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Horrorszenario: Malaria bald auch bei uns durch Stechmücken übertragen?

Durch den Klimawandel könnten Tropenkrankheiten auch in Europa wieder auftreten

Foto: Lutz Haberecht, Pixelio
Foto: Lutz Haberecht, Pixelio
Malaria – Diese Krankheit ist für die meisten Europäer heute kaum ein Thema. Sie wird als „Tropenkrankheit“ bezeichnet und damit hat man allenfalls zu tun, wenn man in tropische Gefilde reist, die als Malariagebiete ausgeschrieben sind. Kaum jemand weis heute noch, dass es nicht einmal 60 Jahre her ist, wo sich noch Menschen in Deutschland mit Malaria infizierten. Und die Experten warnen: „Die Malaria könnte nach Deutschland zurückkommen.“

Vor wenigen Tagen fand ich in unserer Tageszeitung eine kleine Notiz mit der Überschrift „Malaria auch in Deutschland eine Gefahr“ (Westfälische Rundschau, Ausgabe 195, 25.04.2009). Demnach hatte kürzlich Christian Meyer vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg entsprechende Äußerungen gemacht, dass, gefördert durch den Klimawandel, „Tropenkrankheiten“ wie Malaria und Dengue-Fieber in den nächsten Jahrzehnten auch in Deutschland durch Stechmücken (wieder) übertragen werden könnten. Er mahnte hier dringend entsprechende Untersuchungen an.

Wer sich nun eingehender mit diesem Thema auseinandersetzt, wird bald feststellen, dass diese Ansicht nicht nur die dramatisierte Meinung eines Einzelnen ist. Immer wieder wurde von Experten der Tropenmedizin in den letzten Jahren auf diese Möglichkeit hingewiesen. Die naturnahe Gestaltung von Gewässern (aus Umweltschutzgründen), der Klimawandel, Fernreisen in tropische Länder und die weltweite Globalisierung könnten schon bald dazu beitragen, dass solche Krankheiten wie Malaria nach Europa – und auch Deutschland – zurückkommen.

Dass dies durchaus möglich ist, beweist ein Fall aus Duisburg, der erst wenige Jahre zurückliegt. Ein kleines Mädchen aus Angola, das den Malariaerreger im Blut hatte, wurde in einem Duisburger Krankenhaus behandelt. Wegen der herrschenden Hitzeperiode waren die Krankenhausfenster ständig geöffnet. Kurz darauf erkrankten zwei weitere Kinder, die wenige Zimmer weiter untergebracht waren ebenfalls an Malaria. Beide waren niemals in einem Malariagebiet gewesen. Im Rahmen der Untersuchungen stellte sich heraus, dass in der Nähe des Krankenhauses eine Stechmückenkolonie existierte, die den Malariaerreger übertragen konnte. Dies wurde als einzige mögliche Ursache der Erkrankung festgestellt. (Ausführlich nachzulesen hier.)

Noch im 19. Jahrhundert gab es kleinere Malaria-Epidemien an der deutschen Küste. Hier vermehren sich die Anopheles-Mücken in den dortigen Feuchtgebieten besonders gut. Und nicht einmal 60 Jahre ist es her, da infizierten sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg Soldaten mit Malaria, die ihr Lager bei Düsseldorf in den Rheinwiesen aufgeschlagen hatten. Der Düsseldorfer Parasitologe Prof. Heinz Mehlhorn sagte: „Die Mücke, die Malaria überträgt, haben wir schon hier!“. Und tatsächlich, es gibt in Deutschland sechs Arten der Anopheles-Mücke, die Malaria übertragen könnten! Dabei spielt vor allem auch das Klima, genauer gesagt die Wärme, eine entscheidende Rolle. Damit es zu einer solchen Übertragung kommen kann, muss über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen Tag und Nacht eine Mindesttemperatur von 18 Grad herrschen. Das hat es auch in der Vergangenheit schon oft gegeben und wird dank der allgemeinen Klimaerwärmung in Zukunft noch häufiger der Fall sein.

Noch länger als bei uns zählten Teile von Italien als Malariagebiet. So wurde Sizilien beispielsweise von der WHO erst im Jahre 1970 als malariafrei eingestuft.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts kehren jährlich zwischen 500 und 1.000 Auslandsreisende mit dem Malariaerreger nach Deutschland zurück. Außerdem werden sich bei steigenden Temperaturen die Mückenbestände drastisch erhöhen. Je größer die Anzahl der Mücken ist, je größer auch die Zahl derer die gestochen werden. Werden Malariainfizierte gestochen, nehmen die Mücken mit dem Blut dieser Personen auch den Erreger auf. Dieser wird später, wenn die Mücke andere Personen sticht, auf diese übertragen. Das ist überall auf der Welt so und das wird auch bei uns so sein. Die Frage lautet also nicht: „Ist dies möglich?“ – sondern schlichtweg: „Wann wird es dazu kommen?“

All die Touristen, die sorglos in Malariagebiete reisen und keinerlei Vorbeugung treffen, tragen mit dazu bei, dass dieser Zeitpunkt schneller kommt als uns lieb sein kann. Gerade auch Thailand ist ein Malarialand. Aber kaum einer der Thailandurlauber trifft Vorbereitungen bzw. beugt der Malaria vor. Auch dies beweist, wie sorglos wir mit einer Gefahr umgehen, die nicht unterschätzt werden sollte…

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Schlüsselwörter: Malaria | Malariagebiet | Stechmücke | Thailand | Anopheles | Anopheles-Mücke | Tropenkrankheit
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