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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Neue geistig-materielle Anforderungen an das 21. Jahrhundert, Gezeitenwandel und der Zwang zur Lebensänderung

Der Weg aus der Weltkrise und die Antworten für das 21. Jahrhundert

Neue geistig-materielle Anforderungen an das 21. Jahrhundert, Gezeitenwandel und der Zwang zur Lebensänderung VDN: 08.04.2009

Peter Sloterdejk als führender lebender Philosoph deutscher Sprache findet zurück zu alten, neuen Werten und Anforderungen an die Menschen, speziell im Hinblick auf die heutige Weltkrise, die Hierarchie, Elitenbildung und Änderung von Lebensgrundlagen fußt. Ohne damit zu alten Obrigkeitsformen zurück zu finden.

Diese auf den ersten Blick befindliche Widersprüchlichkeit löst sich jedoch auf, wenn wir die Entwicklung der Menschheit bis heute betrachten und den Sprung in das 21. Jahrhundert und den globalisierten Anforderungen sehen, die gewachsene und gewohnte Strukturen, die an die Grundfesten kultureller, religiöser gewachsener Nationen und Nationengebilde rütteln, beantworten wollen. Dazu gehört jedoch speziell in Europa und Deutschland, die Fehler der letzten Jahre an die Lebensformen und Bildungssysteme einer schulischen Selbstfindungsart und missverstandenen Freiheitserlebung, die eher Zügellosigkeit, Lernunfähigkeit und soziale Verwerfungen förderte, denn Humankapital für die Gesellschaft aus zu bilden, zu korrigieren.

Über die Jahrtausende zeichnete sich die Entwicklung der Welt über regionale Reiche aus, die sich durch Expansion von Macht, Militär und Eroberung kulturelle Höchstleistungen erbrachte, jedoch auch wieder vergänglich waren. Der letzte Versuch derartiger Macht- und Eroberungsentfaltung durch Weiterentwicklung und Zivilisationsschub, erfolgte in Europa und Ostasien durch im klassischen Sinne, war jedoch bereits mit der Industrielaisierung von Ballungszentren der Welt, die in den ersten Ansätzen globalisierte Züge aufwies, zum scheitern verurteilt waren. Die Exzesse dieses Äonengeschichtsbruches menschlicher Entwicklung ist bis heute präsent durch einschneidende, in das Gedächtnis der Menschheit eingebrannte Vorkommnisse, und es sind Verschiebungen in den strukturellen Machtzentren der Welt eingetreten, die auf der einen Seite die letzten Bastionen alter Entwicklungsarten beendete und auf der anderen Seite, Gebilde hervorbrachte, die als imperiale Art von Machtdarstellung sich positioniert, jedoch nicht mehr im klassischen Sinne alter Reiche Machtbeherrschende Gebiete beherrscht, sondern eher als Machtzentrum der Ausstrahlung für die Welt mit einer gewissen Art von Regelansatz für die Welt fungiert und so das 21. Jahrhundert einleitet und Verschiebungen in der Walt, auslöst.

Die neuen Zentren einer globalisierten Welt sind im eurasischem Kontinent eines kontinentübergreifenden Staatsgebildes unterschiedlicher Völkerschaften zu erkennen, einer dominanten Wiederauferstehung eines fast degenerierten Reiches der Mitte, das in revolutionären Phasenentwicklungen einen Weg in die globalisierte Welt angeht, der eine Weltöffnung zulässt und letztendlich auch durch die Menge der Menschen, eine dominante Stellung einnimmt. Dann besteht noch der australische Inselkontinent, der auf eine Mischkultur zusteuert, ähnlich wie es die USA bereits genommen haben und der südamerikanische Kontinent, der zunehmend im westlich geprägten Sinne seine alten, in Teilen indianisch geprägten Traditionen, wieder findet.

Der Anspruch der Weltbevölkerungen und Staaten, Neue wie Alte, insbesondere als Spätgebilde staatlicher Ausprägung Afrika, das heute noch als Sorgenkind der Welt gilt, aber auf gutem Wege ist, seine Rolle zu finden, bedingt eine andere Lebensweise der Menschheit und anderer Strukturen wie Anforderungen, die zu mehr Bescheidenheit und Anstrengung herausfordern, da alle, die nicht mithalten, den Anschluß verlieren werden. Ein Abschotten, Ausklammern und/oder Rückführung in streng nationale Gebilde, wird nicht mehr möglich sein.

