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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Weltkrise in Zeiten des Umbruches

Analyse und Aussicht zur Überwindung der Weltwährungskrise

Foto geralt pixelio.de
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Paris/Berlin/London, Washington 01.05.2009

Weltkrise in Zeiten des Umbruches

Prof. Dr,. Wilhelm Hankel nimmt zu diesem Grundthema, von einer anderen Warte aus, in der Ausgabe Nr. 198/09 v. 01.Mai 2009 „Junge Freiheit“, ausführlich Stellung zur Weltwährungskrise, deren Ursachen und möglichen Auswirkungen und Veränderungen.

Anders als Prof. Dr. Wilhelm Hankel waren wir begründet eigentlich immer Anhänger des Euro. Diese Anhängerschaft speiste sich aus der Überlegung, daß die DM schon in der Krise war und sich der Lira annäherte, bevor die Wiedervereinigung einen Aufschub einer DM-Krise gewährte. Die sich dann abzeichnende und fortsetzende Krise der DM, also des Wertverlustes inflatorischer Art, wenn auch immer noch stärkste Stütze des EU-Wirtschaftsraumes, nach dann im Jahre 1996 ca. ihre Fortsetzung. Die Einleitung der Währungsschlange und Währungsstabilität als Vorstufe zur Einführung des Euro durch Helmut Schmidt als Weltökonom, hatte seine Berechtigung und seine richtige Sichtweise aufgrund eines ganzheitlichen Denkens und richtiger Analyse. Und dieser Stand einst in Gegensatz zu den schon damals geäußerten Bedenken vor Prof. Dr. Hankel. Ob Herr Prof. Dr. Hankel nun eine späte Bestätigung seiner Bedenken und Warnungen heute erfährt, mag vordergründig so aussehen, muß jedoch nicht so sein. Denn die Analysen von Prof. Dr. Hankel, so bestechend Sie sind und so richtig sie in der Wirkung heute erscheinen, haben jedoch einen Schönheitsfehler. Sie beschreiben ein Szenario der Auswirkungen falscher Entscheidungen und Ausuferungen eines Bankensystems, daß man politisch förderte aufgrund des Zusammenbruches des kommunistischen Weltanschauungssystems zu einem autarken Marktsegment. Dieses Marktsegment entwickelte sich in Folge zu einem eigenen Wertschöpfungsprinzips mit mafiosen Strukturen, welches durch Weltgroßkonzerne und geheimer Zirkel (Bilderberger), was zwischenzeitlich als gesichert angesehen werden kann und nicht dem Gespinst von Gehirnen entspringt die überall Weltintrigen wittern, zur allgemeinen Verwerfung und Weltgefahr, angewachsen sind.

Der Euro war in seiner Grundidee und mit den Bestrebungen der zähen Verhandlungen aus der BRD in Sachen Stabilitätskriterien, richtig angedacht und auf die EU-Kernstaaten der Neun, anfänglich beschränkt. Die Entwicklung ging jedoch darüber hinweg und die deutschen Kriterien wurden durch die übereilte Erweiterung, wie von Prof. Dr. Hanke richtig beschrieben, seiner Sicherungsfunktionen beraubt, da mit 27 Ländern, die letztendlich Ihre Weichwährungen durch die Umwandlung in den Euro sozialisierten, der Euro für sich schon, zur Weichwährung werden dürfte, bzw. die Gefahr des Scheiterns erlegen ist.

