Medien: Sonstiges

Das Bild „Die Schnitter“, von Pierre-Auguste Renoir.

Arbeit kann mehr sein.
14.05.2009 11:05:04 eingesandt von harry gambler für OnlineZeitung 24.de

Die Schnitter
Die Schnitter
Nicht nur Vincent van Gogh hat sich zu seiner Zeit vom Mythos des Behaglichen und dem reinen Ideal der Landschaft a la deutsche Romantik abgeschworen. Nein, auch bei Renoir taucht die Landschaft „umgepflügt, bepflanzt, gestaltet“ und bearbeitet auf. Typisch dafür ist wohl sein Ölgemälde aus dem Jahre 1873 „Die Schnitter“.

Renoir zeigt in diesem Bild eine typische Szene aus dem Landleben der Bauern mit einer auflebenden Farbkomposition, blauer Himmel, viel Grün an den Feldrändern und das satte Getreide in gelblichen Tönen das zwei Männer mit der Sichel zu ernten beginnen.

Gerade haben Sie Besuch von zwei Frauen erhalten, die Vermutung, es handelt sich um die Ehefrauen die etwas zum Mittagstisch vorbei gebracht haben dürften, ist wohl nicht zu weit gegriffen sein. Nun sind die beiden Frauen auf dem Rückweg, einer der Männer schaut ihnen noch nach, während diese nebeneinander in Richtung eines Bauernhofes gehen.

Das ganze Bild strahlt trotz einer Arbeitssituation aus dem Landleben eine Ruhe und Harmonie aus, die Renoir mit schnell getupften Farben und minimalen Formen festgehalten hat. Arbeit zu der Zeit auf dem Lande war selbst bestimmt und nicht von der Hektik unserer globalen Hysterie geprägt. Das Wetter hatte mehr Einfluss auf die Arbeitswelt der Landbevölkerung als bei uns heute ein Parlament auf den Job.

In der Mitte des Bildes sind die beiden Frauen, von denen eine einen Korb trägt und die sich scheinbar in ein Gespräch vertieft haben. Es wäre nun sicherlich spannend zu erfahren, über was sich die beiden gemächlichen Schrittes gehenden Frauen unterhalten, zu mindest scheint einer der beiden Männer etwas zu vermuten oder hört so gar etwas, denn er dreht sich in ihre Richtung um, während der zweite schon sein Tagwerk aufgenommen hat.

Ähnlich wie von Gogh stecken auch in den Bildern von Renoir Details, die den Betrachter animieren sollen, sich dem Bild in seiner Offenheit hinzugeben oder in eine Welt einzutauchen die es so nicht mehr gibt und geben kann. Kunst drückt immer etwas aus und fordert zu gleich auch auf, sich ein eigenes Bild von dem Gesehenen zu machen. Was vermuten Sie nun, über was könnten die beiden Frauen sich unterhalten?