Der Entwicklungszwang zu Großräumen und Neuausrichtung der Völker zur Sicherung der nationalen Identität, wird auch andere Staats- und Kooperationsformen finden, was eben gerade in Europa vorgelebt wird. Europa kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da Europa eben kein homogenes Gebilde ist, sondern aus seiner Tradition der Teilung des römischen Reiches in einen weströmischen und einen oströmischen Teil, der heute auch die kulturell-religiösen Grenzen Europas ausmacht, nach wie vor von Bedeutung ist. So ist die heutige Vereinigung Europas und im Selbstverständnis der Bevölkerungen, eben der weströmisch-europäische Teil mit seiner Ausbildung von Nationalstaaten gemeint, der auch aufgrund der vielen inneren Europakriege, der in einem Doppelweltkrieg von 1914 bis 1945, endete, geprägt.

Die Chance und Vorbildfunktion für die Welt ist eben die Überwindung der alten Nationalismen und deren Überwindung in einer neuen Vereinigungsart, die an staatliche Bildung heranreicht, ohne jedoch die Staaten selbst aufzulösen. Also eine Art Überstaat über die Staaten. Diese Art von Entwicklungen wird das 21. Jahrhundert prägen und viele, noch heute unlösbar erscheinen Konflikte, speziell die des Nahen Ostens, haben hier Lösungsansätze zur Überwindung Ihrer Krisen, vorliegen.

Da die gesteuerte Weltfinanzkrise, die in eine Weltwirtschaftskrise einmündet und die nächsten Jahre die Wirtschafts- und Politzentren der Welt beherrschen wird, ist es unumgänglich, soll diese Krise nicht in einem weltweiten Krieg enden, die Weltansprüche neu auszurichten. Denn der pure Materialismus als System „Tanz um das goldene Kalb“, wo sich das Weltkapital zum Spielbanksystem verselbstständigt hat und sich vom Werthaltungsprinzip z.B. deutscher Wirtschaftstraditionen, um die so lange mit Deutschland Krieg geführt wurde um als Konkurrenz zum angelsächsischem Händlersystem neutralisiert zu werden, erhält in dieser Krisenzeit späte Satisfaktion.

Und eine weitere Rückführung auf ein System, Geld und Wertschöpfung in Einklang zu bringen, bedingt eben auch die wachsende Rohstoffknappheit inkl. einer Energiekrise, die dringend andere Antworten benötigt, als die Versorgung mit fossilen Grundstoffen.

All diese Dinge werden dafür sorgen, daß die Freiheit einen anderen Stellenwert bekommt, als noch heute. Man wird sich auf zweckgebundene Traditionen erinnern müssen, daß lernen und die Formen des Lernens, in enge Grenzen und vorgegebene Systeme gegossen werden muß, die auf der einen Seite den Nachwachsenden als Humankapital einer Sozialgemeinschaft eben nicht mehr dem Zufall überlassen werden kann, den Spaß am Lernen fördert und auf der anderen Seite auch die Einsicht vermittelt, daß es ohne diszipliniertes Anstrengen, nicht mehr geht. Die Zeiten der persönlichen Selbstfindung als Spielwiese in den Schulen, was heute als gescheitert angesehen werden darf, werden dort neu formuliert werden müssen, da schlicht die Anforderungen der Zeit Zukunftsmodelle für die Nachwachsenden erfordern, die diese zur Lernbereitschaft, Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zwingen werden, ohne die Zukunft nicht gestaltet werden kann. Die Freiheitsidee wird also neu ausgerichtet werden müssen, denn Freiheit kann es nur für die Gesellschaft und der ihr innewohnenden Menschen geben will sie überleben und bestehen, wenn die Freiheit durch organisierte Anforderungen, diesen gerecht wird und zur Anwendung gelangt.

Und diese Entwicklung setzt jedoch auch voraus, soll das nicht schon im Ansatz scheitern weil die inneren Widerstände durch unklare Linien der Entwicklung, speziell in der Bevölkerungszusammensetzung der einzelnen Altstaaten, z.B. in Europa und hier im speziellen Deutschland mit seiner ungelösten historischen Klärung aus dem 90jährigen Kriegszustand und dessen Aufarbeitung, sich selbst als Nation zu finden und sich zu erhalten, keine weitere multikulturelle Vermischung und Auflösung nationaler Identität zu Gunsten eines nicht fassbaren institutionalisiertem Europas, zulässt. Dieser Spagat der Wiederfindung seines Selbst der deutschen Nation und der um sie herum stattgefunden Verwerfung, inkl. staatlicher Ausbildung, ist Grundvoraussetzung, die vor beschriebene Entwicklung gedeihlich für Europa und die Welt, zu sichern. Jeder andere Weg führt irgendwann zur Auslöschung der Deutschen oder aber zu Verwerfungen im Widerstand zu diesen Entwicklungen, die das Ganze dann in Frage stellen.