Nun ist aber auch zu erkennen, daß der Euro sich durch zu schnelle geografische Ausdehnung überdehnt hat und seiner Substanz aus noch anderen Gründen gefährdet ist. Eine dieser Gefährdungen ist der Umstand, daß die EU-Binnenstaaten sich nicht an Gemeinschaftsregeln hielten, sondern diese wie im klassischen Nationalstaat üblich, die Wirtschaften und Währungen letztendlich wie zu alten Tagen, also wie vor dem Gemeinschaftsbeitritt, händelten. D.h., die Verlockung der starken Gemeinschaft veranlasste zu viele Teilnehmerstaaten, drauf los zu wirtschaften und sich einen Standard in zu kurzer Zeit zu gönnen, für die die alte EU Jahrzehnte benötigte und die Substanz der Brutto-Sozial-Produkt gesicherten Gemeinschaftswährung, verwässerten. Eine weitere wesentliche Verwässerung des Euro, und dieses wird sich noch viel gravierender in der Zukunft auswirken, ist die Tatsache, das die beteiligten Staaten mit der EU-Währung eine klammheimliche, leise und kalkulierte Teilwährungsreform, durchführten. Das konnte jeder Bürger am ersten Tag der Umstellung, in Teilen schon seit Oktober vorher, feststellen. Allein durch eine Preisanpassung, die im Durchschnitt um 30 % höher lag, als es vor Einführung des Euro der Fall war. Die Lebenshaltungskosten sind schon im ersten Jahr der Einführung, Europaweit meist um 30 % angestiegen. Außer in den Ländern, die rechtzeitig vorher und mit Nachlaufzeit, eine Preisfestschreibung veranlassten. Was in den meisten Kernländern verhindert wurde. In Folge kam es zu Kaufkraftverlusten, da eben das Einkommen zum festgeschrieben Kurs umgewandelt wurde. Hier baute sich eine Kluft auf, die die Preissituation der Einkommenslage nach unten zog, die Einkommen der meisten Unternehmen nach oben hob und einige Jahre später, die Steuereinnahmen der beteiligten Staaten, fast explodieren ließen. Das alles als Strohfeuereffekt führte zu Begehrlichkeiten, die das Geldsystem zu einem eigenen Wertschöpfungsprinzip entarten ließ. Und hier hat Herr Prof. Dr. Hanke in seinen Analysen sicherlich recht, wenn er davon redet, das das Bankensystem, neudeutsch im politischen Sprachgebrauch als Heuschrecken bezeichnet, sich ihren eigenen, unkontrollierten Markt erschaffen haben, der unter Ausnutzung der Globalisierung und der neuen Freiheit als Ergebnisses des vermeintlichen Sieges des eigenen Systems zum vergangenen Konkurrenzsystem des Ostblockes, alles zuließ. Und das der Euro, wie der Dollar, sich von der Goldsicherheit verabschiedet haben, tat ein Übriges.

Die Goldsicherung der Nationalwährungen wurde mit Umstellung und Einführung auf den Euro, auf die Dollargrundlage umgestellt. Und allein dieser Umstand führt dazu, daß die USA heute in der Krise ihre Geldpressen anwerfen können, da die Dollarvermehrung eben zu einem sich auf den Wert des Euro stützt und zum anderen auf Weltwährungsbestände des Dollars, die alle Staaten in den Abgrund reißen würden, würden Sie den Dollar heute einfordern wollen. D.h., die Bilderberger etc., haben ganze Arbeit geleistet und die Welt in einer Weise von sich abhängig gemacht, die entweder eine neue Weltordnung begründen oder die Welt in einen großen Krieg stürzen können. Die durchgesickerten Bestrebungen deuten auf eine neue Weltordnung unter Führung nicht der USA als Staat hinaus, sondern eher an die Führungen im Hintergrund, die zu einer Art Weltregierung und Weltbeherrschung, die die Finanzmachtzentren der Welt und Ihrer Hintermänner, die sich lange aus nationalstaatlichen Denkarten und Vorstellungen entfernt haben, als neue Machtführung dieser Welt, etablieren.

Nicht umsonst wird in China wie in Russland darüber nachgedacht, mehrere Weltwährungen zuzulassen, um die Einseitigkeit der Abhängigkeit vom US-Dollar, wo noch immer das führende Machtzentrum besteht und von wo aus die Erpressungen an alle bestehenden Staaten ausgehen, zu neutralisieren und mehr Mitsprache zu erhalten. Ein weiterer Negativumstand ist die Tatsache, daß es Europa bis heute nicht geschafft hat die Chance, die sich aus der Auflösung der UDSSR und der Befreiung der europäischen Gebiete für Europa ergab, in dem Sinne zunutzen, die Vision Putins und der Annährung an Europa und einer neuen europäischen Sicherheitsstruktur, die eben auch die Wirtschaft mit einbezog, zu nutzen. An Stelle der Einsicht behielten die alten Betonköpfe der Frontstellungen zur Russland in Europa die Oberhand und unter amerikanischer Führung der Bushadministration, wurde Russland, auch wenn gewandelt und dem Westen zugewandt, in Fragen der Außenpolitik in die alte Rolle des „roten Zarenreiches“ gezwungen. Und das Europa sich als Brücke zwischen den USA und der neuen Partnerschaft des eurasischen Kontinents und des Bekenntnisses Russlands zu Europa erweist, wurde die Chance einer gemeinsamen Zukunft, wie geschichtlichen Schicksals auf dem engen Teilkontinent Europas, schändlich vertan und Russland vor den Kopf gestoßen.

