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Politik: Politische Meinung

IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika

Oder wer Lech Walesa wirklich war

Man hatte schon immer ein etwas ungutes Gefühl, wenn man sich an diese Heldenverehrungen der 80er Jahre im Ostblock denkt. Da ist vom Wunder in Danzig die Rede, die Lenin-Werft gilt noch immer als Ort der Demokratiebewegung Ost und die Zeitdokumente sind voll der Lobeshymnen, so lange bis man nicht hinter die Kulissen schaut.

Heute tun das viele Polen und ehemalige DDR-Bürger mehr denn je, die Finanzkrise hat da vielen gezeigt, das die Demokratie auch eine zweite Seite hat. Viele Ostblockländer sind pleite, mehr denn je und abhängig von Geldern, über die man nicht Warschau oder Budapest entscheidet, sondern in Brüssel oder Straßburg. Vorbei die Zeit der nationalen Huldigungen, auch die Heldendenkmäler von 1980 und 1989 werden jetzt abgerissen, der Traum ist aus.

An keiner Person macht sich die Verlogenheit der Demokratiebewegungen mehr bemerkbar, wie an Lech Walesa, Held von Danzig und Friedensnobelpreisträger. Seine Parole, „er werde die Demokratie demokratisch, halb demokratisch oder gar undemokratisch aufbauen“, hat auch bei den jungen Polen eine Welle der Nachhaltigkeit in den Fragen ausgelöst, wer ist dieser Held in Wahrheit?

Zu seinem 65. Geburtstag nun eine Sicht auf einen Weggefährten von Johannes Paul dem II., die vielen Strippenzieher im Westen schon damals wohl klar war. So hat der 24-jährige Historiker Pawel Zyzak zum Geburtstag von Walesa ein Buch veröffentlicht, aus dem die Polen nun stichhaltig erfahren müssen, ihr Held war „ ein Agent des Geheimdienstes“. Zyzak hat als Mitarbeiter des IPN, eine Art „Birthler Behörde“ in Polen Zugriff auf erstklassige Quellen, die Walesa zu Wutanfällen gebracht haben muss, denn er hat gedroht, dass wenn weiter über seine Spitzeltätigkeit diskutiert wird, er seine Auszeichnungen zurückgeben will.

Denn schon 2008 haben die beiden Institutsmitarbeiter vom IPN, Piotr Gontarcyck und Slawomir Cenckiewicz ein Buch veröffentlicht, in dem sie nachweisen wollten, in den 70er Jahre habe Walesa als „Agent Bolek“ seine Kollegen bespitzelt. Walesa musste wohl einräumen, dass er „etwas unterschrieben hat, was „nicht ganz sauber“ war. Beharrte damals, 2008 darauf, dass er jedoch keine Spitzeldienste geleistet hätte. Pawel Zyzak beruft sich nun auf Zeitzeugen, die nicht genant werden wollen. Der Abriss des Denkmals Walesa hat begonnen und zeigt einmal mehr, wie schwierig es in der Demokratie ist, die Wahrheit zu veröffentlichen, wenn Zeitzeugen Angst haben, namentlich genannt werden zu wollen.

Auch bei uns findet um die Person von IM Erika eine Tragödie statt, die eben nicht polnisch katholisch ist, sondern evangelisch und deutsch. Und IM Erika ist auch nicht eine Heldin, im Gegenteil sie war bei 1990/1991 eine Hardlinerin, wie sie sich Männer der damaligen Macht im Osten immer gewünscht haben. Und bei uns haben wir eben auch keine IPN, sondern eine Birthler Behörde, aus der würde nie so etwas Demokratisches kommen, wie ein Buch zu IM Erika, damals und heute. Nein, bei uns wird der Dreck schon unter den Teppich gekehrt, bevor man ihn überhaupt richtig erkannt hat.

Quellen:

1. Abriss eines Denkmals, DIE ZEIT, S. 2, Nr. 18 vom 23.04.09

2. http://www.online...ticle/1627

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Schlüsselwörter: Lech Walesa | Agent Bolek | Friedensnobelpreis | IM Erika | Demokratie | Birthler Behörde | IPN
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Kommentare

am 26.04.2009 10:51:32 (91.64.5.xxx) Link Kommentar melden
Ich würde eine IM-Mitgliedschaft aufgrund der Vorbedingungen nicht unbedingt überbewerten wollen, da solch eine Verbindung einen ja auch schützen kann. Entscheidend ist immer, wie intensiv und frewillig, als mit welch vorrausschauendem Gehorsam, nehme ich die Rolle an. Bei Lech Walesa kann ich mir sehr wohl vorstellen, daß ihn diese Stellung auch geschützt hat und er so das System mit eigenen Mitteln besiegen konnte. Anders bei Frau Merkel, wo noch zu untersuchen wäre, welche Rolle Ihre IM-Stellung darstellte. Hardlinerin wie hier beschrieben? Dann hätte sie dort nichts zu suchen, wo sie ist. Aber die Deutschen haben ja auch Erfahrung mit derartigen Dingen. Haben nicht schon nach 1945 die alten Hasen, sich als hervorragende RePrä-Demokraten geoutet die eben auch Kanzler wurden? Entscheidend ist offensichtlich nicht die Ehrbarkeit, sondern die Anpassungsfähigkeit und Nützlichkeit. Systemfehler oder menschliche Unzulänglichkeiten?
Auch das ist ein Grund, warum Deutschland eine Kernsanierung benötigt. Um eben auch hier ein Neubeginn zu wagen, wo Anstand und Ehre und Dienen an der Sache und der eigenen Überzeugung zum Wohle des Ganzen, wieder Vorrang hat vor Einfluß und Narzismus.
am 26.04.2009 11:31:56 (91.64.5.xxx) Link Kommentar melden
IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika.
IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika Teil II in webnews.de und www.visiondeutschland-nachrichten.de.tl
mit vorrausgesetzter Genehmigung durch Herrn Harry Gambler.
Ich war so frei. Herzlich Rainer Karow

IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika. Oder wer Lech Walesa wirklich war. 25.04.2009 16:29 eingesandt von harry gambler für...

