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Politik: Welt

Liebesgrüße vom Love-Fight and Peace-Gipfel in London-Woodstock

Wo bleibt der bissige Journalismus?

Wer sich die Bilder vom G20 Gipfel anschaut, die die Spiegel Fotostrecke veröffentlicht, und wer sich ein wenig in der Geschichte auskennt, der erlebt momentan ein Traum-Mix-Déjà-vu.

http://www.spiege...cle=616993

Die Bilder erinnern an eine Mischung aus Anti-Atomkraft Protesten und Woodstock und passen eigentlich überhaupt nicht zusammen, ja sie wirken in einer einzigen Fotostrecke schon zu skurril und merkwürdig, fast gestellt, weil sie so absolut nicht zu den veröffentlichten Berichten vom G20 Gipfel passen wollen.

Sie scheinen in einer anderen Welt zu passieren als der, die hinter verschlossenen Türen tagt, sie scheinen nicht einmal zu der Härte der Polizeieinsätze und schon gar nicht von den Menschen, die auf der Straße und auf dem Gipfel abgebildet sind gemacht worden zu sein, ja wer alle Berichte so weit als möglich verfolgt, der meint an Schizophrenie zu leiden. Man glaubt, selbst die agierenden Personen und ihre veröffentlichten Vorab und Danach Meinungen passten überhaupt nicht zueinander, besser, auch die handelnden Politiker litten alle an dieser Krankheit und die Presse selbst wisse nicht mehr, wie sie was verkaufen solle.

eig pc
eig pc
Es scheint als sei die Matrix existent geworden, sichtbar, fühlbar. Welten liegen nicht nur zwischen den Gipfelteilnehmern oder auch nicht, nein sie liegen zwischen den Teilnehmern, der Zeit und den Menschen, zwischen den Generationen und wieder auch zwischen Niemandem und Nichts, weil eben jeder auf diesem Planeten leben muss.

Eigentlich ist man als im besten Mann/frauenalter stehender Pressemensch scharf auf Krach und Misstöne, aber als Journalist wird man derzeit enttäuscht, denn die Ergebnisse, Bilder und Erwartungen stimmen partout nicht überein. Man ist zur Arbeit, Denken, zum Hinhören gezwungen und kann nicht Teile vorschreiben, weil plötzlich das Erwartete ausbleibt, das Bild ein völlig anderes ist, wenn es entwickelt wird. Man ist in der Vier-Buchstaben-Presse von heute an Friede-Freude-Eierkuchen Berichte nicht gewöhnt, daran das nichts so ist wie es sein sollte oder scheint schon gar nicht, und muss wohl erst einmal neu erlernen, wie man das dem werten Leser verkaufen soll. Man wird auch enttäuscht als jemand, der einen zu rechten oder zu linken, zu hochrüstenden oder zu nah stationierenden Gegner sucht, denn die Welt versinkt im Land des Lächelns.

Schizophren ist daran auch, dass landesinterne Presseberichte aus Wirtschaft und Politik auch nicht mehr zu dem passen, was man erwarten würde, denn anscheinend haben Gott und die Welt resigniert, zum Glück sind ja Osterferien, und zum Gipfel passen diese Nachrichten schon überhaupt nicht!

Man hockt bereits jetzt-denn es ist Freitag ab 1- mit nacktem Oberkörper auf der Terrasse oder Balkonien und lässt sich bei der x-ten Wiederholung der Bundesliga volllaufen. Man zupft das Unkraut mit der Pinzette aus dem Rasen und ist deutscher als der hässlichste Gartenzwerg mit nacktem Hintern. Die Presseberichte, sie erscheinen absurd und unwirklich und stimmen nach Minuten schon nicht mehr, weil die Erwartungen andere waren, darauf war man als Wähler geschult, auf einen sichtbaren Gegner, nur der ist plötzlich weg, und am Stammtisch bleibt nun nur der Fußballgegner, allenfalls Probleme mit der Ollen, denn Knete fließt ja auch ohne Job noch, was solls, nie waren Nachrichten unwichtiger als heute, passiert ja nix mehr heutzutage…

Krawall? Ja mal kurz, so ein paar durchgeknallte Studenten, denen es zu gut geht, das vermitteln die Bilder, sonst gar nichts. Es sind Fotos, die zum Ernst der Lage nicht passen, es sind Berichte, die zum Ernst der Lage nicht passen, es sind: „ist doch alles in Ordnung-Berichte“, und „nun bitte abschalten, wir machen das schon, legt euch schön wieder ins Bettchen Kinder Märchen und Berichte“.

Es passt nicht und macht die Presse zahnlos. Es fehlt die Hinter den Kulissen Spiegel-Monitor-Augstein-Presse, die genauer hinschaut, und die sich nicht durch: La-Le-Lu-Gesinge der Mächtigen einlullen lässt. Gute Pressearbeit und bissige Journalisten wären momentan wichtiger als je zuvor! Was passiert wirklich im Hintergrund?

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: G20 | Wirtschaftskrise | Gipfel | Weltwirtschaft | London
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Kommentare

MarBrun
am 02.04.2009 19:14:51 (77.25.91.xxx) Link Kommentar melden
Das was passiert ist ein Anti Journalismus Kurs, der aber mit Sicherheit seine gravirenden Gründe hat.

Auch eine Hintergrund Presse ala Spiegel könnte dort nicht weiterhelfen. Sschaut man einmal genauer hinter dem Spiegel, so hat dieser seine Aggresivität schon seit Jahren verloren.

Der Leser will aber auch keine "Krawall" Presse - im Gegenteil, die ehrenwerte Leserschaft liest vermehrt - und zu Recht ! - zum Beispiel "Die Zeit".

Wobei die Argumentation hier im Kommentar nicht gegen den Spiegel. Der ist vielen Leserinnen und Lesern immer noch lieber als ein gewisses anderes Schmierblatt aus Berlin (ehemals Hamburg)

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