Auch das wird sich negativ monetär auf die Zukunft Europas und seiner Wirtschaftsstellung und Zukunftssicherheit in der sich schnell wandelnden Welt, auswirken. Europa hat lange seinen Zenit überschritten und kann nur durch Neubestimmung seiner Nationalstaaten wie der Form einer Zusammenarbeit auf Dauer, Bestand haben.

Auf der anderen Seite der Entwicklungen, die zur Weltfinanz- und damit zur Weltwirtschaftskrise geführt haben, ist das Unverständnis der Europäer, das die Welt zunehmend im arabischen Raume und in Asien stattfindet. Nicht umsonst orientieren sich die USA in den pazifischen Raum. Und sein geschichtlicher Hinterhof seiner ehemaligen Herkunft, also Europa, planen sich die USA und Ihre Finanzweltstrategen, durch Abhängigkeiten in der Weise zu sichern, daß sie sich hier nicht mehr so sehr konzentrieren und engagieren müssen, da Europa durch Währung und Nato derart an die USA gebunden sind, das es als eigene Provinz betrachtet wird. Und da sind die Uneinigkeit und die zu schnelle Ausdehnung der EU, nur recht. Denn die Klammer für Europa wird noch verstärkt durch die Abhängigkeit der BRD und der ungelösten deutschen Frage, sowie der Urängste der neuen Ostländer, speziell der der Polen und der Tschechei, die sich mehr den USA verschrieben haben als der EU. Das zeigt sich speziell in der Raketenfrage, die nicht zur Sicherheit der USA vor iranischen Raketen oder als Schutz vor Russland angelegt und ausgelegt ist, denn eine Gefährdung Russlands oder ein Schutz vor Russland ist damit nicht herzustellen, sondern sie dient einzig der Verstärkung der Klammer als Schutz vor einem souveränen Deutschland und zur Disziplinierung der deutschen Politik und der Aufrechterhaltung von Abhängigkeiten zu den USA, und damit wiederum auch zur Abhängigkeit Europas zum atlantischen Bündnis angelsächsischer Wirtschafts-, Finanz- und Weltführungsvorstellungen in Konzert mit Groß Britannien, die gegen deutsche Wert- und Wirtschaftsvorstellungen, so lange Krieg geführt haben.

Hinter dieser deutsch-europäischen Krise verstecken sich die heutigen Probleme und die Gefahr, daß Europa daran zerbricht, ist gewaltig. Dennoch gibt es kaum eine Alternative zum Zusammenschluß Europas und des Euro. Und hier hat Herr Prof. Dr. Hankel eigentlich auf einen Ausweg aus der Krise für Deutschland und Europa hingewiesen, ohne den Rückfall in nationale Währungen und Wirtschaftsordnungen machen zu müssen. Das System der Sonderziehungsrechte als Korrektiv der Wirtschaftsgebiete, die im Währungsverbund sich widerspiegeln. Und hier kann man sich auch neu besinnen, die EU auf eine andere demokratische Grundlage zu stellen als Vorraussetzung des zukünftigen Zusammenhaltes. Man solle sich vielleicht an die Ideen von Charles DeGaulle erinnern, der sich eine neue Form zwischenstaatlicher Lösung für Europa vorgestellt hat, die den Nationalstaat zwar nicht auflöst, jedoch auch mehr ist, als nur eine Konföderation.

D.h. für die finanztechnische Situation Europas kann es einen Euro geben, der eben Europa in Eurogebiete aufteilt, die ein Spiegel der wirtschaftlichen Situation, gesteuert über die SZR, aufteilt. Auch als Neuausrichtung Europas der „zwei Geschwindigkeiten“, die einmal auch eine politische Entflechtung ergeben und so auf den alten Kern der Idee Europas zurückkehren kann mit einer Neubewertung, da die EU eben mehr ist als eine reine Wirtschaftszweckgemeinschaft, zu der sie gerade degeneriert und einer Rückkehr zur Stabilität in Unabhängigkeit zum Dollar ermöglicht, die auch Freiheit und Brückenfunktion für Europa bedeuten. Und so kann der Euro dann eine der Stützwährungen der Welt in der Zukunft werden, wie von China und Russland gefordert. Die Welt kann sich nicht mehr nur auf den Dollar stützen.

Wird hier keine Wandlung vollzogen, so wird zwar mit dem jetzigen Anfahren der Geldpresse in den USA es zwar möglich, den Wirtschaftskreislauf wieder an zu schieben, aber um eine Weltwährungsreform, wird man nicht herum kommen, sollen die Probleme nicht kriegerisch gelöst werden. Und eine Weltwährungsreform wird den EU-Raum insbesondere hart treffen und Deutschland seine Kriege zum fünften Male bezahlen lassen. Selbst, sollte es zu unterschiedlichen Bereinigungsstufen der Währungsreform, je nach Dollarverschuldung und Beständen der einzelnen Großwirtschaftsregionen kommen, was wahrscheinlich der Fall sein wird als politischer Preis der Friedenserhaltung, wird es große Verwerfungen und Neuausrichtungen geben.

