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Technik: Hardware

Warum kann eine Wohnung nicht genauso intelligent wie ein Auto sein?

Das „Ambient Assisted Living (AAL)“ birgt große Potenziale für die Elektro- und IT-Branche und den Arbeitsmarkt. Dahinter verbirgt sich ein technisches Assistenzsystem, das insbesondere in den Bereichen Haushalt, Gesundheit und Sicherheit kostengünstige Lösungen für die alternde Gesellschaft bietet. Zu den zentralen Herausforderungen gehört die Gewährleistung eines problemlosen Zusammenspiels unterschiedlicher informationstechnischer und kommunikationstechnischer Komponenten und Geräte. Dies wurde anlässlich der diesjährigen DKE-Jahrestagung in Offenbach deutlich.

Im Rahmen einer Innovationspartnerschaft zum Thema AAL haben Experten des BMBF und des VDE die Entwicklung so genannter Integrationsprofile angeregt. Diese haben das Ziel, typische Assistenzfunktionen für altersgerechte Technik aus Anwendersicht zu beschreiben und damit unter anderem die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.

Die Innovationspartnerschaft hat auch die Initiierung neuer Kooperationen zum Ziel. Dabei sollen kleine und mittlere Unternehmen, Großunternehmen, technische und sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtungen, Versicherungen, Dienstleister, Sozialeinrichtungen und Nutzer aktiv zusammengebracht werden, um vorwettbewerblich an gemeinsam identifizierten Frage- und Aufgabestellungen zu arbeiten.

Auf den derzeitigen demographischen Wandel verwies Birgid Eberhardt, Projektleiterin Ambient Assisted Living im VDE hin. Um die sozialen Systeme aufrecht zu erhalten, müssten die Älteren länger arbeiten, argumentierte sie. Bereits heute seien 22 Prozent der Haushalte in Deutschland Seniorenhaushalte. Statistischen Berechnungen zufolge werden im Jahr 2050 rund 23 Millionen Menschen hierzulande über 65 Jahre alt sein. Allein volkswirtschaftlich gerechnet geht man von einem Einsparpotenzial von rund drei Milliarden Euro aus, wenn nur etwa ein Zehntel der älteren Menschen mithilfe von Assistenzsystemen ein Jahr länger als bisher im eigenen Haushalt verbleiben könnte.

Ein weiterer Trend zeige sich in der wachsenden Zahl von Single-Haushalten. Gefordert seien innovative Lösungen, wie mit Hilfe von AAL den unterschiedlichen Bedürfnissen der Benutzer Rechnung getragen werden könne. „Warum kann eine Wohnung nicht genauso intelligent wie ein Auto sein?“, fragte sich die Expertin. Das Anwendungsspektrum von AAL reicht von der Unterstützung alltäglicher Verrichtungen über die Gesundheits- und Aktivitätsüberwachung über den Zugang zu medizinischen und zu Notfallsystemen bis hin zur Kontrolle verderblicher Lebensmittel im Kühlschrank oder dem Einschalten der Waschmaschine zu Zeiten günstiger Stromtarife.

Obwohl das Konzept des Ambient Assisted Living ursprünglich zur Unterstützung von Senioren entwickelt wurde, sehen Experten wie Prof. Dr. Hartwig Steusloff vom Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung in Karlsruhe auch bei anderen Nutzergruppen große Potenziale. „Wenn wir den Markt allein auf alte Menschen einstellen, springen wir zu kurz“, veranschaulichte er. Unter anderem gebe es bei Single- und Doppelverdiener-Haushalten eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten. Um diese zu erschließen, müsse man allerdings Technikzäune überwinden.

Auf die große Bedeutung der Normung verwies Dr.-Ing. Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE hin. „Ein richtiger Markt entsteht erst dann, wenn die Dinge untereinander kompatibel werden“, verdeutlichte der Experte. Gegenwärtig sei man gerade dabei, eine entsprechende Roadmap vorzubereiten. Rolf Froböse

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Schlüsselwörter: Ambient Assisted Living | AAL
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Kommentare

am 02.05.2009 12:27:32 (91.65.26.xxx) Link Kommentar melden
Diese Frage kann ich beantworten. "yes, sie kann" Nur wurde z.B. ein System von mir, das das schon ca. 1980 ausfüllte, verhindert. Und das betrifft fast alles Systeme, die da was möglich machen und nicht von der gesteuerten Industrie kommen und womöglich den Bürger und kleinere Firmen, von der gesteueerten Ausnutze, lösen könnte.
286
am 27.03.2010 10:25:24 (217.92.25.xxx) Link Kommentar melden
Grin Vielleicht erfindet er mal eine automatische Schreibkorrektur bei der Eingabe?
288
am 27.03.2010 14:25:01 (95.169.230.xxx) Link Kommentar melden
Karow sollte öfter oz24 lesen:
http://www.online...ticle/2679
all diese technischen Möglichkeiten gibt es bereits, sogar aus deutschen Landen.
Man muss das Rad ja schliesslich nicht 2x erfinden...

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