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Sonstiges: Gesundheit

Jetzt wissen wir warum Red Bull die Flügel verleiht

NRW und Hessen haben Red Bull Cola schon verboten – wegen Kokain im Getränk

Foto: © Alexander Wihlidal, Pixelio.de
Foto: © Alexander Wihlidal, Pixelio.de
Wer kennt sie nicht, die skurrile und amüsante TV-Werbung des Softdrinkherstellers Red Bull? „Red Bull verleiht Flügel“ heißt es da immer so schön. Warum das so sein soll war ein offenbar gut gehütetes Geheimnis das jetzt vom nordrhein-westfälischen Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) gelüftet wurde…

Die Red Bull Werbecomics haben ihre Kosten längst eingespielt, denn Red Bull Cola gehört inzwischen zu den Top Ten unter den Softdrink-Favoriten der Deutschen. Sowieso ist Cola das Kultgetränk schlechthin. Was im Original (Coca Cola) an Bestandteilen enthalten ist, ist wohl das bestgehütete Geheimnis aller Zeiten. Die Originalrezeptur liegt in den Panzerschränken der Coca Cola Company. Nachahmer hat es viele gegeben. Doch wer einmal die nachgemachten Brausen probiert hat, weis warum sich diese nicht am Markt behaupten können – außer vielleicht die Red Bull Cola, denn die verleiht ja Flügel.

Auf die Frage warum Red Bull auch eine „Cola“ auf den Markt gebracht hat antwortet der Hersteller auf seiner Homepage erst einmal mit der Gegenfrage „Warum nicht?“ Weiter heißt es dann: „…und weil wir glauben, dass man Cola auch aus natürlichen Inhaltsstoffen machen kann. So wie früher.“ Doch weis man bei Red Bull wirklich, was früher in der Cola war, als (angeblich?) ein Apotheker dieses Ursprungsrezept erfand um es als Mittel gegen Kopfschmerzen zu verkaufen?

Red Bull macht jedenfalls kein Geheimnis aus den Bestandteilen seiner Flügel verleihenden Cola. Diese, laut Red Bull alle 100%ig aus natürlichen Stoffen bestehend, stehen (angeblich komplett) auf jeder Dose: Kolanuss, Senfsamen, Kardamom, Ackerminze, Süßholz und Kokablätter. Und so heißt es von Seiten Red Bulls ganz stolz: „Red Bull Cola kommt ganz ohne geheimnisvolle Formel aus!“ Aber eben jene Kokablätter sind nun der Stein des Anstoßes für die Lebensmittelkontrolleure gewesen.

In Südamerika, wo die Kokapflanze ihren Ursprung hat, wird aus Kokablättern beispielsweise auch Tee gekocht. Der hilft gegen die Höhenkrankheit, weil die Kokablätter die Sauerstoffzufuhr verbessern helfen – auch vorbeugend. So erhält man in den Hotels in den Anden vielfach einen Koka Tee als Willkommensgetränk bei der Ankunft.

Aber aus Kokablättern wird eben auch das Kokain gewonnen – denn Kokain nun einmal Bestandteil der Blätter ist. Und weil dies so ist, fanden die Lebensmittelkontrolleure bei ihren Untersuchungen auch Spuren von Kokain in der Red Bull Cola. Das erklärt dann sicher auch den Werbeslogan „Strong and natural“ (stark und natürlich). Die Untersuchungsergebnisse führten jetzt zu einem Verkaufsverbot der Red Bull Cola in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen. Wilhelm Deitermann, Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums, geht allerdings davon aus, dass das Getränk bald bundesweit vom Markt genommen wird. Die Handelskette REWE hat bereits reagiert und die Entfernung der Red Bull Cola aus den Regalen der Märkte angeordnet.

Zwar bestünde keine Gesundheitsgefahr, heißt es offiziell, aber solche Substanzen seien in Lebensmitteln verboten. Allerdings wird die Red Bull Cola von den Behörden jetzt nicht mehr als Lebensmittel eingestuft. Vielmehr gilt sie nun als Betäubungsmittel.

Red Bull wehrt sich gegen diese Entscheidung und argumentiert: „Dekokainierte Cocablattextrakte werden weltweit als Aroma in Lebensmitteln eingesetzt!“ Und weiter heißt es dann noch: „Red Bull Cola sowie andere Lebensmittel, die Cocablattextrakte enthalten, gelten sowohl in der EU als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig.“

Foto: „Red Bull verleiht Flügel.“ Fotoquelle: © Alexander Wihlidal, pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Red Bull | Red Bull Cola | NRW | Hessen | Kokain | Kokablätter | Betäubungsmittel | Lebensmittel | Verbot | Coca-Extrakt
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Kommentare

am 24.05.2009 10:03:24 (91.65.32.xxx) Link Kommentar melden
Wieder die typisch deutschen Betränkenträger, die da irgendetwas hineininterpretieren. Siehe die blödsinnigen Verbote was Hanf angeht, kollidiales Silber etc., etc. Diese kleinen Hosenscheißer. Kämpfen doch täglich um den Nachweis Ihrer Existenzsberechtigung am Arbeitsplatz.
Wenn die man bei den Pharmaprodukten und wirklichen Lebensmitteln auch so streng wären und es so eilig hätten, hätten die Bauern, die Kühe und Viele mehr, weniger Probleme. Denk ich an Käseersatzprodukte ohne Nachweispflicht unter Vorspiegelung falscher Bezeichnungen und Kunstfutter z.B. aus Tiermehlen für Plfanzenfresser, so fallen mir Silence green ein oder ähnliche Vergleiche. Wer stellt denn nun die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wirklich dar? Die Aufpasser an der falschen Stelle, oder die Industrie und Ihre Lobby, die offensichtlich die Aufpasser steuern?

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