Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Biokraftstoff – Eine Umweltkatastrophe nimmt ihren Lauf

Weltweite, großflächige Vernichtung von Wald- und Nahrungsmittelanbau-Gebieten als Folge

Quelle Pixelio
Quelle Pixelio
Steigende Preise bei den Lebensmitteln, Verknappung der Nahrungsreserven in der Dritten Welt, Mehr und immer größer werdende Hungersnöte, steigende Spritpreise, Umweltkatastrophen, Klimawandel – und noch viel mehr. Dies alles hängt mit dem fatalen Wahn nach Agrartreibstoffen zusammen. Eine angeblich umweltschonende Idee wird zur teuren und katastrophalen Umweltkatastrophe…

Der Wahn nach Biokraftstoff treibt unaufhörlich die Preise für Mais, Getreide, Soja und Palmöl in die Höhe. Ein Anreiz für die Landwirtschaft ihre Ackerflächen auf den Anbau solcher Pflanzen für die Gewinnung der Agrarkraftstoffe umzustellen. Bereits jetzt kann Europa den Eigenbedarf nicht mehr decken und muss aus der Dritten Welt dazu kaufen. In den letzten beiden Jahren hat sich der Preis für Mais verdoppelt. Das wirkte sich besonders drastisch in Mexiko aus. Die Tortillas, die aus Mais hergestellt hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören haben sich in den beiden letzten Jahren im Preis verdoppelt und werden immer teurer. Bald kann sich der Großteil der mexikanischen Bevölkerung keine Tortillas mehr leisten. Massendemonstrationen gab es deswegen schon häufiger in Mexiko. Die USA kaufen hier den Großteil der Maisproduktion auf und verarbeiten ihn zu Ethanol. Und auch in den USA steigen immer mehr Mais-Farmer auf den Maisanbau für Ethanol um und vernachlässigen den Nahrungsmittelanbau. All dies geschieht nur aus einem einzigen Grund: Money, Money, Money…

Die Schnaps-Idee „Biokraftstoff“ ist ein Schuss, der nach hinten losging, „ein Schuss in den Ofen“. Die weltweite Nachfrage nach diesen Agrarkraftstoffen bedarf immer mehr Anbauflächen. Diese gehen einerseits zu Lasten der Anbauflächen für Nahrungsmittel und andererseits zu Lasten der letzten noch intakten und lebensnotwendigen Regenwaldgebiete – vor allem auf dem asiatischen Kontinent. Immer mehr Urwaldgebiete werden sinnlos abgeholzt um neue Anbauflächen aus Monokulturen von Öl-Palmen für die Kraftstoffgewinnung zu erhalten. Die Folge: Die Natur kann die menschliche Umweltverschmutzung immer weniger verarbeiten und ausgleichen – der Klimawandel lässt grüßen. Schrumpfende Anbauflächen für Nahrungsmittel, bedingt durch die Umwandlung der vorhandenen Ackerflächen in solche für Biokraftstoffe, bedingen ebenso eine sinkende Nahrungsmittelproduktion. Die Folge: Steigende Preise bei den Lebensmitteln und noch mehr und noch größere Hungerskatastrophen in der Dritten Welt – und das bei ständig und drastisch steigender Erdbevölkerung.

Was uns eigentlich einst als umweltschonend schmackhaft gemacht wurde, hat sich bereits seit Langem als das genaue Gegenteil herausgestellt. Wir, die Verbraucher und Weltbürger, sind dabei (wie immer) die Dummen. Die Gewinner sitzen nur in einem kleinen Teil der gewaltigen, weltweit agierenden Wirtschaftsmafia – in den Etagen ganz oben. Und bei denen zählt nur eines: Geld, Geld, Geld – unser Geld…

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Biokraftstoff | Agrarkraftstoff | Palmöl | Mais | Wirtschaftsmafia | Umwelt | Regenwald | Nahrungsmittel | Nahrungsmittelknappheit | steigende Preise
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Alex Mais
am 25.04.2009 13:09:14 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Noch mehr Palmölanbau in Südostasien: Nach einer Meldung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hat die staatliche burmesische Zeitung New Light of Myanmar berichtet, dass kürzlich eine 5köpfige Delegation der Palmölindustrie von Malaysia die burmesische Industrie- und Handelskammer besucht hat. Dabei wurde unter anderem auch eine bessere technische Kooperation beim Palmölanbau in Myanmar vereinbart. Derzeit beträgt die Größe der Anbaufläche in Myanmar ca. 100.000 ha. Geplant ist eine Verdoppelung auf 202.500 ha. Die meiste Fläche dürfte dann wohl wieder zu Lasten des Regenwaldes – und damit der Natur und Umwelt – gehen…
Alex Mais
am 07.05.2009 22:49:01 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Gerade gefunden: Eine Petition gegen "Biosprit". Sie kann von jedem online mitgezeichnet werden, der auch dagegen ist. Eile ist angesagt, die Mitzeichnungsfrist endet am 11. Juni 2009.

Und hier (Link) geht es direkt zur Petition: Naturschutz und Ökologie - Irrweg "Biosprit" vom 07.04.2009

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
36,812,777 eindeutige Besuche