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Wirtschaft & Finanzen: Welt

G20 und die russische Position

Europa/Deutschland muß aufwachen

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Eigentlich nur bedrucktes Papier. Sieht so auch in Zukunft das Fundament der Weltwirtschaft aus? (Foto: Archiv)

Montag, 30.03.2009

Einsturzgefährdete Dollar-Pyramide dezentralisieren Moskau. Dass Medwedew auf dem Weg nach London in Berlin am Dienstag Halt macht, ist natürlich kein Zufall - genau sowenig, wie es seine erste programmatische außenpolitische Rede überhaupt in Berlin vor einem Jahr war. Damals wie heute geht es Dmitri Medwedew offensichtlich darum, das Gewicht Deutschlands in der Welt - zum eigenen Nutzen - zu mehren. Die Welt, so formulierte er im vergangenen Herbst, könne eben nicht aus einer Hauptstadt alleine regiert werden. Nur hat man bisher in Berlin die Botschaft bisher nicht recht wahrnehmen wollen, wohl aus alten BRD-Furcht, verführt von Moskau die transatlantische Allianz zu gefährden. Allerdings: ein kooperativer Geist der Allianz wehte bisher weder in Sachen Opel-GM, noch in Sachen Finanzkrise von der anderen Seite des Atlantiks herüber, im Gegenteil.

Bei Russland-Aktuell • G-20: Weg vom Dollar, hin zu einer neuen Weltwährung (16.03.2009)

• Welt im Wandel: Moskau muss mehr Freiheit wagen (30.11.2008)

• Münchener Sicherheitskonferenz an der Schwelle zur Krise (06.02.2009)

• Die Welt kann nicht aus einer Hauptstadt regiert werden (10.11.2008)

• Eine Chance: Softy im Kreml und Softy in Washington (05.11.2008)

Die Moskauer Vorschläge, beim G-20-Gipfel sich vom Dollar weg, hin zu einer neuen Weltwährung zu bewegen, werden wohl kaum von der Abwarte-Kanzlerin unterstützt werden; obwohl sie längst nicht nur aus Moskau, sondern auch aus Peking und anderen Hauptstädten zu hören sind. Das wäre ja fast eine Revolution, wenn Berlin und BRIC-Staaten gemeinsam auftreten würden.

Weniger Dollar, mehr Demokratie

Nur - wenn der Londoner Gipfel überhaupt ein Ergebnis haben kann, dann doch wohl eines in dieser Richtung: den Dollar schrittweise aber zügig durch eine neue, gemeinsame Weltwährung zu ersetzen, vielleicht gesteuert von einem reformierten und demokratisierten Weltwährungsfond.

Es wäre jedenfalls an der Zeit, wenn es bald anstelle der einen, immer einsturzgefährdeten Dollar-Pyramide ein System mehrerer regionaler Reserve-währungen geben würde. Banker finden das wohl unrealisierbar. Sie können ja auch hoffen, immer oben auf dem Trümmerhaufen zu hocken.

VD-N: 03.04.2009

Diese höchst brisanten wirtschaftlichen Themen, sind höchst bemerkenswert. Denn das sich Russland nun der von Deutschland vorgegebenen Betrachtungsweise anschließt, der sich Frankreich ja auch angeschlossen hat, ist eben nur halb erstaunlich. Denn betrachtet man die alten Ansätze von Wirtschaftstraditionen, worum eben die angelsächsische Wirtschaftsdenkweise und Machtpositionierung so lange gegen Deutschland auch Krieg geführt hat, so waren die Beweggründe Russlands, gegen Deutschland Krieg zu führen, nie die Wirtschaftsdenkweisen und –Ansätze. Diese waren von jeher, eher konform. Da Russland nun glücklicher Weise seinen ideologischen Hemmschuh des Sowjetsystems abgeschüttelt hat, kann es nun wieder ungehindert, sich den alten Traditionen hingeben und positionieren.

Denn die Übernahme deutsch-franzsösischer Vorstellungen gegen die alten angelsächsischen Vorstellungen, werden keinen Krieg mehr gegen Deutschland heraufbeschwören müssen. Die Zeiten haben sich insoweit auch hier gewandelt. Als geschichtliche Ironie ist nur festzustellen, das sich offensichtlich die alte Position Deutschlands nach dem Wertschöpfungsprinzip, in der heutigen Weltwirtschafts- und Finanzkrise, im Nachhinein wohl als das bessere Prinzip bestätigt.

Und eben aus dieser Denktradition kommen die Einwendungen via Frankreich, da Deutschland sich bedeckt hält. Aus Rücksicht im vorausschauendem Gehorsam seit 1945. Und in diesem Lichte zeigt sich einmal mehr, warum die NATO-, die USA- und Großbritannien geführte EU-Politik, seit des Wiedereintritts Russlands in die westliche Hemisphäre, immer noch Widerstand leistet und alles, was aus Russland kommt, versucht zu unterlaufen. Da spielen immer noch alte Strategien des Kalten Krieges hinein und Denkarten der Vormachtstellung seitens der USA.

Nur das führt in die falsche Richtung. Russland ist ein wesentlicher Partner für Europa und man muß Russland den Zugang zu Europa ermöglichen, der von dort ja auch gewünscht wird. Denn nur die Einbindung bringt Sicherheit für Europa und Deutschland. Nötigenfalls muß man sich halt ohne die USA mit Russland arrangieren. Deutschlands Wirtschaftskraft ist auf Russland angewiesen. Und politisch historisch, stehen sich Russland und Deutschland viel näher, als es allgemein angenommen wird. Und diese Nähe kann politisch auch sehr viel Fruchtbares zu Tage fördern. Hier ist Frankreich im Übrigen mit einzubeziehen, das zu Russland eben auch traditionell, kulturell wie mental, große Nähe aufweist.

Und will Deutschland politisch seine Staatlichkeit wirklich zurück erhalten ohne alte Trennungen in Europa neu zu beleben, also alte Blockgefährdungen wieder neu enstehen lassen, so geht das eben nur über Moskau. Denn die Einbindung Moskaus nach Europa bedingt die Einheit und Souveränität Deutschlands für Europa und für sich selbst, um aus dem Zustand der ewigen Schmach bis ins siebente Glied herauszukommen und wieder den Platz einzunehmen, dem Deutschland gebührt.

All diese Dinge hängen auf das Engste miteinander zusammen und harren der Lösung. Deshalb ist es so wichtig, das Deutschland wieder eine deutsche Regierung erhält die den Rechtsstaat, das Staatsrecht und die Demokratie wieder herstellt und so die Souveränität für sich und zum Nutzen für Europa ausfüllen kann, ohne als Klammer für Europa für die transatlantische Politikvorstellungen und angelsächsischen Wirtschaftsdogmen, missbraucht und ausgenutzt zu werden.

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Schlüsselwörter: G 20 | Russland | EU | Deuschland-Frankreich
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