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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Das Weltwasserforum: Kampf um das blaue Gold.

Das 5. Weltwasserforum hat vom 16. bis 22. März 2009 in Istanbul stattgefunden. Mehr als 20.000 Teilnehmer aus 180 Ländern haben in diesem Jahr daran teilgenommen.

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel und sollte Menschenrecht zugleich sein und doch fehlt mehr als einer Milliarde Menschen der Zugang dazu, und noch immer sterben Jahr für Jahr Millionen von Menschen an schlechter Wasserversorgung, mehr als 5 Millionen Kinder übrigens.

Es ist wichtig, mit Trinkwasser sparsam umzugehen und Trinkwasser wenn es geht noch besser zu schützen als bisher.

Das waren die Schwerpunktthemen, mit denen sich das Weltwasserforum beschäftigt hat:

• Globale Veränderungen und Risikomanagement;

• Verbesserung von Entwicklungsbedingungen und Förderung der Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele;

• Bewirtschaftung und Schutz von Wasserressourcen und der Versorgungssysteme unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mensch und Umwelt;

• Steuerung, Verwaltung und Bewirtschaftung;

• Nachhaltige Finanzierung des Wassersektors sowie

• Bildung, Fachwissen sowie Aufbau und Entwicklung von fachlichen Kompetenzen.

Das Forum findet seit 1997 übrigens alle 3 Jahre statt. Und der Weltwasserrat (World Water Council) organisiert dieses.

Staatspräsidenten, Minister, Parlamentarier und Vertretern von Behörden aus den teilnehmenden Staaten treffen mit Vertretern der Wasserwirtschaft und Wissenschaft sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen, um gemeinsam globale Lösungsansätze zur Zukunft der Wasserversorgung zu erarbeiten.

Das erste Weltwasserforum fand in Marrakesch in Marokko statt und führte zur Erstellung der „Vision für Wasser, Leben und Umwelt im 21. Jahrhundert“, die dann erneut auf dem 2. Weltwasserforum in Den Haag (Niederlande) diskutiert wurde. Auf dem 3. Treffen in Kyoto (Japan) 2003 stand die stärkere Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Betroffenen in wasserbezogene Prozesse im Mittelpunkt. Dort entstand auch „Welt – Wasser – Aktionen“. Das 4. Weltwasserforum wurde dann 2005 in Mexiko City organisiert und brachte bereits 20.000 Teilnehmer zusammen. Es gilt eigentlich seit 1997 die Internationale Wasser-Konvention, die unter anderem regelt, dass zwei Staaten, die an einem Gewässer angrenzen, dieses gleichberechtigt nutzen dürfen, und die im Mai 1997 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Diese Konvention schafft einen Rahmen für die Nutzung, das Management und den Schutz von grenzüberschreitenden Flüssen und Seen. Sie konnte bis heute jedoch noch nicht in Kraft treten, da sie erst von 16 UN-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde – notwendig sind jedoch mindestens 35 Unterzeichnerstaaten. Die Konvention soll einfach zwischenstaatliche Konflikte über Wasser regeln.

Allerdings ist der WWF vom Ausgang des Forums denkbar enttäuscht, und so fällt auch die Presseerklärung aus: „Die offizielle Abschlussdeklaration des Weltwasserforums ist größtenteils eine Ansammlung von unverbindlichen Plattitüden und nicht der dringend notwendige Aktionsplan“, kritisiert Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF Deutschland. „Was wir angesichts einer drohenden globalen Wasserkrise brauchen, sind konkrete Gegenmaßnahmen und ambitionierte Ziele - und keine wachsweichen Versprechungen.“ Die Umweltstiftung WWF kritisiert, dass sich in der Abschlussdeklaration weder eine Erklärung zum Menschrecht auf Wasser, noch auf die Sicherung des Wasserzugangs für die Natur findet. „Wer die Wasserkrise effektiv bekämpfen will, der muss die entsprechenden Ökosysteme wie Flüsse und See, Auen und Moore schützen“, sagt Martin Geiger.

In der Kritik steht auch das Gastgeberland Türkei. Die Hoffnungen, dass sich die Türkei durch das Istanbuler Forum zu einem modernen Wassermanagement bekennen würde, haben sich nicht erfüllt. Überschattet wurde das Forum von Festnahmen und Polizeieinsätzen gegen Demonstranten zu Beginn der Veranstaltung. „Der türkische Staat hätte gut daran getan, mit den Demonstranten über ihre Anliegen zu sprechen, anstatt sie zu verhaften oder des Landes zu verweisen“, kritisiert WWF-Experte Geiger.

Einziger positiver Aspekt des vergangenen Weltwasserforums sei, dass sich Nationen, vor allem in Westafrika und dem Nahen Osten, schrittweise zur endgültigen Ratifizierung der Internationale UN-Konvention zu einem grenzübergreifenden Management von Trinkwasservorkommen bekennen würden. „Unsere Hoffnung ist, dass die fehlenden 19 Unterschriften, die für das in Kraft treten des Abkommens notwendig sind, in naher Zukunft geleistet werden“, sagt Martin Geiger. Nur so könnten in Zukunft Konflikte um das „blaue Gold“ geschlichtet und gelöst werden. Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Süßwasservorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. Deutschland, lobt der WWF, hat das Abkommen bereits unterschrieben.

Weitere Informationen erteilt: Roland Gramling Pressestelle WWF Deutschland 069-79144-216

©denise-a. langner-urso, (Bearbeitung für onlinezeitung 24,)

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Schlüsselwörter: Trinkwasser | Menschenrechte | Staudämme | Klima | WWF
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