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Sonstiges: Gesundheit

Bundesärztekammer - Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe

neue Vorschläge ohne Inhalt

Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe hat sich am 11.05.2009 zu Wort gemeldet und schlägt vor, das Medizinwesen in der Leistung dahingehend zu bereinigen, daß nur noch wirkliche Krankheitsfälle vorrangiger Art Kostenerstattungen erfahren und alle „Wunschleistungen“ also alle Leistungen, die nicht selbst von Ärzten ausgeführt werden, aus der Versicherungsleistung gestrichen werden.

Das ist natürlich erst einmal ein bestechender Gedanke. Das könnte das Medizinwesen wirklich entlasten. So erscheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Nur ist dem wirklich so?

Vor vielen Jahren gab es Praxiszulassungen und die Praxen waren auch Handelsobjekte innerhalb des Medizinstandes, was auch eine gewisse Sicherheit der Investition, bewirkte. Das alles gibt es praktisch nicht mehr. Heute ist die Arztzuweisung aufgehoben bzw. wird anders gesteuert. Wir haben ein Überangebot, was nicht zur besseren Versorgung der Patienten führte, sondern Begehrlichkeiten erhöhte und die Medizinkosten ins unermessliche steigerte.

Da es jedoch nur noch einen bestimmten Topf zum ausschütten von Geldern gibt, ist dieser Gedanke von Herrn Hoppe, bei genauer Betrachtung jedoch nur ein Vorschlag, das vorhandene Geld für Medizinleistungen, den Ärzten vorzubehalten. So, als würde die allein seligmachende Gesundung nur von Ärzten ausgehen können.

Dem ist leider eher nicht so. Denn die Wirklichkeit heute sieht so aus, daß sich die Ärzte die Tarife und Abrechnungsmöglichkeiten, wie eigene Medizinleistungen, nur so um die Ohren hauen. Und tatkräftig dabei von den KV-auen und Kassen, unterstütz werden. Jeder mit seinem eigenen Interesse nach Abschöpfen großer Summen für Paläste und Vorstands- und Gutachterbezüge als Eigenbestätigung der Wichtigkeit des Daseins der Einrichtung, die gerade vertreten wird. Und das bezahlen die Versicherten, ohne auch nur einen Nutzen daraus zu erhalten.

So begründen die Kassen zunehmend Medizinangebote in Ausschließlichkeit für Ihre Versicherten mit Leistungen zu Sätzen, die wiederum mit den Ärzten direkt ausgehandelt werden bis hin zu eigenen Therapiezentren, wobei die Patienten letztendlich dazu erpreßt werden, diese anzuwenden, da Sie sonst damit rechnen können, die Leistung selbst zahlen zu müssen.

Die freie Medizinwahl ist längst kontakariert im Kampf um das „goldene Kalb“ der Anbieter, wobei das goldene Kalb eigentlich der Patient sein könnte. Mitnichten, er ist es nicht. Denn er ist nur Hebel, dem goldenen Kalb näher zu kommen. Es sind zunehmend Fälle bekannt, wo Ärzte sich alternativer Medizinarten bedienen, um an der Kassenleistung vorbei, Kassenpatienten zu Privatpatienten umzufunktionieren, da die Kasse die vermeintlich bessere Leistung nicht zahle, der Patient jedoch nur mit dieser Leistung Gesundung durch seinen Arzt erfahren könne. Und hier wird die Stellung des Arztes durch den Arzt schamlos genutzt, den Patienten das Geld aus der Tasche zu ziehen für meist „nichts“ Für nichts, was er nicht woanders wahrscheinlich besser und preiswerter erhalten könnte. Jedoch diese Leistung ist bei den Medizinanhangberufen halt nicht das wert, was es beim „lieben Onkel Doktor“ wert erscheint.

Es fragt sich an dieser Stelle der Rechercheur, ist der Arzt nur schamlos oder der Patient schlicht „blöd“ Oder hat der Patient immer noch eine gestörte Psyche, wenn es um die Frage nach Medizin geht und nur der Arzt ist der kompetente Partner, der für sein Wohl und Wehe, verantwortlich sein kann. Der Dr.-Titel ersetzt nach wie vor jegliche Kompetenz in einer Art Obrigkeitshörigkeit der Patientenschaft, die bezweifeln läßt, ob das Medizinwesen wirklich reformierbar ist. Denn der Patient stütz den Organisationsunsinn des Medizinwesens nachhaltig und läßt erkennbar, nur schwer eine Reform zu, die am System knabbert. Bedauerlicher Weise läßt er sich lieber immer mehr beschneiden zu gleichen Kosten und sich in seinem Anspruch auf Leistung, immer mehr runterstufen und verschlechtern, daß es schon zu Exzessen gekommen ist, die mit einer Art von „Neo-Euthanasie“ als Ergebnis des Wettbewerbes der Leistungsanbieter um Zuständigkeit des Groschens, gekommen ist.

Dabei ist der Vorschlag von Herrn Prof. Hoppe gar nicht so abwegig, denkt man ihn zu Ende. Nur wahrscheinlich nicht im Sinne des Erfinders. Denn mit einer derartigen Änderung muß der Patient in den Beitragskosten so entlastet werden, daß er eben auch privat sich Gesundheit leisten kann.

