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Politik: Politische Meinung

Die Welt in Harmonie – Nur eine Zukunftsvision?

Kann es eine Welt in Harmonie, eine Menschheit in Eintracht und Einklang geben?

„Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur.“ – Oder zu Deutsch: „Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das Größte.“ (Sprichwort aus Sallust ) Wie wahr doch dieses mehr als 2.000 Jahre alte Sprichwort ist. Das erkennen wir tagtäglich nicht nur im Kleinen, sondern vor allem auch im Großen: in der Politik, in den Religionen, im gegenseitigen Umgang und Miteinander der Menschen…

Eintracht ist Einklang und bedeutet Harmonie. Harmonie leitet sich aus dem Griechischen von Harmonia (Zusammen)-Fügung ab. Die Silbe „ar“ oder „har“ ist im indogermanischen mit „Herk“ gleichzusetzen, was wiederum die Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen bezeichnet. So steht der Begriff der „Harmonie“ allgemein als Übereinstimmung, Eintracht, Einklang oder auch Ebenmaß sowie in der zwischenmenschlichen Kommunikation für den Gleichklang der Gedanken und Gefühle.

Wenn etwas (materiell oder auch immateriell ) in Harmonie übereinstimmt, dann ist es „harmonisch“ (neben einer bestimmten Regelmäßigkeit ist in der Anordnung der einzelnen Objekte oder Gedanken auch ein Sinn und eine Wertbezogenheit zueinander erkennbar). Es stimmt zusammen bzw. ist übereinstimmend und somit Harmonie bewirkend. Anders ausgedrückt: Die einzelnen Dinge harmonieren miteinander.

Am meisten spricht man in der Musik von Harmonie. Die einzelnen Töne und Klänge „harmonieren“ miteinander. Und hier leiten sich auch verschiedene Namen für Musikinstrumente davon ab: Harmonium, Harmonetta, Glasharmonika, Holzharmonika (veraltete Bezeichnung für Xylophon), Handharmonika/Ziehharmonika (= Akkordeon) oder Mundharmonika.

Soviel Harmonie es auch in der Musik geben mag, in den zwischenmenschlichen Beziehungen und erst recht in der Politik findet man sie kaum bis gar nicht. Letzteres drückte Norbert Blüm (* 21.07.1935, von 1982 – 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung) so schön aus: „Wer Sehnsucht nach Harmonie hat, muss in einen Gesangsverein gehen. Aber nicht in die Politik.“

So wie Norbert Blüm es ausgedrückt hat, denken wohl die meisten Politiker – weltweit. Jedenfalls handeln sie alle nach diesem Motto. Dabei hatte es Heraklit (um 535/540 – 475/483 v. Chr.) schon so schön erkannt und ausgedrückt: „Die schönste Harmonie entsteht durch Zusammenbringen der Gegensätze.“ Und Novalis (02.05.1772 – 25.03.1801) traf es kurz und bündig: „Weisheit ist Harmonie.“

Früher gab es, und dies belegen die Mythologien der Welt, unzählige Götter und praktisch jedes Volk, jeder Stamm, hatte seine eigenen Gottheiten. Unter ihnen gab es auch Gottheiten der Eintracht und des Einklanges. Meistens waren diese Gottheiten weiblicher Natur. Die bekannteste davon ist zweifellos die Harmonia (auch Hermione) aus der griechischen Mythologie, von der sich der Begriff der „Harmonie“ ableitet. Harmonia ist die Tochter des Mars und der Venus (Liebesgöttin) – so die gängige Version. Einige Historiker sehen in ihr allerdings auch die Tochter des Jupiters und der Elektra, andere die Tochter des Ares und der Aphrodite und wieder andere bezeichnen sie als Findelkind und meinen sie sei nur als Tochter von Mars und Venus ausgegeben worden, weil sie so schön und tapfer gewesen sei. Letzteres veranlasste wohl zur Spekulation Harmonia sei eine Morgenländerin gewesen und ihr Name sei vom Berg Hermon abgeleitet (Bochart, Chan. lib. I. c. 19).

Die römische Gottheit der Eintracht ist die Concordia (lateinisch = Eintracht, Einklang, Harmonie. Dargestellt wird sie meistens mit Füllhorn und/oder Opferschale. Sie entspricht somit der Harmonia der griechischen Mythologie und erhält und fördert nach altrömischen Glauben die Eintracht und Einheit der Bürger Roms. Der Kult um sie erstreckte sich über Spanien bis nach Nordafrika und nach Gallia Cisalpina.

Foto: © Peter Haslebacher, pixelio
Foto: © Peter Haslebacher, pixelio
Abgeleitet aus dem Namen der römischen Göttin ist auch der mittelalterliche Begriff „Concordantia“ (Konkordanz). Das ist Latein und bedeutet soviel wie Übereinstimmung. Auch das bisher einzige und nicht mehr im Dienst befindliche Überschallverkehrsflugzeug, die Concorde, verdankt ihren Namen der römischen Göttin.

Doch auch diese alten Gottheiten waren offenbar nicht in der Lage für eine globale Einigkeit und Eintracht der Menschheit unter- und miteinander zu sorgen. Max Lüscher (* 09.09.1923) sagte einmal: „Der eigentliche Sinn allen zweckhaften Tun ist die Harmonie.“ Und Friedrich Ast (29.12.1778 – 31.12.1841) meinte: „Die Harmonie des Lebens finden wir im Geiste, dem wahrhaft wirklichen Leben.“

Trotz aller Gegensätze und Zwietracht unter den Menschen – ein klein wenig Harmonie scheint dennoch in jedem von uns zu stecken. Denn wenn dies nicht so wäre: „Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewicht kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.“ (Susette Gontard, 09.02.1769 – 22.06.1802) – Und dies lässt uns doch noch ein klein wenig hoffen, auf eine zukünftige Welt voll Harmonie, in Eintracht und Einklang.

Fangen wir doch alle, jeder von uns, endlich damit an, auf dieses große Ziel hinzuarbeiten. Vergessen wir die Unterschiede zwischen den Menschen, das „Anderssein“. Tief in unserem Innern, in unseren Herzen, da sind wir alle gleich. Niemand ist besser oder schlechter als der andere. Nur eine Minderheit, die handelt nicht nach Harmonie sondern nach Zwietracht. Diese gilt es auszumerzen. Zeigen wir Paroli gegen Terrorismus, Nazitum und Rassismus. Helfen wir unseren Mitmenschen in der Not, helfen wir gleichzeitig auch uns, nämlich unserer Zukunft, der Zukunft der Menschheit…

Foto: Die Concorde - Sinnbild für Eintracht. Fotoquelle: © Peter Haslebacher, PIXELIO.de

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Schlüsselwörter: Harmonie | Einklang | Eintracht | Mythologie | Musik | Frieden
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