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Betrug und Abzocke: Wenn Tote Onlinehandel betreiben…

Immer wieder melden sich Betrüger bei Ebay & Co. Mit der Identität Verstorbener an

Derzeit scheint sich wieder eine Betrugsmasche im Internet zu verbreiten, die nicht wirklich neu ist. Bereits in den letzten Jahren wurden mehrmals Accounts beim Online-Auktionshaus Ebay angemeldet, die dazu die Namen und Daten von kurz zuvor Verstorbenen benutzten. Hierüber berichteten in der Vergangenheit auch schon die TV-Medien.

Bereits im Jahr 2005 gab es einen solchen Fall bei Ebay, bei dem mehr als 200 Käufer geschädigt wurden. Sie hatten bezahlt, bekamen ihre ersteigerte und bezahlte Ware aber nie. Dies ist nicht nur für die betrogenen Verkäufer, die um ihr Geld geprellt wurden, eine böse Überraschung, sondern vor allem auch für die Angehörigen der/des Verstorbenen, deren/dessen Identität von den Betrügern missbraucht wurde. Denn diese erhalten dann von den aufgebrachten, um ihr Geld betrogenen Usern im guten Glauben Anfragen und Anmahnungen nach der gekauften und bezahlten Ware. Nicht selten werden auch Anzeigen erstattet und die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Betrugverdachts.

So erhielten 2007 die Angehörigen des verstorbenen Wilhelm P. wenige Wochen nach dessen Tod schriftliche Aufforderungen zum Versand der über Ebay ersteigerten „Sammlerstücke“. Auch wurden bereits Strafanträge wegen Betruges gestellt. Ebay wurde von den Angehörigen auf diese Angelegenheit hingewiesen und gebeten den Betrugs-Account mit der falschen Identität umgehend zu löschen. Ebays Telefonsupport verweigerte die Sperrung des Accounts mit der Begründung, dies könne erst dann geschehen, wenn eine Sterbeurkunde vorläge. Somit bekam der Betrüger noch, dank Ebay, eine Aufschubfrist und konnte in dieser Zeit weitere ahnungslose User abzocken.

Da wird wieder einmal ersichtlich, wie gefährlich der Handel auf Ebay & Co. sein kann. Auf der einen Seite werden von Ebay Accounts rigoros gesperrt, wenn auch nur ein anderes Mitglied einen Verdacht ausspricht, der häufig sogar völlig unbegründet ist. Und dies dann ebenso offensichtlich häufig ohne Prüfung durch Ebay, denn sonst wäre schon mancher Account nie gesperrt worden. Die Verkäufer haben dann oftmals einen steinigen und langen Weg ihre ungerechtfertigt gesperrten Accounts wieder frei zu bekommen. Dies ist die eine Seite der Medaille. Die andere dann so: Accounts, die ganz offensichtlich Betrug-Accounts sind, wie im genannten Fall von Wilhelm P., bleiben unnötig lange bestehen, weil Ebay offenbar in dieser Hinsicht unfähig ist seine User schnell zu schützen.

Im betroffenen Fall stellte sich heraus, dass der Ebay-Account einen Tag nach dem Versterben des Wilhelm P. eingerichtet wurde. Wilhelm P. selbst hat nie einen Internetanschluss gehabt, war nie in einem Internet-Cafe und kannte sich auch mit Computern gar nicht aus, denn er hat auch nie einen besessen. Wie die polizeilichen Ermittlungen kurz darauf ergaben, besaß der Betrüger noch einen weiteren Account auf den Namen der ebenfalls kurz zuvor verstorbenen Hilde B.

Aktuell warnte am 10. Januar 2009 ein Ebayer in einem Ratgeber vor einen neuen Fall dieser perfiden Betrugsmasche. Dieser hatte Ende Dezember letzten Jahres über Ebay einen Sofortkauf für 199,99 Euro getätigt. Da der Verkäufer ein neues Mitglied war, das erst kurz zuvor bei Ebay angemeldet wurde, nahm er per Telefon Kontakt mit dem Verkäufer auf. Dabei stellte sich heraus, dass der Account ebenfalls auf den Namen einer kurz zuvor verstorbenen Frau eröffnet wurde. Diesmal reagierte Ebay auf eine entsprechende Mitteilung ausnahmsweise einmal innerhalb von einer Stunde und sperrte den Account.

Gestern, am 24.03.2009, gab es schon wieder Berichte auf der Internetplattform Ebay, wonach auch derzeit wieder die Betrugsmasche mit der geklauten Identität Verstorbener läuft. Bleibt zu hoffen, dass diese Betrüger schnell überführt, dingfest gemacht und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Und hoffentlich greift die ansonsten recht lasche deutsche Justiz auch einmal hart durch…

Eine andere Masche versuchten Trickbetrüger Anfang Februar 2009 im Großraum Nürnberg. Dort flatterten den Angehörigen Verstorbener Mahnungen in Höhe von 39,95 Euro über eine nie gemachte Warenlieferung ins Haus. Angeblich hatte der Verstorbene noch kurz vor seinem Ableben ein Potenzmittel der Marke „Mann Aktiv“ gekauft. Bei der erfolgten Anzeige teilte die Kripo mit, dass die Absender dieser Mahnungen bereits bekannt seien…

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Schlüsselwörter: Ebay | Internethandel | Betrug | Abzocke | Verstorbene | Onlinehandel | Online-Auktionshaus
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Kommentare

Alex Mais
am 25.04.2009 07:55:01 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Der Hammer der Woche:

Da meldet sich jemand aktuell am 24. April 2009 unter dem Nicknamen bimbo56789 bei Ebay an. Offensichtlich nur aus einem Grund, nämlich einen „Ratgeber“ mit folgendem Titel auf die Ebay-Ratgeberseiten einzustellen: „Geheim bei ebay alles machen“. (Eingestellt am 24.04.2009, aktualisiert am 25.04.2009.)

Da heißt es dann in einem katastrophalen Deutsch (auszugsweise): „…meld dich einfach anonym an. Suche im Netz nach Todesanzeigen, nimm diese Daten und such unter telefonbuch.de die paasende adresse zu den toten. Geburtstag hasste ja - mach am besten im internetcafe da ist alles sicher…“

Allein die Aufforderung zur anonymen Anmeldung ist nicht nur eine Aufforderung zum Verstoß gegen die Ebay-Richtlinien sondern vor allem auch eine Aufforderung zum Betrug. Letzteres gilt natürlich erst recht zur Aufforderung, sich mit den Daten Verstorbener anzumelden.

Unglaublich, dass so ein Machwerk auch noch von einem User als „hilfreich“ (also positiv) bewertet wurde. Schaut man dann nach, erfährt man dass dieses Mitglied seit dem 24.04.2009 in Deutschland angemeldet ist. Am Morgen des 25.04.2009 befindet sich bereits der Hinweis dabei: „Mitgliedschaft beendet“. Hat Ebay da mal ausnahmsweise schnell reagiert und den Account gelöscht? Oder hat das „Mitglied“ kalte Füße bekommen und einen Rückzieher gemacht? Wünschenswert wäre, wenn hier auch mal die Staatsanwaltschaft ermittelt…

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