Hier bietet Holland einen empfehlenswerten Ansatz, indem z.B. erst einmal die Zuständigkeiten der Medizinalberufe getrennt werden. So kann der ganze Bereich der Anhangberufe wie z.B. Psychotherapie, Krankengymnastik, Hebammen und Sportmedizin z.B. vom normalen Arztberuf Trennung erfahren, was erhebliche Kostensenkungen mit sich bringen würde. D.h., der Patient geht nicht mehr gleich zum Arzt, sondern erst zum Therapeuten. Dieser macht ohnehin einen Befund und kann schnell feststellen, ob es sich um etwas Organisches handelt oder etwas handelt, das in seinen eigenen Bereich fällt. D.h., hier fallen schon einmal doppelte Kosten weg, es gibt weniger Spritzen und weniger Tabletten, da dieser Berufsstand meist mehr kann als der Arzt ohne diese Hilfsmittel. Das klappt in Holland z.B. hervorragend, ohne daß die Todesrate gestiegen ist und kein Arzt ist verhungert.

Und wenn dann das System auf grundsätzlich auf ein anderes Recht und eine andere Struktur gestellt wird, z.B. durch die völlige Freiheit von Niederlassungen ohne damit das Verschreiben zu erhöhen, was nicht zwangsläufig der Fall sein muß, so würde es zukünftig auch bei den Ärzten mehr nach Qualität gehen, denn nach Menge der Rezepte und Abrechnungspunkte als Garantieeinkommen. Die Kassenleistungen würden z.B. nicht mehr unbedingt im Vordergrund stehen und würde über den Patienten abgerechnet werden, der diese dann z.B., wie in Frankreich, bei seiner Kasse einreicht, die dann die Bezahlung vornehmen könnte. Auch die Franzosen sind deshalb nicht ausgestorben oder leben ohne Ärzte.

Na, und dann gibt es da noch ein Grundsatzproblem, das unbedingt gelöst werden muß. Am Anfang der Medizinentwicklung stand die Erforschung der Biologie des Menschen. Daraus haben sich Forschungsbereiche entwickelt, die zu Arztberufen ausgebildet wurden die heute in industriellem Maßstab zu unverbrüchlichen Berufsständen geführt haben, die lange durch Absprache, Einkommensregelungen zugesprochen haben, die mit der anfänglichen Forschung nichts mehr zu tun haben. Hier wäre also ein riesiger Ansatzpunkt, die Medizin wieder Medizin werden zu lassen und die Berufszuweisungen aufzubrechen und die Arztberufe in Ihrer Mengenart, zu begrenzen. So gibt es überhaupt keinen Grund, z.B. einen Internisten, der gleichzeitig praktischer Arzt von der Ausbildung her sein könnte, nicht beide Arten ausüben zu lassen. Und da gibt es viele überlappende Richtungen, deren Sezierung des Menschen aus der Forschung herrührend, niemals auch spiegelbildlich zu Arztberufsrichtungen der Sezierung hätten führen müssen, also zur Ausgrenzung und Abgrenzung von Medizinleistungen, die ohnehin zum Arzt dazu gehören. Jeder Tierarzt ist fast ein Ganzheitsarzt. Das ginge in der heute, auch medizinischen Aufgeklärtheit, genauso bei der Humanmedizin und die Fachspezialisierung kann auf das Notwendige runterreduziert werden.

Man sollte den Vorschlag von Herrn Hoppe also ruhig aufgreifen, wenn auch in einem anderen Sinne, also von ihm angedacht.

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Schlüsselwörter: Gesundheitskosten | Auswirkungen | Gesundheitswesen
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Kommentare

Harry Gambler
am 14.05.2009 15:26:54 (217.83.88.xxx) Link Kommentar melden
Es wäre einfacher, die Bundesärztekammer zu streichen, denn sie behindert die Neuaufnahme von humanen, patientenfreundlichen und selbstbestimmten Heilverfrahren wie Akkupunktur usw. in den Kostenkatalog. Und sie kostet uns Millionen an Verwaltungskosten. Seltsamer Weise haben diese Krankenkassen, die diese sogenannten alternativen Heilverfahren anerkennen weniger Probleme wie die bankrotten und auf Pillen und Industrieprodukte ausgerichteten Kassen.
Es wird Zeit, dass der Mensch und Patient wieder im Vordergrund stehen und nicht Standesoarganisationen, Ärztebank, Funktionäre usw. Das muss das Ziel des Gesundheitswesen sein. Die Würde des Menschen und somit auch des Patienten wird vom Grundgesetz geschützt und nicht das Profitinteresse von Medizinern und Krankenhausfirmen wie Vivantes, die den Menschen nur noch als Bunchungsobjekt sehen. Was nützt es, wenn wir 3 Milliarden im Gesundheitswesen auf kosten von hilflosen Patienten einsparen und unsere Beamtenbanker Milliarden über Milliarden in der Finanzkrise verbrennen. Alleine die Finanzkrise könnte uns im schlechtesten Falle - Worstcase - 1 Billion Euro kosten. Und warum? Weil nicht der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern Buchnungseinheiten.
am 15.05.2009 08:46:37 (91.65.32.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Herr Gambler,
ich danke für die gedankliche Unterstützung. Diese Dinge sind darin enthalten und auch Teil z. B. des Verfassungsentwurfes, seiner Thesen etc. zur Kernsanierung Deutschlands, die unabdingbar ist. Speziell nach den gestrigen Auftritten in allen Kanälen als politischer Donnerstag.

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