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Politik: Recht & Co.

UN-Konvention stärkt die Rechte aller Menschen mit Behinderung

Artikel 19: Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft

Foto: © Jens Goetzke, pixelio
Foto: © Jens Goetzke, pixelio
Am 26. März 2009 trat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft. Diese schreibt das Recht älterer Menschen und Menschen mit Behinderung auf ein selbst bestimmtes Leben mitten in unserer Gesellschaft fest. Danach hat jeder Mensch einen rechtlichen Anspruch darauf zu wählen, wie und wo er leben will und von wem er notfalls Unterstützung erhalten möchte.

Artikel 19: Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft

Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens anerkennen das gleiche Recht aller Menschen mit Behinderungen, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben, und treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen den vollen Genuss dieses Rechts und ihre volle Einbeziehung in die Gemeinschaft und Teilhabe an der Gemeinschaft zu erleichtern, indem sie unter anderem gewährleisten, dass

a) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben;

b) Menschen mit Behinderungen Zugang zu einer Reihe von gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen sowie zu sonstigen gemeindenahen Unterstützungsdiensten haben, einschließlich der persönlichen Assistenz, die zur Unterstützung des Lebens in der Gemeinschaft und der Einbeziehung in die Gemeinschaft sowie zur Verhinderung von Isolation und Absonderung von der Gemeinschaft notwendig ist;

c) gemeindenahe Dienstleistungen und Einrichtungen für die Allgemeinheit Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung zur Verfügung stehen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.

(Hinweis: Der komplette Text der UN-Konvention kann hier in Form einer deutschen Arbeitsübersetzung nachgelesen werden.) – Somit entspricht der Artikel 19 dieser UN-Konvention haargenau den Zielen der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“, die für eine solche Selbstbestimmung und ein Leben zu Hause (= daheim) plädiert (anstelle diese Personengruppe in Heime abzuschieben). Diese Initiative wurde am 1. Dezember 2006 in Berlin von der Bundestagsabgeordneten und Behindertenbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Silvia Schmidt, MdB, zusammen mit anderen Experten wie Wissenschaftlern, Vertretern von Verbänden, anderen Behindertenbeauftragten, Selbsthilfeorganisationen, Betroffenenvereinigungen u. a. gegründet. Jeder, der die Ziele der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ unterstützen möchte, kann dies auch mit Hilfe einer Unterstützerliste machen, indem er sich dort einträgt.

Im Interesse unserer betroffenen Mitbürger (alte und behinderte Menschen) sollten wir alle mit dazu beitragen, dass vor allem auch die angesprochenen Gruppen hierüber informiert werden und ihre Rechte wahrnehmen können. Auch sollte ein jeder von uns darauf achten, dass alle Entscheidungen in dieser Angelegenheit, die in unserem Land (oder einem anderen Staat, der diese Konvention ratifiziert und umgesetzt hat) gefällt werden, daraufhin überprüft werden. Entscheidungen, die mit der EU-Konvention nicht konform gehen, sollten angeprangert und gemeldet werden.

Foto: Die UN-Flagge vor dem UN-Gebäude in New York. - Fotoquelle: © Jens Goetzke, PIXELIO.de

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Schlüsselwörter: UN-Konvention | Alte Menschen | Menschen mit Behinderung | Behinderte | mehr Rechte | Bundesinitiative Daheim statt Heim
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Kommentare

am 14.04.2009 16:23:54 (217.83.81.xxx) Link Kommentar melden
Nur was geschieht bei uns dann, wenn alte und pflegebedürftige Menschen stundenlang in ihrem Urin und Kot leigen bleiben? Und was geschieht bei uns, wenn jemand diese menschenunwürdigen Zustände anprangert?
Der Fall Birgitt H. zeigt uns, man wird einfach gemobbt und fertig gemacht, darum sollte sich mal die internationale Staatengemeinschaft kümmern, denn bei uns liegt so viel im Argen, warum schauen nur immer alle weg?
dieaktuelleantimo...undgesetz/

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