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Medien: SonstigesNur ohne Pimmel in den Himmel
Hildesheim. Das Buch einer erfolgreichen Münchner Illustratorin soll in den USA nicht erscheinen - der Verlag fürchtet sich vor christlichen Fundamentalisten, die Anstoß an einem Pimmelchen nehmen.
Eine Frau mit Hut besucht eine Ausstellung, steht vor einem Sockel, darauf ein Mann mit einem Zipfelchen, das sie verschämt, aber auch neugierig betrachtet. Zu diesem Zipfelchen sagt die Kinderbuchillustratorin Rotraut Susanne Berner: "Das ist ein Pimmelchen." Und schon kommt die 58-Jährige nicht mehr ins Himmelchen - entscheiden wutentbrannte christliche Fundamentalisten in den USA und sorgen mit einer Vertragsauflösung dafür, dass ihr auch schon auf Erden Ungemach zuteil wird.
Die "Wimmel"-Bücher von Rotraut Susanne Berner kennen Kinder auf der ganzen Welt. Bisher sind allein die vier Jahreszeiten-Bände 250 000 Mal in Deutschland und 130 000 Mal im Ausland erschienen. Doch den Winter-Band hat Boyd Mills Press wieder aus dem Programm genommen und dem Hildesheimer Gerstenberg-Verlag ist ein lukratives Geschäft durch die Lappen gegangen.
Dennoch haben die Hildesheimer Verständnis für die Haltung der Münchner Kinderbuchillustratorin, die sich in den USA nicht zensieren lassen will: "Mir geht es darum, dass die Grundpfeiler der Meinungsfreiheit gewahrt bleiben."
Mit denen haben es christliche Fundamentalisten nicht so - und ihr Einfluss wird nicht nur jenseits des großen Teiches immer größer. Erst im Februar haben US-amerikanische Bibliotheken ein preisgekröntes Kinderbuch aus den Regalen genommen, weil auf der ersten Seite das Wort "Hodensack" steht.
Sturm laufen diese Kreise auch immer wieder gegen Harry Potter. Und immer nehmen sie angeblich die Bibel wörtlich, fundamental. Darum soll hier der Hinweis, dass es in der Bibel erotische Stellen gibt, vermieden werden - denn sonst verbannen sie auch noch dieses Buch aus dem Land der für sie unbegrenzten Möglichkeiten...
Portrait eines deutschen Vertreters dieser Kreise in Ein Buch Buntes
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