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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Ceylontee aus Sri Lanka – Vom Weltmarkt nicht mehr wegzudenken

Die riesigen Teeplantagen im Hochland sichern rund 60 Prozent des Außenhandels

Pixelio.de
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Auf Sri Lanka befinden sich mit die größten zusammenhängenden Teeanbaugebiete der Welt. Seit der Kolonialzeit ist der Ceylontee als Qualitätsprodukt in aller Welt bekannt. Obwohl Ceylon im Jahre 1972 in Sri Lanka umbenannt wurde, hat sich der alte Begriff des Ceylontee bis heute erhalten. Qualität soll man eben nicht umbenennen…

Der Tee ist das wichtigste Exportgut des Landes und macht rund 60 % der Exporterlöse Sri Lankas aus. Somit sind die Teeplantagen und die verarbeitenden Betriebe die Hauptarbeitgeber dieses asiatischen Inselstaates. Die Zahl der Teefabriken dürfte weit mehr als 1.000 betragen. Einige Einwohner behaupten sogar sie läge bei bis zu 2.000. Die drei wichtigsten Anbaugebiete des Ceylontees sind Dimbula, Uva und Nuwara Eliya im zentralen Hochland der Insel. Nennenswerte weitere große Anbauflächen befinden sich in den Hochlanddistrikten Kandy und Uda Pusellawa sowie in der Region Ruhuna im Tiefland, rund um Ratnapura.

Für jeden, der einmal seinen Urlaub auf Sri Lanka verbringt, empfiehlt sich eine Tour zu den Plantagen im Hochland. Schilder an den Straßen, die Namen wie Somerset oder Edinburgh enthalten, weisen noch heute auf die britische Kolonialzeit hin. Und die Briten waren es auch, die einst, im 19. Jahrhundert, den Tee aus China nach dem damaligen Ceylon brachten. Es war ein Schotte, der im Jahr 1849 die erste Teeplantage Ceylons im zentralen Hochland anlegte. Seitdem hat der Teeanbau hier den früheren Kaffeeanbau so gut wie ganz verdrängt.

Die besten und edelsten Teesorten wachsen in den höchsten Regionen. Und so werden die Teesorten aus Sri Lanka in drei Höhenkategorien eingeteilt: Der Tiefland-Tee wächst in Höhen bis zu 610 Meter, der Midland-Tee in Höhen von 610 bis 1.220 Meter und der Hochland-Tee in Höhen oberhalb der 1.220 Metermarke. Und so gilt dann auch der Tee, der auf den Plantagen von Mackwoods bei Labukele in einer Höhe von 2.300 Metern wächst als eine der besten Teesorten überhaupt. Auch heißt es, dass schon die Art des Pflückens der Teeblätter die Qualität letzten Endes stark beeinflusst und somit eine entscheidende Rolle spielt. Viel wichtiger ist jedoch, dass die beste Teequalität, das „Broken Orange Pekoe“, nur mit den oberen zwei Blättern und der Knospe erreicht wird. Geerntet wird praktisch das ganze Jahr über, wobei in einigen Regionen, witterungsbedingt, auch die Monate der Ernte eine entscheidende Rolle bei der Qualität spielen.

Foto: Paul Boden, Archiv Siam-Journal
Foto: Paul Boden, Archiv Siam-Journal
Die Ernte wird überwiegend von den tamilischen Frauen vorgenommen, da diese Arbeit als niedere und schlecht bezahlte Arbeit gilt. Bis zu 16 Kilo pflücken die Frauen am Tag. Daraus werden dann ungefähr 4 Kilo fertiger Tee. Der äußerst geringe Lohn reicht kaum zum Überleben. Die meisten dieser Frauen leben mit ihrer ganzen Familie in der Nähe der Plantagen in kleinen und primitiven Behausungen von nur wenigen Quadratmetern. Erst seit ein paar Jahren sind einige Plantagenbesitzer dazu übergegangen, sich wenigstens im Gesundheitswesen für die Mitarbeiter zu engagieren und bieten heute den Angestellten und ihren Familien eine recht gute Gesundheitsversorgung.

In vielen der Teefabriken geht es auch heute noch zu wie vor hundert Jahren. Die Maschinen sind steinalt und die überwiegende Arbeit besteht hier noch aus Muskelkraft der Frauen und Männer. Die Luft ist angereichert mit dem Duft von frischem Tee. Einige der Fabriken können auch besichtigt werden. Diese haben meistens auch Probierstuben, in denen man, oft zu selbst gemachtem Kuchen, die verschiedensten Teesorten probieren und genießen kann. Auch ein kleiner Verkaufsladen ist meistens dabei, in dem man die hier produzierten Tees direkt und frisch kaufen kann.

Die noch grünen, frisch geernteten Teeblätter werden auf großen Gitterflächen getrocknet. Dabei wird von unten durch große Gebläse warme Luft auf den Tee geblasen. Nach der Trocknung werden die Blätter gerollt. Eine Arbeit, die heute in den meisten Teefabriken von einer Maschine erledigt wird. Bei diesem Vorgang platzen die Zellen in den Blättern auf, so dass der herausquellende Pflanzensaft mit der Luft reagieren kann. Durch den Fermentierungsprozess wird der Tee dunkel und man spricht vom schwarzen Tee oder auch Schwarztee. Nach der Fermentierung muss der Tee weitertrocknen. Anschließend werden sie Blätter gesiebt um die verschiedenen Größen (Blattgrade) voneinander zu trennen.

Um einen guten und schmackhaften Tee zu erhalten müssen die Blätter nicht zwangsläufig fermentiert werden. Beim nicht fermentierten Tee spricht man vom grünen Tee oder auch vom Grüntee. Dieser kann später mehrmals aufgekocht werden. Doch dies ist nicht so ganz im Sinne der Plantagenbesitzer, die deutlich weniger Tee verkaufen könnten, wenn zuviel Grüntee produziert wurde. Das war schon zu Kolonialzeiten ein Dorn im Auge der Geschäftsleute.

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Schlüsselwörter: Sri Lanka | Ceylon | Ceylontee | Tee | Schwarzer Tee | Grüner Tee | Teeplantagen | Teefabriken
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