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VG Wort will wieder das „Urheberrecht vom Kopf auf die Füße stellen“

Die Mitgliederversammlung fasste einen entscheidenden Beschluss zum Google-Settlement

Die ungenehmigte Digitalisierung von mehr als 7 Millionen Büchern durch Google in den USA hatte nach bekannt werden in den Kreisen der Autoren und Verlage gleichermaßen für großen Wirbel gesorgt. Sie sahen sich durch diese Machenschaft um ihre Urheberrechte betrogen. Unter den ungenehmigt kopierten Werken waren auch zehntausende deutscher Titel. Jetzt beschloss die Mitgliederversammlung der VG Wort am 23. Mai 2009, das die VG Wort bestimmte Rechte aus dem Google-Settlement für Autoren und Verlage gemeinsam wahrnimmt.

Noch nie zuvor waren ohne Genehmigung der Urheber 7 Millionen Bücher von einem kommerziellen Unternehmen zur eigenen Nutzung vervielfältigt und die Rechte der Autoren und Verlage hintergangen worden. Die VG Wort hatte bereits Ende Januar 2009 angekündigt alles zu unternehmen um dies zu verhindern. Für mehr als 360.000 Autoren und über 8.000 Verlage verwaltet die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) treuhänderisch die Urheberrechte und nimmt die festgelegten Tantiemen aus den Zweitnutzungsrechten ein. Zu diesen gehört beispielsweise das Kopieren. Und so müssen die Gerätehersteller pro verkauftes Kopiergerät einen Betrag an VG Wort abführen. Die Einnahmen werden dann nach Abzug der Verwaltungskosten (derzeit ca. 9 %) einmal im Jahr vollständig an die Wahrnehmungsberechtigten ausgeschüttet.

Unterstützung erhielt die VG Wort vom Verband deutscher Schriftsteller in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (VS), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Börsenverein) und dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV).

Der jetzt gefasste Beschluss sieht vor, dass die VG Wort die Vergütungsansprüche für alle bis zum 5. Mai 2009 von Google digitalisierten Werke einzieht. Gleichzeitig sollen auch die in Deutschland erschienenen Werke aus dem Digitalisierungsprogramm von Google zurückgezogen werden. Diese Wahrnehmung der Settlement-Rechte durch die VG Wort setzt allerdings voraus, dass der Vergleich in den USA endgültig bestätigt wird. Hierüber wird jedoch voraussichtlich erst im Oktober/November diesen Jahres entschieden.

In Kürze wird die VG Wort alle Wahrnehmungsberechtigten über die Vertragsänderungen und den Inkassoauftrag für das Ausland informieren. Auch entsprechende Mitteilungen über das weitere Verfahren werden gemacht. Damit wäre sichergestellt, dass die VG Wort gegebenenfalls fristgerecht die entsprechenden Rechte gegenüber der zuständigen Book-Rights-Registry in den USA geltend machen kann.

Dazu sagte Dr. Robert Staats, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der VG Wort: „Bei aller berechtigten Kritik an dem Google-Vergleich ist es erforderlich, eine sinnvolle Lösung für den Fall parat zu haben, dass das Settlement in den USA endgültig bestätigt wird. Der heutige Beschluss der Mitgliederversammlung der VG Wort führt dazu, dass der im Vergleich vorgesehene ‚Schadensersatz’ für die vorgenommenen Digitalisierungen flächendeckend eingezogen werden kann. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Autoren und Verlage in Zukunft über die digitale Nutzung der urheberrechtlich geschützten Werke selbst entscheiden. Das Urheberrecht wird also wieder vom Kopf auf die Füße gestellt.“

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Schlüsselwörter: Google | Raubkopien | VG Wort | Urheberrechte | Copyright | Verwertungsgesellschaft | Autoren | Journalisten | Schriftsteller
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