch für pornographische Artikel.

Es war schon chaotisch was sich am ersten Montag, nach der Maueröffnung im November 1989, in den grenznahen Gebieten abspielte. Tausende Bürger der DDR stürmten gleichzeitig die Auszahlungsstellen des Begrüßungsgeldes. Es bildeten sich mehrere 100m lange Schlangen an den Schaltern, teilweise brach der öffentliche Verkehr zusammen. Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen rückten Feuerwehr und Polizei aus und auch die Rettungsdienste hatten mehr als genug zu tun, denn so mancher verkraftete die vielen neuen Eindrücke, den Stress und die langen Wartezeiten an den Auszahlungsstellen nicht.

In den volkseigenen Betrieben der DDR, wurden noch nie so viele Menschen wie damals vermisst. Es waren auf einmal alle „krank“, jeder wollte so schnell wie möglich in den „Westen“. Man wusste ja nicht ob die Grenzen am nächsten Tag wieder dicht waren.

Die Geschäfte in den Grenzgebieten machten die Umsätze, von denen sie nicht einmal im Traum daran gedacht hatten, dass dieses möglich sei. Es war irgendwie wie Weihnachten, Ostern und Silvester auf einmal.

Auch ich war damals aufgebrochen um das „gelobte Land“ zu bereisen und natürlich mein 100 DM Begrüßungsgeld abzuholen und postwendend wieder auszugeben. Ich konnte jedoch den Verlockungen von Bananen, Bohnenkaffe und ähnlichem widerstehen. Mein Ziel war ein Computerladen in Westberlin. Und dann war es soweit ein nagelneuer C64 (für die die sich mit der Materie nicht so auskennen, das war einer der ersten Heimcomputer) war mein Eigentum. Überglücklich kehrte ich in meine Heimat zurück. Es dauerte noch eine ganze Weile bis ich die ganzen Eindrücke verarbeitet hatte.

Gern erinnere ich mich an diese Zeiten zurück, es war irgendwie aufregend und alles so neu. Leider ist der Euphorie mittlerweile verflogen und die Realität hat Einzug gehalten. Es ist doch nicht alles Gold was glänzt und gebratene Wachteln fliegen einem auch nicht von alleine in den Mund, aber abschließend muss ich sagen es war gut so wie es kam

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Schlüsselwörter: DDR | DM | Westmark | Währung | Währungsumstellung
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Kommentare

Kabutoo
am 10.11.2006 07:52:16 (217.193.148.xxx) Link Kommentar melden
Jaaaa ! Grin Der C64, das war noch ein PC, und was ne Grafik. Vorher gabs nur Text Adventure Wink Am Ende gabs dann Spiele mit gut und gern 40 Disketten und mehr. "Da kam alle 5 Minuten "Bitte legen Sie Diskette x ein." Gut investierte 100 Mark.
Tepes
am 10.11.2006 09:00:39 (88.72.153.xxx) Link Kommentar melden
Dazu muss ich noch sagen das die 100,- DM nicht ganz gereicht haben. Ich habe insgesamt glaube ich 249,- bezahlt mit einer Datasette oder wie das Ding nochmal genannt wurde- Die anderen 149,- DM hatte ich mir über jahre zusammengespart. Ich hatte den Vorteil "Westverwandte" zu haben.

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