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Politik: Europa

Merkel und Sarkozy gegen EU-Beitritt der Türkei

Wie europäisch kann die Türkei bleiben

Merkel und Sarkozy gegen EU-Beitritt der Türkei Berlin/Byzanz 11.052009. VD-N Redaktionsbeitrag

Am 11.05.2009 traten Frau Merkel und Herr Sarkozy in Berlin gemeinsam auf einer Wahlkampfveranstaltung der Jungen Union zur Europawahl am 07. Juni auf.

Hier erinnerten Sie an die „Deusch-französische Freundschaft“ und bekundeten Ihre Gemeinsamkeiten für die Europäische VB, der beide angehören. Frau Merkel machte sich noch einmal für den Lissabonvertrag als Umschreibung der gescheiterten EU-Verfassung stark und zog Schlüsse, die noch gar nicht anstehen und die Sie selbst wohl kaum mehr mitentscheiden wird, da Sie zu dem Zeitpunkt, wo die Frage letztendlich entschieden wird, bereits der politischen Vergangenheit angehört. Herrn Sarkozy`s Hinweis hingegen zu den Grenzfragen Europas ist da schon etwas tiefgründiger angelegt.

Das Aufwerfen der Grenzfrage seitens von Herrn Sarkozy läßt uns einmal die Grenzfrage im Blicke der Historie anschauen und hinterfragen, inwieweit die Globalisierung und Neuaufteilung der Welt nicht auch historische Bereinigungen zulassen könnte und welche strategischen Gewichtungen sich daraus ergeben.

Denn die Grenzfrage mit der Türkei ist sehr wohl ein defizieles Thema, daß neue Bedeutung erlangen könnte und sich für Europa anders darstellt, als es allgemein diskutiert wird. Denn nicht Europa und die NATO sollten die Türkei reinholen, um eben einen Brückenkopf in den vorderen Orient, die muslimische Welt und die Turkvölker bis an den Aralsee und den Ural zu bekommen, sondern die Frage stellt sich lange umgedreht. Sollen wir die Türkei drin lassen und Ihre die previligierte Stellung in Europa belassen, um mit Europa sich als Brücke für den geografischen Raum Vorort, auch in Zukunft positionieren zu können.

Nun, da gibt es ja innerhalb der Globalisierung und der damit verbundenen Bereinigung und der Europaentwicklung noch einen Aspekt, der zwischen der Türkei und Europa zur Klärung ansteht. Wem gehört den Byzanz? Oder Konstantinopel bzw. Istanbul? Also, die Turkvölker versuchten schon immer in Europa Fuß zu fassen. Erst haben die Griechen die Vereinnahme Ihrer europäischen Heimat verhindert. Wir Gedenken dieser Tatsache noch heute im Marathonlauf. Die griechische Ausdehnung jedoch war vor den Turkvölkern und hat Großes bis Alexandria geschaffen. Die folgende römische Ausdehnung ebenfalls. Sie war also nicht vergleichbar. Dann war da noch die Sache mit Wien. Hat auch nicht so recht geklappt. Und dann haben Sie den zweiten Romteil übernommen, der der Grundpfeiler der "Orthodoxie" mit einem gewaltigen Gotteshaus wurde als Konkurrenz zu Rom und die Christenheit bis Moskau vorgetragen hat. Nur, Konstantinopel wurde durch Suleiman etc. aufgesogen und bis heute als vorderasiatischer Vorposten in Europa gehalten. Was also tun. Es als muslimischen Brückenkopf weiterpflegen und betrachten oder als europäisch-internationales, multikulturelles Gebilde europäisieren als Brückenfunktion für die Türkei, sich westlich entwickeln zu dürfen und Atatürk und seinen Erben, die Türe offen zu halten. Eine interessante Frage, die noch ungeklärt erscheint.

Byzanz, Konstantinopel und/oder Istanbul, wie diese prächtige Stadt über die Jahrhunderte benannt wurde, ist eine ureuropäische Stadt, wenn auch schon immer multikultureller Prägung am Schnittpunkt der Reiche angesiedelt. Das zeigt sich bis heute. Nicht umsonst zählt sie 10 Millionen Einwohner und dort leben und wirken die europäischsten Türken, die die Türkei je hervorgebracht haben. Und hier wohnt halb Europa. Und hier konzentriert sich der türkische Reichtum, Inspiration und Kreativität. Und hier lebt die türkische Demokratie.

Es ist also auch eine Lebensfrage für die Türkei selbst, wie europäisch kann sie diesen multikulturelle Brückenkopf für die Türkei als Türöffner auch für eine demokratisch-europäische Zukunft, erhalten. Denn es ist eine unnatürliche türkische Enklave auf europäischem Boden, der auch immer zur Disposition stehen würde, sollte die Türkei in ein mittelalterliches System von radikalislamischer Indoktrination und Religionsdiktatur zurückfallen, wie wir es in einigen islamischen Staaten in dem geografischem Raume bis runter ans Horn von Afrika, gerade erleben.

In diesem Falle müßte die NATO und Europa reagieren, da speziell Griechenland als europäisches Kernland, hier herausgefordert wäre. Auch die Zypernfrage würde wieder aufbrechen. Denn Zypern ist und war eigentlich europäisch geprägt. Wenn auch nicht so eindeutig wie Byzanz. Nur wie weit soll man in die Geschichte eintauchen. Diese Frage könnte sich jedoch überholten, wenn Griechenland sich durch islamische Entwicklungen in Ihrem Kerneinflussgebiet, getroffen fühlt und die europäische Kulturfrage sich erneut stellen sollte.

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Schlüsselwörter: Byzanz | Konstantinopel | Istanbul | Türkei | Europa | Griechenland
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