RKarow Geschrieben von RKarow vor 0 Minuten in News Europa/Welt
am 26.04.2009 13:24:14 (217.83.83.xxx) Link Kommentar melden
Eine IM-Funktion hatten viele. es gibt welche, die einfach offen und ehrlich dazu stehen und ihre Sicht aus heutiger Zeit dazu abgeben.
Doch wenn wie im Fall IM Erika und Lech Walesa diese IM`s plötzlich in der sogeannten "Antibewegung" führend waren oder vorgeben, wie IM Erika, sie seien immer "schon sehr früh" gegen die DDR gewesen und hätte schon immer die Bürgerrechtsbewegung unterstüzt, so ist das einfach falsch und historisch gesehen, eine "asoziale Äußerung", die alle Opfer von damals heute noch lächerlich macht.
Und man muss bei den Beiden auch beachten, dass sie gegenüber der Demokratie ein feindseliges Verhalten an den Tag legen, bei Walesa die Äußerung, eine Demokratie lasse sich "halb demokratisch oder gar undemokratisch aufbauen". Bei IM Eruika soll es wohl die Äußerung geben die lautet: " „Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Bevölkerung sich eine moralisch erhabene politische Klasse wünscht, die völlig anders als sie selbst ist.“
Und beide haben es in Toppositionen gebrecht, IM Erika noch heute.
am 26.04.2009 17:27:47 (217.83.83.xxx) Link Kommentar melden
Man hatte schon immer ein etwas ungutes Gefühl, wenn man an diese Heldenverehrungen der 80er Jahre im Ostblock denkt.
Sorry, das SICH ist zu viel.
Hartmut Holz
am 28.04.2009 17:08:07 (217.80.210.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich sind einige der ehemaligen Ostblockländer pleite.

Aber was hat das mit einer IM Tätigkeit zu tun?
am 28.04.2009 17:42:56 (217.83.92.xxx) Link Kommentar melden
Vielleicht regieren zu viele IM`s diese Länder?
Hartmut Holz
am 28.04.2009 17:46:25 (217.80.210.xxx) Link Kommentar melden
Das glaube ich nicht. Es waren doch nicht alle beim MFS.

Nein, das Ganze liegt, in diesen Ländern, an der verfehlten Wirtschafts-
politik.

Man wollte mit Gewalt reich werden. Und dieses rächt sich jetzt.
am 29.04.2009 10:32:03 (217.83.91.xxx) Link Kommentar melden
Um zu wissen, wer beim MfS oder der Stasi war, brauchen wir eine unabhägige Behörde wie in Polen das IPN. Besser wäre noch das Ganze auf europäischer Ebene anzusiedeln.
Die Wirtschaftskrise ist global, doch warum sind gerade so viele Osteuropäische Länder pleite? Natürlich hätte es auch ohne das MfS und seine ehemaligen Mitarbeiter eine Krise gegeben. Doch warum stecken gerade so viele Ex-Stasi-Leute mit im Sumpf? Und und..viele Fragen, Antworten bekommen wir eh keine.
Wie kann man in Berlin eine Abstimmung über moralische Fragen durchführen, in denen es um Ethik und Religion geht, wenn wieder so viele Stasileute mit ihm Boot sitzen, ohne dass sie über ihre Vergangenheit Auskunft geben?
http://www.online...ticle/1635
Hartmut Holz
am 29.04.2009 17:40:15 (217.80.225.xxx) Link Kommentar melden
Um zu wissen, wer beim MFS gearbeitet hat brauchen wir keine
weitere Behörde. Denn wir haben ja schon eine.

Und das ist die Birthler Behörde. Aber müssen wir denn über-
haupt noch wissen wer bei der Stasi war?

Da genügt es doch wenn man selber seine Akte einsieht. Wenn die
Firma dann eine über den Betreffenden angelegt hatte.

Aber was ich nicht verstehe, dass ist folgendes: Warum sollen
bei der Abstimmung über Ethik oder Religion Leute vom ehe-
maligen Ministerium für Staatssicherheit die Finger im Spiel
gehabt haben.

Diese Abstimmung war ein ganz normaler Volksentscheid. Nur
schade, dass die Befürworter des regelmäßigen Religionsunter-
richt, an den Berliner Schulen, diesen Entscheid verloren haben.
am 30.04.2009 10:56:04 (217.83.91.xxx) Link Kommentar melden
Deine Ansicht ist falsch.
1. Man bekommt bei der Birthlerbehörde laufend falsche Auskünfte.
Mir wurde August 2006 mitgeteilt, dass es keine Akte gibt.
Einen Tag später erhalte ich dann ein Schreiben, es gibt eine Akte.
Dann erhalte ich nur 50 % und das auch noch geschwärzt, ich weiß also nicht, wer mich 10 Moante lang in Westberlin bespitzlet hat.
Dann fehlt die Akte, in dem steht, wer im jahr 1976 meine Wohnung in Brand gesteckt hat. So was nennt man wohl Terrorismus.
Die Arbeitsweise der Birthlerbehörde kann nicht mit der der IPN verglichen werden. Denn die Polen wissen wer Walesa war, wir wissen nicht wer IM Erika ist.
Das sind die demokratischen Unterscheide.
Und wir haben 60 Jahre Grundgesetz, also 60 Jahre in denen die Opfer schikaniert und die Täter geschützt werden.
Das ist ein trauriges Resümee.

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