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„Das gelbe Haus“ von Vincent van Gogh.

Ein Gemälde als Symbol für die Ausgrenzung eines Menschen.

Das gelbe Haus Vincent van Gogh
Das gelbe Haus Vincent van Gogh
1888 entstand das Gemälde „das gelbe Haus“. Van Gogh wollte wohl dem grauen Winter von Paris entkommen und siedelte deshalb nach Arles in „das gelbe Haus“ um, um unter anderem die „blauen Töne und heiteren Farben“ des Südens zu finden.

Im Gemälde „das gelbe Haus“, in Öl auf Leinwand verwendete van Gogh seine neue Lieblingsfarbe Blau für den Himmel, der typisch für den Süden am Tage ist, wenig Tiefe hat und fast mauerartig wirkt, was zum Motiv jedoch hervorragend passt. Aber auch in den vielen Fenster spiegelt sich eine Blaumischung wieder, die jedoch bei einem Haus generell fehlt. Arles sollte für van Gogh so wohl Himmel als auch Höhle werden, denn er konnte 137 Bilder in nur etwa 18 Monate malen. Und das in freier Natur, was er schon gerne in Paris zu vor gemacht hatte und somit auch mit verschiedenen Maltechniken experimentieren konnte.

In Arles zog er im Februar 1888 in das gelbe Haus, das als Gemälde wohl unter zwei weiteren Namen bekannt wurde. Einmal „das gelbe Haus 2“ oder „die Straße“. Viele Kunsthistoriker haben später versucht, diesen letzten Ort von Vincents Leben außerhalb der dann folgenden Zeit in der Nervenheilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy-de-Provence zu erforschen und zu fotografieren*. Die Nervenheilanstalt, einen Ort den er selber wählte, um seinen Bruder und sich selber zu schützen, blieb dann der Lebens- und Schaffensmittelpunkt bis zu seinem Tode.

Von daher hat „das gelbe Haus“ neben den spannenden Farb- und Formkompositionen eine mystische Komponente, die sich in den Fenstern des „gelben Hauses“ wieder spiegelt. Einmal fällt auf, dass sein „gelbes Haus das Zentrum des Bildes ist. Ringsherum ein Häuserblock jenseits eines Bahndamms, der darauf hindeutet, die Wohngegend lag abseits des Stadtzentrums. Rechts von seinem Haus führt eine Straße zum Bahndamm mit einer Unterführung vorbei an einem Restaurant, vor dem mehrere Gäste im Freien sitzen. Dieser Gruppe nähern sich zwei Frauen mit einem Kind. Links von seinem Haus ein Ladengeschäft, vor dem eine ältere Frau sitzt und sich eine weitere Frau und im kurzen Abstand ein Mann nähert. Die Fenster der Häuser sind freundlich und mit Blau bis hin zu Grün kurz skizziert und hellen das gesamte Bild mit auf.

Nur eines fällt auf, schaut man sich die Eingangstür und das daneben, sowie darüber liegende Fenster an, so fällt auf, diese sind in Schwarz gehalten. Offenbar ein Hinweis auf das Leben im Haus, das der seelischen Verfassung van Goghs entsprechen könnte, der mehr und mehr an „Anfälle(n)“ verbunden mit Wahnvorstellungen, Albträumen sowie Depressionen litt.

Das „gelbe Haus“ ist wie der Blick auf einen Menschen, von dem man gerne wissen möchte, was ist in ihm los. Einen Eintritt durch die Türe, wie ihn Paul Gaugin am 23. Oktober 1888 das erste Mal machen durfte und der für beide Maler jedoch leider tragisch endete, bleibt uns bekanntlich verwehrt. Vincent verstümmelte sich morgens nach einem Streit mit Gaugin am rechten Ohr, zum ersten Mal ein direkter Hinweis auf seine seelische Krankheit, Zerrissenheit und Ausgegrenztheit aus der bürgerlichen Welt, die ihn sogar mit einer Petition vor einer Rückkehr aus der Heilanstalt in das „gelbe Haus“ abhalten wollte. Eindeutiger Kann man einen Menschen wohl nicht ausgrenzen. Mit seinem Gemälde vom gelben Haus gibt Vincent van Gogh mehr Einblick in seine „innere Welt“, als wir jemals erahnen können, zu sehr ist unser Blick durch die „Brille“ des Analytiker geprägt, der nicht die Feinheiten der Bildsprache auf sich wirken lassen will, weil er Angst hat vor seinem eigenen seelischen Wohlbefinden.

Ich halte „das gelbe Haus“ für das Bild mit der größten Magie und Psychologie, das uns Vincent van Gogh hinterlassen hat. Ein Bild das heute den Ausgegrenzten und Opfern der Gesellschaft gewidmet werden könnte.

Quellen: * Manche gehen davon aus, dass es heute wie unter den Fotos auf der Internetseite „aussieht, größer als die anderen Gebäude ist und eine großes Restaurant befindet sich darin.

http://de.wikiped...t_van_Gogh

http://www.grin.c...rylmalerei

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Schlüsselwörter: Ausgrenzung | Blau | Das gelbe Haus | Vincent van Gogh | Arles | Paris | Paul Gaugin | Nervenheilanstalt.
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