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Mysteriöse Todesfälle in einer Hotelanlage auf der Insel Koh Phi Phi

Hotelmanagement spielt die Todesfälle als Folge überhöhten Alkoholkonsums herab

Foto: © BeatM, pixelio.de
Foto: © BeatM, pixelio.de
Die mysteriösen Todesfälle zweier Touristinnen auf der beliebten thailändischen Ferieninsel Koh Phi Phi sorgen in der Touristikbranche für neue Negativschlagzeilen. Beide waren im selben Bungalow und starben innerhalb von zwei Tagen am ersten Mai Wochenende mit denselben Symptomen. Während der Hotelmanager die Todesfälle mit „übermäßigem Alkoholkonsum“ herunterspielt deutet in Wahrheit alles auf eine Cyanid-Vergiftung hin…

Alles begann für die 27jährige Jill aus Seattle und ihren 31jährigen Freund Ryan aus den USA als eine romantische Urlaubsreise für mehrere Monate durch Südostasien. Kurz nach der Ankunft auf Koh Phi Phi schrieb Jill noch in ihren Internetblog: „Wir sind in Koh Phi Phi. Es ist wundervoll. Wir trinken, essen, wohnen total preiswert und haben eine tolle Zeit. Bücher, Sonne und warmes Wasser. Was will man mehr?“ Die beiden hatten sich in einem kleinen Bungalow des Leela Guesthouses einquartiert, das ganz in der Nähe zum ehemaligen Drehort des Hollywood-Blockbuster „The Beach“ liegt.

Nachdem sie bereits sechs Tage auf Koh Phi Phi waren, sagte Jill ihrem Verlobten am Samstag (2. Mai 2009), dass es ihr nicht gut ginge und sie sich völlig unwohl fühle. Kurz darauf erbrach sie und wurde bewusstlos. Ryan legte sie in einen Einkaufswagen und fuhr mit ihr zu einem Arzt. Doch jede Hilfe kam zu spät. Jill starb kurz darauf. Dem amerikanischen Fernsehsender CNN sagte Ryan später: „Sie bekam kaum noch Luft und hat sich immer wieder übergeben müssen.“ Jills Bruder sagte gegenüber CNN: „Es ist ein großer Schock. Sie hatte nicht einmal mehr die Möglichkeit ein paar letzte Worte zu sagen.“

Während der Hotelmanager den Todesfall mit „übermäßigem Alkoholkonsum“ herunterspielt, glaubt Ryan, der wegen gleicher Symptome ärztlich behandelt werden musste, dass „irgendetwas im Zimmer sie vergiftet habe“. Wie Ryan aussagte, wären sie auch nicht im Meer baden gewesen, so dass auch eine Vergiftung durch Meerestiere ausgeschlossen sei. Ebenfalls wurde von Jills Familie spekuliert, dass die Klimaanlage die „mysteriöse Krankheit“ verursacht habe.

Etwa zu dieser Zeit wurde ein Bungalow (Die Meldungen hierzu berichten teilweise sogar, dass es sich hierbei um denselben Bungalow handelte, in dem auch Jill und Ryan wohnten.) des Leela Guesthouses auch an zwei Norwegerinnen vermietet. Beide zeigten nur wenige Stunden nach dem Tod der Amerikanerin ebenfalls die gleichen Symptome. Eine der beiden, die 22jährige Julie aus Bergheim in Norwegen, starb zwei Tage später, am 4. Mai 2009, im Bangkok Phuket Hospital, wie die norwegische Botschaft offiziell bestätigte. Ihre Freundin überlebte. Die Norwegischen Medien spekulierten ebenfalls (wie Ryan), dass beide Touristinnen vergiftet wurden.

Die Behörden hielten sich erst einmal – wie immer – bedeckt. Sie rätseln über die Todesursache, waren aber nicht bereit ohne offizielles Untersuchungsergebnis eine Stellungnahme zu geben. Nicht desto trotz dürften unzweifelhaft beide Fälle in direktem Zusammenhang stehen. Ryan beschwerte sich auch über die örtliche Polizei, die seinem Eindruck nach nichts oder nur sehr wenig unternähme und wohl nur darauf erpicht gewesen sei die Leiche seiner Verlobten so schnell wie möglich von der Insel zu schaffen. Offiziell bestätigte die Polizei lediglich, dass beide Opfer in derselben Hotelanlage gewohnt haben und dass man derzeit von einer Lebensmittelvergiftung ausginge.

