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Politik: Politische Meinung

Demoskopen, Journalisten und andere Katastrophen

Am 24. März 2009 werden in Sachsen zwei Umfragen zur Landtagswahl vorgestellt, die - milde betrachtet - ein wenig widersprüchlich sind. Das Meinungsforschungsinstitut Aproxima liefert der Staatskanzlei das gewünschte Ergebnis. 49 Prozent für die CDU.

Überraschung allenthalben, da völlig außerhalb des Trends. Schlaue Sachsen meint die Union. Andere sprechen von Gefälligkeitsergebnis. Das Institut für Marktforschung Leipzig sieht die Union bei 42 Prozent. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Eine Reihe von Journalisten mochte sich jedenfalls nichts Böses denken. Und so titelten sie munter drauf los. CDU bei 49 Prozent oder CDU schnuppert an der absoluten Mehrheit. Mark Twain bemerkte zu dieser Art von Journalisten einst, es seien Menschen, die ihr Leben lang darüber nachdenken sollten, welchen Beruf sie verfehlt haben.

Nun. Der Kunde ist eben König und der Kapitalismus eine feine Sache. Jedenfalls für Demoskopen. Sie lieben den Wettbewerb. Da unterscheiden sie sich wenig von Gutachtern. Beide Spezies handeln nach dem Motto: Wer die Musik bestellt und brav bezahlt, wird prompt mit dem beliefert, was er haben möchte. Zugegeben, es gibt auch (noch) seriöse Anbieter von derartiger Dienstleistungen. Selbst bei den Banken soll es solche gegeben haben. Doch wer kennt die schon.

Wer nicht unter politischem Alzheimer leidet, wird sich noch erinnern. Wir schreiben das Jahr 2005. Die Bundestagswahl steht vor Tür und begehrt Einlass. Die Demoskopen vermelden pflichtgemäß Rekordprognosen für die Union. Das bürgerliche Meinungskartell jubelt. Der neoliberale Medien-Mainstream lechzt nach einer CDU/FDP Regierung. Der Markt muss von allen Fesseln befreit. Es lebe der Turbokapitalismus. Wer damals den Begriff Bankenverstaatlichung auch nur gedacht hat – geschweige denn ihn aussprach – setzte sich der Gefahr einer öffentlichen Steinigung oder einstweiligen Erschießung aus. Mindeststrafe Nervenheilanstalt nicht unter 10 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung. Mit psychopathischen Serienmördern geht man hierzulande pfleglicher um. Das Ergebnis des Umfragedesasters ist bekannt. Erkenntnisgewinn Null. Nur die Ökonomen-Kaste kann im Wettbewerb um die Prognosen mit der kürzesten Halbwertzeit mithalten.

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Schlüsselwörter: Umfragen | Sachsen | Landtagswahl
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