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Sonstiges: VerschiedenesBilligflieger aus Thailand hat Flugverbot in der EU
Am 8. April 2009 wurde die Schwarze Liste der EU für Fluggesellschaften aktualisiert. Diese Liste enthält eine Aufzählung aller Fluggesellschaften weltweit, die innerhalb der EU mit einem Flugverbot belegt wurden weil sie den hiesigen Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Neu auf dieser Liste ist der thailändische Billigflieger One-Two-Go.
Auswirkunkungen hat dies jedoch keine auf die Airline. Der thailändische Billigflieger One-Two-Go, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Orient Thai, fliegt ausschließlich Ziele in Südostasien, hauptsächlich Inlandflüge in Thailand, an. Heimatflughafen der Gesellschaft ist der alte Bangkoker Flughafen Don Muang. Von hier aus gehen tägliche Flüge des Billigfliegers nach Chiang Mai, Chiang Rai, Hat Yai, Phitsanoluk, Surat Thani, Trang und Phuket.
Die meisten Reiseveranstalter bei uns achten schon allein aus Haftungsgründen darauf, dass sie bei Buchungen keine Gesellschaften berücksichtigen, die auf der Schwarzen Liste stehen. Individualreisende, die ihre Flüge individuell vor Ort buchen, sollten jedoch nicht ausschließlich auf den Preis, sondern vor allem auch auf die jeweilige Fluggesellschaft achten. Sie handeln in Eigenverantwortung. Deshalb ist es ratsam die aktuelle EU-Liste für die schwarzen Schafe unter den Airlines zu kennen. Diese können Sie hier aufrufen: EU-Liste gesperrter Fluggesellschaften (Stand: 08.04.2009).
Hintergrund der Aufnahme in die Schwarze Liste der EU war unter anderem der Absturz einer Maschine von One-Two-Go am 16. September 2007 auf Phuket. Damals waren von den 128 Insassen (überwiegend Touristen) mindestens 88 Personen (darunter auch zwei deutsche Studenten) ums Leben gekommen. Die Thailändische Luftfahrtbehörde verhängte schließlich ein am 22. Juli 2008 beginnendes Flugverbot für One-Two-Go mit der Begründung, die Piloten der Gesellschaft hätten nicht die notwendige Qualifikation. Die Fluglizenzen für sechs indonesische und einen aus Venezuela stammenden Piloten der Airline wurden aufgehoben und die für zwei thailändische Piloten zeitweilig für ungültig erklärt, woraufhin die Piloten entlassen wurden. Zudem wurde der Gesellschaft verschiedene Verstöße gegen die Regeln der Flugsicherheit (u. a. zu wenig oder zu kurze Pausen für die Piloten zwischen den Flügen) und fehlendes kompetentes Management vorgeworfen. Falls die Beanstandungen nicht innerhalb der Zwangspause beseitigt würden, wollte die Luftfahrtbehörde der Airline die Fluglizenz entziehen.
Das Flugverbot soll offiziell nur für 30 Tage anberaumt worden sein. Tatsächlich stellte One-Two-Go den Flugbetrieb für 56 Tage ein und begründete die ganze Zeit (herabspielend) mit einer finanziellen Umstrukturierung. Ständig steigende Treibstoffkosten und die schlechte Presse nach dem Absturz, in deren Folge ein extremer Buchungsrückgang registriert worden war, dürften für die Finanzmisere der Gesellschaft verantwortlich gewesen sein.
One-Two-Go fliegt ausschließlich mit Maschinen älteren Baujahres. Das Durchschnittsalter der Flotte liegt heute bei mehr als 23 Jahren. Neben extrem schlechten Wetter wurden für den Absturz auch Materialermüdung und altersbedingte Sicherheitsmängel verantwortlich gemacht. Die Piloten der Unglücksmaschine hatten seinerzeit offenbar noch versucht den Landeanflug abzubrechen und durchzustarten, was jedoch misslang. Die Maschine schlug auf der Landebahn auf, zerbrach in zwei Teile und ging in Flammen auf. Die Auswertung des Flugschreibers ergab zudem, dass die Maschine in den letzten 15 Sekunden vor dem Aufschlag nicht von den Piloten gesteuert wurde. Auch berichteten thailändische Medien, dass die Piloten offensichtlich die Warnungen vor extremer Windscherung beim Landeanflug ignorierten.
Einer der beiden Piloten der Unglücksmaschine war der damalige Chefpilot von One-Two-Go. Wie es später in der Presse hieß, soll diesem zuvor erst einmal wegen Schlafstörungen keine Flugerlaubnis gegeben worden sein. Mehrere anonyme Anrufer, die behaupteten früher als Piloten bei der Unglücks-Airline gewesen zu sein, sagten aus, dass die Gesellschaft „systematisch gegen Wartungsanweisungen, Wartungsintervalle und Arbeitszeitregelungen verstößt“. So soll auch der Pilot der Unglücksmaschine von den letzten 48 Stunden vor diesem Flug ganze 30 Stunden im Dienst gewesen sein. Beide Piloten hatten nur 16 Stunden frei, bevor sie den derzeitigen sechstägigen Dienst antraten. Der Unglücksflug war bereits der dritte Flug der Piloten an diesem Tage. Vom Co-Piloten wurde gesagt, dass er in der vorangegangenen Dienstphase acht Tage hintereinander geflogen sei.
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