Deshalb ist es so wichtig, die Frage der Bildung für die Heranwachsenden und die Frage andere Lebenseinstellung und Anforderungen, staatlich gefördert und gestützt, als Bildungsumstellung und organisatorischer Anpassung, auch an Wirtschaftsziele und den Umgang mit dessen Anforderungen, wie auch der materiellen Ausstattung und Anforderung von Sinnhaltigkeit von Besitztum und deren Zielanforderungen, neu zu bestimmen.

Das ungezügelte Wachstumsideal von Wachstumsraten, einer freien kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung und einer zügellosen Besitzstandsphilosophie, die sich an Wachstumsraten als Zwangsfolge hängt im Sinne von mehr, teurer, besser, schneller und dicker, die gleichzeitig die Zerstörung der Lebensgrundlagen des Planeten nachhaltig zerstört, wird die Zukunft nicht bestimmen und keine Lösung für das 21. Jahrhundert mehr darstellen können.

Die Zukunft der Welt wird völlig anders aussehen, als wir uns das heute vorstellen können. Man muß kein Prophet sein, sich ein Weltmodell vorzustellen, wo große Kriege aus Selbsterkenntnis und Eigenverantwortung der Welt, abgeschafft sind. Aber wo auch die Nationen, die sich diszipliniert den Anforderungen stellen und die Förderung der Bildung für ihr jeweiliges Volk sicherstellt, im Weltkonzert mitreden können. Der Nationalstaat wird sich im klassischen Sinne als Anachronismus herausstellen. D.h., jedoch nicht, die es eine Renaicance der Regionen geben wird, jedoch in einer offenen Form, die Abgrenzung ausschließt, jedoch zur Befruchtung für die Nachbarschaft und somit für die Welt, wirken wird.

Denn es ist in kürzester Zeit damit zu rechnen, auch wenn vielleicht nicht gerade Außerirdische hier morgen landen, was jedoch nicht einmal ausgeschlossen ist, daß die Welt sich in eine zweigeteilte Welt entwickeln wird. Nämlich die der raumfahrenden Welt mit all den daran geknüpften technischen wie kolonialistischen Bedürfnissen für fremde Planeten bis hin zum Verlassen des Sonnensystems und der Welt, die eben erdgebunden, zu Hause bleibt. Und nur die Besten, Klügsten, Fleißigsten und Lernbereitesten, werden für die Welt „Wanderer durch Raum und Zeit“ der Zukunft ausbilden können. Spätestens an dieser Stelle ist die Frage der nationalen Herkunft, ohne Bedeutung.

All diese Anforderungen stellen sich bereits heute und bestimmen die Weltveränderung in das 21. Jahrhundert als Chance einer spannenden und besseren, jedoch auch härteren Zukunft als bisher. Die heutige Weltkrise und der Öffnung einer neuen Politikausrichtung und Anerkennung dieser Herausforderung seitens einer neuen Sichtweise eines neuen Präsidenten der USA mit Namen Obama, was schon für sich einen politischen Quantensprung bedeutet, steuert gerade in genau diese Zukunft um. Der Preis wird eine Weltwährungsreform in den kommenden, wahrscheinlich fünf bis sieben Jahren sein, die speziell von Europa und Deutschland bezahlt werden wird. Und die Öffnung der Forschungslabore einer neuen Technikzeit, die gerade von der neuen Administration in den USA eingeleitet wird, wird die Welt, auch im Hinblick auf Energie und Umwelttechnologie, einholen und überholen.

All die Staaten, die sich immer noch an alte klassische Nationalstaatsformen klammern und die Zeiten der Zeit, aus welchen Gründen auch immer, nicht erkennen können oder wollen, werden letztendlich hinten runter fallen. Will Deutschland und Europa nicht dieses Schicksal nehmen und irgendwann ein Gebilde wie „Griechenland zu Rom“ werden, so wird es allerhöchste Zeit, hier umzusteuern und eine neue Bildungsgrundlage und neue Rahmenbedingungen, zu schaffen. In einer neuen Selbstbestimmtheit, aber auch in einer neuen Weltverantwortung, die diese Möglichkeiten zulässt und fördert. Aus sich selbst heraus, ohne sich als Nation deshalb aufgeben zu müssen. Vielmehr wird das zur Förderung der Völker beitragen, jedoch auf einem anderen Selbstverständnis.

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Schlüsselwörter: Weltkrise | Globalisierung | Zukunftsanforderungen
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