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Wirtschaft & Finanzen: Steuern & Steuerrecht

Steuererklärung 2008 Stichtag 31.5.2009

Langsam aber sicher und unaufhaltsam rückt der Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung 2008 immer näher. In diesem Artikel möchte ich Euch ein paar Hinweise zur Erstellung der Steuererklärung geben. Wie jedes Jahr endet am 31.5. die Frist zur Abgabe der Einkommenssteuererklärung für das vorangegangene Kalenderjahr. Ausnahmen gibt es nur, wenn ein Steuerberater beauftragt wurde. Dieser kann dann eine Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärung beantragen. Die verlängerte Frist endet dann am 31.12., also für das Jahr 2008 am 31.12.2009.

Sollte man keinen Steuerberater beauftragt haben, der eine Fristverlängerung beantragt hat und bis zum 31.5.2009 keine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht haben, wird man sehr schnell Post von der Finanzbehörde bekommen. Inhalt des Schreibens wird eine Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung innerhalb einer bestimmten Frist sein. Lässt man auch diese Frist verstreichen, wird das Finanzamt eine Schätzung der nachzuzahlenden Steuern von Amts wegen vornehmen. Und in einem könnt Ihr Euch sicher sein, die Schätzung wird erheblich über der wirklich zu zahlenden Steuerlast liegen und Erstattungen wurden meines Wissens in solchen Schätzungen noch nie festgelegt.

Gegen die Schätzung der Steuern durch das Finanzamt, kann man sich durch Abgabe der Steuererklärung und gleichzeitigen Widerspruch wehren. Sollte man auch diese letzte Möglichkeit ungenutzt verstreichen ist eigentlich alles zu spät und man ist gezwungen, den geschätzten und viel zu hohen Nachzahlungsbetrag an das Finanzamt zu entrichten. Das Finanzamt wird seinen Anspruch mit allen notwendigen Mitteln (Pfändung etc.) durchsetzen, dessen könnt ihr euch bewusst sein. Um dieser nicht notwendigen Ausgabe zu entgehen hilft nur das rechtzeitige Abgeben der Steuererklärung.

Es soll zwar in Einzelfällen schon dazu gekommen sein, dass das Finanzamt auch viel später eingereichte Steuererklärungen anerkannt hat, aber darauf solltet ihr euch nicht wirklich verlassen!

Änderungen für das Jahr 2008

Für das Jahr 2008 ergeben sich einige Veränderungen zu den Vorjahren, auf die bei der Erstellung der Steuererklärung geachtet werden sollten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen zu denen auch Handwerkerleistungen gehören, sind in 2008 auch absetzbar, wenn sich die Wohnung im EU-Ausland befindet. Absetzbar sind 20 Prozent bei einer festgelegten Obergrenze von 3000 Euro sind maximal 600 Euro absetzbar.

Altersvorsorge

Einzahlungen in die Riester-Rente sind bis zu einem Betrag von 2100 Euro absetzbar. Gezahlte Beiträge in eine Rentenversicherung sowie in die sogenannte Rürup-Rente sind bis zu 66 Prozent und einem maximalen Betrag von 20000 Euro im Jahr anrechenbar.

Pendlerpauschale

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gilt nun auch wieder die alte Pendlerpauschale und zwar rückwirkend zum 1.1.2007. In der Steuererklärung für das jahr 2008 kann nun wieder der komplette Arbeitsweg (eine Strecke) ab dem ersten Kilometer geltend gemacht werden (30 Eurocent für jeden Kilometer).

Sparerfreibetrag

Seit 2007 wurde der Sparerfreibetrag herabgesetzt. Für Alleinstehende sind nur noch 801 Euro und Verheiratete 1602 Euro an Zinsen steuerfrei. Das ist fast eine Halbierung des alten Sparerfreibetrages und wird viele Steuerzahler belasten. Alle Zinsen die über diese Freibeträge gezahlt wurden, müssen angegeben werden und werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.

Foto andrmorl pixelio.de
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Spenden

Spenden werden nun einheitlich absetzbar. Diese können bis zu 20 Prozent des gesamten Einkommens von der Steuer abgesetzt werden. Sollten Sie mehr als 20% ihres Einkommens gespendet haben, kann der Betrag der die 20 Prozent des Einkommens übersteigt auf das nächste Jahr vorgetragen werden und dann dort geltend gemacht werden.

Ehrenämter und Übungsleiter

Für nebenberufliche Tätigkeiten wie z. B. Jugendtrainer, Erzieher u. ä. kann man in 2008 2100 Euro steuerfrei dazuverdienen. Für ehrenamtliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel in Vereinen, kann man ohne Einzelnachweis 500 Euro steuerfrei dazu verdienen.

Kosten für Steuerberatung und Steuererklärungssoftware

Seit 2006 lassen sich diese Kosten nur noch im begrenztem Maße geltend machen. Die Kosten für einen Steuerberater sind nicht mehr im vollen Umfang absetzbar. Für das Ausfüllen des Mantelbogens der Steuererklärung entfällt die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit. Die Kosten die bei der Ermittlung der Einkünfte entstehen, sind weiterhin im vollen Umfang absetzbar. Euer Steuerberater muss in seiner Rechnung eine detaillierte Aufstellung der Kosten vornehmen, damit das Finanzamt erkennen kann, welche Kosten für welche Arbeit angefallen sind. Nur wenn diese Aufschlüsselung vorliegt werden die Kosten anerkannt. Aber das sollte eigentlich jeder Steuerberater selber wissen! Müsst Ihr Euren Steuerberater auf diesen Umstand hinweisen, ist es an der Zeit sich einen Anderen zu suchen.

