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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Thailands Umweltministerium will seinen Regenwald wieder aufforsten

Mehr als das Doppelte der heutigen Fläche, 40 % des Landes, sollen wieder Regenwald werden

Foto: © M. Uderhardt, pixelio.de
Foto: © M. Uderhardt, pixelio.de
Wie Saksit Tridech, Staatssekretär im thailändischen Umweltministerium kürzlich bekannt gab, hat das Ministerium für Umwelt einen ehrgeizigen Plan entwickelt. Es will innerhalb der nächsten acht Jahre die derzeitige Regenwaldfläche des Landes (104,7 Mio. Rai) auf eine Fläche von 128 Mio. Rai aufforsten und somit mehr als verdoppeln…

Sollte dieses Vorhaben tatsächlich in die Tat umgesetzt werden und realisiert werden, dann wären wieder 40 % der Landesfläche Thailands mit Regenwald bedeckt. Zu diesem Projekt sollen erst einmal Baumschulen entstehen, in denen die Bäume zur späteren Wiederaufforstung angezüchtet werden können. Die zur Aufforstung vorgesehene Fläche entspricht etwas mehr als 122 % der derzeitigen Regenwaldgebiete Thailands. Bis zum Jahr 2017 will man dies geschafft haben sagte Saksit Tridech.

Doch Experten zweifeln stark an der Durchführbarkeit dieses Vorhabens. Trotz Abholzungsverbot werden täglich Bäume in den Regenwäldern gefällt und kommerziell vermarktet. Es gibt sogar eine richtige Abholzungs-Mafia. Deren Mitglieder stammen selbst aus den höchsten Bevölkerungsschichten und sind nicht selten auch bekannte und einflussreiche Personen. Da sich mit dem Holz der Regenwälder immer noch sehr viel Geld verdienen lässt, schreckt die Abholzungs-Mafia auch vor Mord nicht zurück, wenn man sich ihr in den Weg stellt. Das hat sich in der Vergangenheit leider schon häufig bestätigt. Die Mitglieder diese Mafia stammen zu einem großen Teil auch aus Kreisen der Forstverwaltungen, der Polizei und der Politik.

Letzteres hängt wiederum mit der relativ hohen Quote der Korruption in Thailand zusammen, durch die sich die korrupten Beamten ihr geringes Gehalt aufbessern um einen gewissen Lebensstandard halten zu können.

Hinzu kommt die Vernichtung von weiten Teilen der Regenwaldgebiete in ganz Südostasien zur Landgewinnung für den Anbau von Monokulturen aus Palmen zur Palmölgewinnung. Das Palmöl wird vor allem für die umstrittene Gewinnung und Produktion von Biokraftstoffen benötigt.

Während Thailand jetzt wiederaufforsten will, könnte im westlichen Nachbarland Myanmar in Kürze eine ähnlich große Fläche des Regenwaldes abgeholzt werden. Nach einer Meldung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hat nämlich die staatliche burmesische Zeitung New Light of Myanmar berichtet, dass kürzlich eine 5köpfige Delegation der Palmölindustrie von Malaysia die burmesische Industrie- und Handelskammer besucht hat. Dabei wurde unter anderem auch eine bessere technische Kooperation beim Palmölanbau in Myanmar vereinbart. Derzeit beträgt die Größe der Anbaufläche in Myanmar ca. 100.000 ha. Geplant ist eine Verdoppelung auf 202.500 ha. Die meiste Fläche davon dürfte dann wohl wieder zu Lasten des Regenwaldes – und damit der Natur und Umwelt – gehen…

Wer im Interesse des Regenwaldes (und aus Gründen die im Artikel über Biokraftstoff genannt sind) gegen solche Biokraftstoffe ist, kann auch noch bis zum 11. Juni 2009 eine entsprechende öffentliche Petition mitzeichnen.

Nicht desto trotz wäre eine Wiederaufforstung der bereits abgeholzten Regenwaldgebiete sinnvoll und erwünschenswert. Vielleicht hätte dann auch der thailändische Elefant noch eine Chance vor dem Aussterben in freier Wildbahn gerettet zu werden…

Foto: Regenwald in Thailand. Fotoquelle: © M. Uderhardt, PIXELIO.de.

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Schlüsselwörter: Regenwald | Urwald | Dschungel | Thailand | Umweltministerium | Aufforstung | Wiederaufforstung | Mafia | Korruption
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