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Politik: Welt

USA vereiteln GSG9-Einsatz zur Geiselbefreiung in Somalia

Obama-Sicherheitsberater James Jones verweigerte Kooperation im Kampf gegen die Piraten

Wenig Hilfe, genauer gesagt keine Hilfe, bekam Deutschland jetzt vom NATO-Bündnispartner USA. James Jones, Sicherheitsberater der neuen US-Regierung von Barack Obama verweigerte seine Zustimmung zur Geiselbefreiung durch Einsatzkräfte der GSG9 aus der Hand der Piraten vor Somalia.

Es ging um die Geiseln auf dem am 4. April 2009 gekaperten deutschen Containerfrachter Hansa Stavanger. Offenbar plante die Bundesregierung bereits seit längerer Zeit die Geiselbefreiung. So waren bereits Anfang April die ersten Pressemeldungen veröffentlicht worden, wonach ein 200 Mann starkes GSG9-Kommando mit sechs Hubschraubern die Geiseln aus der Hand der Piraten befreien sollten. Die Einsatztruppe war schon zu diesem Zeitpunkt unterwegs nach Kenia. Der Einsatz musste aber abgebrochen werden, weil die Piraten den Standort des Frachters in die Bucht von Harardere in Somalia verlegt hatten.

Nun war die endgültige Geiselbefreiung für Anfang Mai vorgesehen. Doch auch diese Aktion wurde von der Bundesregierung gezwungenermaßen in buchstäblich letzter Minute abgeblasen. Nun bleibt das Schicksal der 24köpfigen Besatzung, unter ihnen fünf Deutsche (der Kapitän und vier leitende Offiziere) weiterhin ungewiss. Am 7. April hatten sich die Piraten telefonisch bei der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg und ein Lösegeld in Höhe von knapp 5 Millionen US-Dollar, wie es in Presseberichten hieß, gefordert. Die Reederei habe bisher, wegen der bevorstehenden Befreiungsaktion, nicht gezahlt. Nun sei man allerdings wieder in Verhandlungen mit den Piraten getreten.

Die Geiselbefreiung stand eigentlich schon kurz bevor und heute hätten die Geiseln schon längst frei sein können wurde spekuliert, wenn, ja wenn die Aktion nicht an der notwendigen Erlaubnis der US-Regierung gescheitert wäre. Obama-Sicherheitsberater James Jones verweigerte aus angeblichen Sicherheitsbedenken um das Leben der Geiseln und der Einsatzkräfte die Zustimmung der US-Regierung. Diese war erforderlich, weil die Aktion vom US-Hubschrauberträger Boxer gestartet werden sollte.

Mit zu den Sicherheitsbedenken wird auch die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass die Piraten offensichtlich über eine mögliche Befreiungsaktion informiert waren und die Wachen verdoppelt hatten. Allen voran hatte wohl der Spiegel über die bevorstehende Befreiungsaktion berichtet, denn er wurde in vielen Zeitungsmeldungen (darunter bereits Berichte vom 9. April 2009) quasi als Quelle herangezogen und zitiert. Damit muss sich das Magazin wohl auch eine gewisse Mitschuld am Scheitern der Aktion zuschreiben lassen, denn durch Vorabveröffentlichungen wurden die Piraten ganz augenscheinlich vorgewarnt.

Foto: H. Kowalewski, pixelio.de
Foto: H. Kowalewski, pixelio.de
Wie die Medien auch berichteten, war man in Regierungskreisen geteilter Meinung über den geplanten Einsatz. Das Auswärtige Amt soll dem Innenministerium auch vorgeworfen haben „ohne Not die US-Regierung eingebunden zu haben“. Derweil geht die Piraterie in großem Stil weiter und am 6. Mai 2009 wurde auch der nächste deutsche Frachter gekapert. Die Bundesmarine ist zwar vor Ort aber mehr oder weniger machtlos. Zu zerstritten ist man sich in unserer Regierung was man dort machen soll und darf und was nicht. Es erscheint gerade so, als sei unsere Marine nur dort um zu sagen: „Hallo, uns gibt es auch – aber keine Angst, wir lassen euch in Ruhe – also, macht nur weiter so“

Entsprechend sind auch die Online-Kommentare zu den Presseartikeln im Web und in diversen Foren. Es wird langsam Zeit, dass die Deutschen auch mal den Mut zum Handeln – zum eigenständigen Handeln – aufbringen und nicht als Marionetten unserer so genannten „Partner“ unbeteiligt sich Gefahren aussetzen und Handlanger der selbsternannten Weltpolizei USA spielen. Die sind nicht so zimperlich mit Menschenleben wenn es um die eigenen Interessen (wie beispielsweise im Irak-Krieg) geht…

Foto: Die Deutsche Fregatte Mecklenburg Vorpommern. Fotoquelle: © H. Kowalewski, PIXELIO.de.

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Schlüsselwörter: Piraterie | Piraten | Somalia | Frachter | Hansa Starvanger | GSG9 | James Jones | Geiseln | Geiselnahme | Erpressung | Lösegeld | Lösegeldforderung
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Kommentare

am 09.05.2009 11:52:34 (91.65.27.xxx) Link Kommentar melden
Das zeigt nur wieder einmal, es gibt keine ausreichend militärische Führung, keine eigenständigen Handlungsbereich und auch die Notwendigkeit an dieser Stelle zur Erfordernis der Kernsanierung Deutschlands und vor allen Dingen, der Wiederherstellung Deutschlands. Das sage ich als Ureuropäer!

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