Erstellt man die Steuererklärung mit Hilfe einer Steuererklärungssoftware selber, erkennt das Finanzamt in der Regel bis zu 100 Euro an, obwohl man auch hier aufschlüsseln müsste, wie viel des Anschaffungspreises der Software für die einzelnen Teile der Steuererklärung anfallen. Das ist unmöglich, deswegen hier die pauschale Anerkennung der Softwarekosten bis maximal 100 Euro. Die meisten Softwareanbieter bieten Programme die weit unter dieser Grenze liegen.

Arbeitszimmer und Arbeitsmittel

Etwaige Kosten für ein Arbeitszimmer zu Hause i.H.v. 1250 Euro können nur noch in Ansatz gebracht werden, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt des Berufes darstellt. Ein gelegentlich genutztes Arbeitszimmer ist nicht mehr absetzbar. Von dieser Regelung ist ein angemietetes Arbeitszimmer nicht betroffen, denn dieses ist ja kein häusliches Arbeitszimmer.

Unabhängig vom häuslichen Arbeitszimmer oder nicht, können die Kosten für Arbeitsmittel wie Bürostuhl, Schreibtisch und Computer etc. in voller Höhe geltend gemacht werden.

Ich hoffe ich konnte Euch ein paar nützliche Tipps zu Erstellung Eurer Steuererklärung geben. Die aufgezählten Sachverhalte sind bei weitem nicht alles auf das man achten muss. Solltet Ihr Probleme mit der Erklärung haben, einfach zum Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereins Eures Vertrauens gehen, die helfen Euch bestimmt weiter.

Foto andrmorl www.pixelio.de

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Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
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Schlüsselwörter: Steuererklärung | 2008 | Finanzamt | Steuerberater | Pendlerpauschale | Haushaltsnahe Dienstleistungen | Altersvorsorge | Sparerfreibetrag | Spenden | Ehrenämter | Übungsleiter
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Kommentare

am 06.05.2009 09:41:18 (217.83.85.xxx) Link Kommentar melden
Sehr guter Artikel, nur eines ist immer noch nicht geklärt, ist die Lohnensteuerkarte nun eine Urkunde oder nicht. Meine Petition mit 3 Lohnensteuerkarten für den gleichen Zeitraum 2007 ist immer nocht beantwortet worden.
Nebenberufliche Einkünfte sollte man die überhaupt beantworten?
am 06.05.2009 19:06:57 (91.65.27.xxx) Link Kommentar melden
Lobenswerte Arbeit, die Dank verdient. Sie hat nur einen Fehler. Die Angabe, Wohnungen im EU-Ausland seien absetzbar, kann nicht stimmen. Mir ist nicht bekannt, daß Zweitwohnungen etc. in Marokko oder auf dem Mars von der Steuer absetzbar sind. Oder sollte hier das EU-Binneland gemeint sein?
Nett gemeinte Frage: auch von der Sprachmanipulation geküßt?
Tepes
am 07.05.2009 09:09:44 (77.184.24.xxx) Link Kommentar melden
@ Karow

es geht nicht darum as Wohnungen im EU-Ausland absetzbar sind, sondern das haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen welche für Wohnungen im EU-Ausland erbracht wurden, genau so absetzbar sind wie Leistungen die für Wohnungen erbracht wurden, die sich in Deutschland befinden.

Das mit der Sprachmanipulation habe ich nicht ganz verstanden (vielleicht liegt es ja an der Zeit, bin Nachtschwärmer und gerade aufgestanden Wink )
am 07.05.2009 10:38:29 (91.65.27.xxx) Link Kommentar melden
Verstehe ich das richtig? Also doch in Morokko oder auf dem Mars?
am 01.06.2009 02:34:42 (217.83.62.xxx) Link Kommentar melden
Ein weiteres großes Problem bei der Steuerklräung ist die selbstfinanzierte Umschulung oder Weiterbildung. Was ist absetzbar?
Die Finanzämter arbeiten hier so unterschiedlich, das man sich fragt, was gilt eigentlich bundesweit?
365
am 24.01.2010 20:29:26 (78.51.168.xxx) Link Kommentar melden
Hier mal ein Artikel der sehr interessant ist:
2-Jahresfrist gekippt: Unverhoffte Steuerrückzahlungen winken!

http://www.akademie.de/private-finanzen/sparen-altersvorsorge-vermoegensbildung/tipps/sparen-vermoegen-altersvorsorge/unverhoffte-steuerrueckzahlungen.html
365
am 24.01.2010 21:26:33 (78.51.168.xxx) Link Kommentar melden
@ Chaim,

ich hatte mal die Erfahrung mit dem FA gemacht, dass die meine Einkommenssteuererklärung abgelehnt haben, weil zu spät eingereicht. Ich hab Widerspruch eingelegt mit Hinweis auf das anhängige Verfahren. Ich bin nicht selbstständig. Wink
365
am 24.01.2010 21:43:28 (78.51.168.xxx) Link Kommentar melden
Wink, naja ich war noch nie in meinen ganzen Leben selbständig und werde das auch nie werden. Na wenn ich nen Steuererklärung abgebe, muss ich Angaben machen, ob aus nichtselbständiger Tätigkeit, dann weiss das FA das doch...
365
am 24.01.2010 22:12:30 (78.51.168.xxx) Link Kommentar melden
Ich brauche auch keine Steuerberatung Smile. Klar kann man mal was vergessen, jedoch ist es ziemlich eindeutig, wenn man sie die Formular anschaut. Bei nichtselbständiger Tätigkeit bekommt man die Lohnsteuerbescheinigung, wo alle Daten drin stehen. Ich möchte mich hier auch nicht rumstreiten, ich wollte eigentlich nur den Hinweis geben, dass die 2 Jahresfrist gekippt wurde und man jetzt 7 Jahre Zeit hat.

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