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Lokales: Veranstaltungen

Van Gogh in Basel.

Oder Berlin bleibt diesen Sommer "wowi" langweilig.

Man mag es glauben oder nicht, mit Vincent haben sie heute alle noch ihre Probleme. Zu vehement und künstlerisch sein Leben, da fehlt einfach dieser Biedermeiergeruch. Viel zu oft hat er den bitteren Alltag der Menschen mit in seinen Kunstwerken dargestellt, und wenn es nur wie im „Sommerabend“ am Rande links und rechts von Arles die rauchenden Schornsteine sind. Die Kennzeichen der aufkommenden Industrialisierung, van Gogh hat dies nie kaschiert um des billigen Effekts der reinen Natur wegen. Auch wenn er heute noch bei den Kunstexperten ein „schönes Unbehagen“ auslöst, die mal wieder so gerne in den Zeiten der Finanzkrise eine „reine und ideale Natur“ suchen.

Klar wird einem das, wenn man den Artikel von Hanno Rauterberg in der ZEIT vom 23.04.09 liest. Es geht um eine große Ausstellung zu Vincent van Gogh in Basel. 70 Bilder kann man dort aus den unzähligen Werken des Künstlers auf sich genießen und sich in eine Welt jenseits der Bankenkrise und Internetsurfer entführen lassen, eben in die Welt von Vincent van Gogh.

Und wer will, der kann dann in einem Megashop für Geschenke sich mit allem möglichen „Schnickschnack“ eindecken oder eine gigantische Multimediashow auf sich nieder rieseln lassen. Oder aber einfach nur die Bilder entdecken, in denen Vincent uns sein Welt präsentiert, wie er sie sah, durchlebte und in ihr unterging, mit Haut und Haaren, und allen Farben sozusagen.

Der Autor des Zeitartikels schwankt zwischen Mut und Sehnsucht, zwischen der realen van Gogh Welt, in der menschliche Arbeit immer mit im Bild ist und dem reinen Bedürfnis nach „reiner, deutscher Romantik“. Gerade in Zeiten der Krise suchen die Menschen die Harmonie der Natur, die es ja nicht gibt, außer im Augenblick und dann auch nur in der Wahrnehmung des Beobachters. Doch Vincent van Gogh hat immer das gemalt, was er intuitiv als das Wahre gespürt und empfunden hat. Und für diese gefühlte, reale Welt hat er die passende Technik und Farben gesucht, um der Nachwelt etwas mitzuteilen, wie: So war meine Zeit und was ich sah, liebte und wie ich sie vorfand.

Man sollte sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, 70 Bilder von Vincent van Gogh auf einmal zu sehen können, die es in dieser Zusammenstellung wohl nicht noch einmal geben wird. Das macht solche Ausstellungen ja so spannend und interessant. Leider werden wie nie das Wunder erleben und alle 170 Bilder aus der Arlesphase zu sehen, Geschweige denn, alle seine Bilder, die er bis zu seinem frühen Tod mit 37 Jahre gemalt hat.

Und wer nur sein Bild „Sommerabend“ aus der ZEIT auf sich wirken lassen will und kann, der erkennt einen einsamen Wanderer vor der Toren von Arles, wie er sich aufmacht in die Natur und nicht in die im Sonnenuntergang liegend Stadt hinein zu gehen. Das könnte Vicent sein, auf der Suche nach einem Motiv für morgen. Denn für van Gogh war Malen schon längst zum Lebensinhalt geworden und zum Untergang, denn im Gegensatz zu heute, hatten seine Bilder keinen Käufer und er somit keine „Kohle“ zum Leben. So einfach sind die Regeln früher gewesen und auch wohl fast heute, wenn es auch in vielen Ländern so etwas wie Hartz IV gibt.

Basel lädt ein und man sollte die Gelegenheit nutzen, denn leider ist dies keine Wanderausstellung die auch nach Berlin oder Hamburg kommt, denn dann könnten ja die Hartz IV Empfänger auch hingehen. Doch das verstehen unsere Kulturmacher und Politiker eh nicht, dass auch Menschen ohne Kohle Kunst lieben, sehen wollen und schätzen. Doch dazu bräuchten wir zum Beispiel in Berlin einen Kultursenator der nicht nur „wowi“ langweilig ist, sondern sich auf macht und statt Partys bis zum Ende durchzustehen, sich um Kultur kümmert.

Begnügen wir uns also im Internetcafe mit der sehr guten Internetseite der Ausstellungsmacher von Basel, wo wir einige Bilder in Picsformat uns ansehen können und schauen wir der Sonne zu, wie sie über der Spree hinter Berlin untergeht.

* http://www.zeit.d...e-van-Gogh **http://www.vangog...

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Schlüsselwörter: Vincent van Gogh | Basel | Sommerabend | Internetcafe | Unbehaglich
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