Wie inzwischen ebenfalls bekannt wurde, hatte es einen Monat zuvor auf Koh Phi Phi bereits schon einen Todesfall infolge einer Vergiftung gegebenen. Damals hatte es einen 48jährigen Norweger getroffen, der allem Anschein nach die gleichen Symptome aufgewiesen hatte. Unbestätigte Gerüchte besagen, dass auch er in derselben Bungalow-Anlage gewesen sei.

Inzwischen gibt es Meldungen aus Thailand, die besagen, dass beide Frauen nach Autopsiebefunden Cyanid (Blausäure) im Körper gehabt haben. Dadurch sahen sich die Thaibehörden in ihrer Annahme einer Lebensmittelvergiftung bestärkt. So heißt es nun offiziell aus Thailand, beide seien durch Verzehr von Maniok in nicht korrekt zubereiteten Speisen verstorben. Jills Verlobter Ryan hat jedoch einen Verzehr von Maniok oder Speisen mit Maniok nicht bestätigt. Stattdessen haben sie nach seiner Auskunft Burger gegessen.

Es ist eine Tatsache, das viele Nahrungspflanzen Blausäure enthalten. Darunter auch Maniok: „Blausäure ist in fast allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten - meist allerdings in so geringen Mengen, dass sie für Menschen nicht gefährlich ist. In besorgniserregend hoher Konzentration ist Blausäure jedoch unter anderem in Maniok enthalten, einem Grundnahrungsmittel für über 400 Millionen Menschen in der »Dritten Welt«: Bereits der Verzehr von 200 bis 500 Gramm frischer Knollen wäre tödlich.“ (Quelle: „Blausäure in Nahrungspflanzen - Eine Gefahr für Lebensmittel?“)

Tatsache ist, das dürfte inzwischen einwandfrei feststehen, eine Cyanid-Vergiftung. Cyanid wird auch häufig gegen besonders widerstandsfähige Insekten verspritzt. In geschlossenen Räumen darf dies allerdings nur stattfinden, wenn sich niemand darin aufhält und anschließend eine ausreichende Zeit verstrichen ist und die Räume gesäubert und gut belüftet wurden. Deshalb scheint diese Ursache ausgeschlossen. Aber außer der Behördenansicht gibt es offenbar auch nicht die geringsten Hinweise auf eine Cyanid-Vergiftung durch Maniok. Vielmehr scheint sich hier eine ganz andere Vermutung zu bewahrheiten. Dafür könnte auch die Tatsache sprechen, dass sich Jill bedeutend öfter und länger im Bungalow aufgehalten hatte, als ihr Verlobter der schließlich überlebte.

Es könnte sich nämlich durchaus um Mordfälle gehandelt haben. Immer wieder – und immer öfter – gibt es Berichte über Einbrüche mit der so genannten Sleeping-Smoke-Methode. In einem Thai-Forum berichtete jetzt eine Internet-Userin, die letztes Jahr im Juni (2008) auf Koh Phi Phi war, von einem Schweizer, den sie dort kennen gelernt hatte und der ebenfalls in derselben Bungalowanlage des Leela Guesthouses wohnte. Dieser wurde eines Nachts komplett ausgeraubt während er fest im Bett schlief. Am Morgen begleitete sie ihn zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Dort wartete bereits eine größere Zahl von Menschen, denen das Gleiche passiert war. Niemand hatte etwas bemerkt. Der Grund dafür dürfte eben in der Sleeping-Smoke-Methode liegen, bei der die Einbrecher ein Gas in die Zimmer leiten um die darin befindlichen Touristen bewusstlos zu machen. Dabei schrecken sie offenbar auch vor der Möglichkeit nicht zurück, dass diese daran sterben könnten.

Foto: Traumstrand auf Koh Phi Phi. Fotoquelle: © BeatM, PIXELIO.de.

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Schlüsselwörter: Thailand | Koh Phi Phi | mysteriöse Todesfälle | Cyanid | Blausäure | Maniok | Vergiftung | Leela Guesthous
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Kommentare

lorelorell
am 21.05.2009 10:58:37 (77.188.194.xxx) Link Kommentar melden
Ist Cyanid bei einer Obduktion nachweisbar? Und wenn ja, wielange nach dem Tod?
Alex Mais
am 21.05.2009 11:52:00 (195.93.64.xxx) Link Kommentar melden
Cyanid (Blausäure) ist bei einer Obduktion nachweisweisbar!

Über welchen Zeitraum entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Pathologe oder Gerichtsmediziner könnte hier sicher die gewünschte Information geben.

Beispielsweise sollte in einem konkreten Verdachtsfall, dass ein(e) Verstorbene(r) mit Cyanid/Blausäure vergiftet wurde, in jedem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden.

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