Das Alles fügt sich ein in die Aussagen von Historikern, wonach im Äonenzyklos zivilisatorischer Weltentwicklung, sich die Welt im Umbruch befindet und dieser Umbruch ca. bis Ende 2100 anhalten wird. Diese Zyklen sind historisch belegt und umfassen ca. 2000 Jahre. Zwischenzyklen gibt es auch, sind hier jedoch nicht betrachtet.

Gelingt es also, diese Zeiten einigermaßen stabil zu überwinden, kann es sehr wohl eine Periode relativer Weltstabilität geben. Geht das schief, wird die Zivilisationsfrage generell in Frage stehen.

Ein Rückfall in den klassischen Nationalstaat und der damit verbundenen Abgrenzung mit Grenzen, eigenen Währungen und ähnlicher Dinge wie Blockbildungen der Vergangenheiten, werden kein Zukunftsmodell sein können. Dennoch ist die Frage berechtigt, inwieweit eine Rückbesinnung auf regionale Stärken und Ausrichtungen in Wechselwirkung zu Gemeinschaftsentwicklungen, gefragt sein kann. Und hier ist es unumgänglich, den EU und speziell die deutsche Frage neu zu gestalten sind und einer Lösung zuzuführen, die eben auch die monetäre Sicherheit im Sinne der Tradition europäischer Sozialdenkarten sichern hilft und Europa nicht sich auf das Niveau asiatischer Schwellenländer und deren Preisausnutzungssystem begibt, das die eigenen Bevölkerungen letztendlich in eine Situation neuer Skalvenhaltung führt. Und so ist es auch wichtig, das Europa sich seiner selbst bewahrt und der freien Marktwirtschaft eine neue Bedeutung verleit. Denn Freiheit zu leben bedeutet auch, Grenzen und Eckpunkte einzuhalten, da Freiheit nicht auf Kosten anderer erwirkt werden kann, sondern nur im Konzert mit Allen ein Weg zu finden ist, der grundsätzlich gewachsene Strukturen, Kulturen und Gemeinschaftsgrundlagen anerkennt und berücksichtigt. Und diese Grunderkenntnis bezieht sich auf die Weltwährungen und Finanzstrukturen, die an die Zügel genommen werden muß.

Es muß das Scheinsystem der Wertschöpfung aus sich selbst heraus von Finanzströmen, die eben Finanzströme erzeugen, beendet werden. Das war vor der Krise bekannt und ist jetzt noch bekannter gemacht. Nur, heute ist die Politik gefordert, hier endlich klare Kante zu zeigen und sich diesen Dingen zu stellen, will sie ihren Anspruch als Repräsentant Ihrer Bürger, gerecht werden. Tut sie dieses nicht, sind unkalkulierbare Verwerfungen der Gesellschaften nicht ausgeschlossen mit ungewissem Ausgang. Da wird dann auch nicht die Klammer einer EU-Verfassung helfen, die den Staaten ermöglichen könnte, europaweite Aufstände militärisch europäisch, in Form eines europäischen Binnenstaatenbürgerkrieges zur Aufrechterhaltung der EU-Strukturen, zu führen. Ein Szenario, das man sich gar nicht erst vorzustellen vermag.

Als Schlusswortzusammenfassung kann also festgehalten werden, die Krise wird eine neue Welt hinterlassen. Der US-Dollar wird eine Weltwährung unter Gleichen sein, die politischen Folgestrukturen werden andere werden, die EU steht am Scheideweges Ihres Erfolges, die deutsche Frage wird gelöst werden und das deutsche Wirtschaftsprinzip der Wertschöpfungen als Spiegel von Währungen wird an Gewicht gewinnen, ohne das Deutschland wieder in Konkurrenz zum angelsächsischem System gerät, da Europa und Deutschland seine Konkurrenzstellung verloren haben, da die Gewichtung sich von Europa wegentwickelt hat. Es wird große Anstrengungen geben und viel Tränen kosten. Es wird eine große Umschichtungen auch in den Gesellschaften geben und eine Neuausrichtung. Aber alles das ist besser, als ein erneuter Weltkrieg. Die Welt wird jedoch nicht um die Lösung dieser Dinge herumkommen

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Schlüsselwörter: Euro | Dollar | Weltwährungskrise
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