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Lokales: SonstigesDie Fußspuren Buddhas – Heilige Reliquien des Buddhismus
Vor etwa 380 Jahren, während der Regierungszeit von König Son Tham (auch Songharm; 1620-1628), fuhren siamesische Mönche oft nach Sumanakut auf Ceylon (heute Sri Lanka), um hier dem berühmtesten Fußabdruck Buddhas auf dem Adam’s Peak, dem wohl geheimnisvollsten Berg des heutigen Sri Lankas, der einer Legende nach der Ort sein soll, der dem Paradies am nächsten liegt, zu huldigen. Dort wurden sie gefragt, warum sie die weite Reise machten, da doch Thailand selber einen echten, heiligen Fußabdruck des Lehrmeisters am Suvanhügel besäße. Daraufhin ließ der König nach dem Fußabdruck suchen.
Der König wurde schließlich in einem Bericht fündig, wonach sich folgende, merkwürdige Geschichte ereignet haben soll, die auf Thailands Buddhismus große Auswirkungen hatte: In einer Entfernung von ca. 110 Kilometern in nordöstlicher Richtung von Bangkok, ca. 25 – 30 Kilometer hinter Saraburi, im Bereich des heutigen Wat Phra Buddhabath, war ein Jäger namens Bun auf der Jagd, als er einen Hirsch entdeckte. Sorgfältig zielte er und der Hirsch sank (tödlich?) getroffen ins Gebüsch. Nur wenige Augenblicke danach sprang das Tier jedoch wieder aus dem Gebüsch auf und rannte vor den verdutzten Augen des Jägers unversehrt davon.
Bei der nach folgenden, gründlichen Inspizierung des „Tatortes“ durch den Jäger wurden von ihm nicht einmal Blutspuren gefunden. Stattdessen bemerkte er eine Wasserpfütze, von deren kristallklarem Wasser er seinen Durst löschte. Sofort ging eine seltsame Wandlung in ihm vor und er fühlte sich wie neugeboren. Von einer Hautkrankheit, die ihn bereits seit Jahren plagte, wurde er sofort erlöst: „Als er seine Hände ins Wasser tauchte, wurde der an einer Hauterkrankung Leidende sofort gesund.“

Foto: Axel Ertelt
Obwohl das ganze Geschehen sich mehr als 2.000 Jahre nach dem Leben Buddhas ereignete, war dem König sofort klar, dass dies nur ein Fußabdruck des Erleuchteten sein konnte, den dieser bei einer seiner Astralreisen hinterlassen hatte. Die buddhistischen Gelehrten bestätigten ihn in seiner Meinung, so dass er sofort einen kostbaren Schrein über dem Abdruck erbauen ließ. Dieser wurde bei einem späteren Überfall der Burmesen von den Invasionstruppen zerstört. Um das Jahr 1800 entstand schließlich ein neuer, leuchtender Tempel an dieser Stelle und über dem Abdruck steht heute ein 33 m hoher Mondhop (Abb. 1). Seitdem pilgern jährlich ungezählte Menschenmengen dorthin. Das Fest um Phra Buddha Bat findet jeweils im März statt und dauert eine ganze Woche. Es handelt sich um das Phra Buddha Bath Fest, das Anfang Februar stattfindet.
Der Tempel, der heute noch in seiner vollen Pracht steht, ist erhaben und streng. Zugleich könnte man ihn aber auch als heiter und vor allem als prächtig empfinden. Friedrich Müller beschreibt ihn so: „Quadratische weiße Balustraden fassen, das goldene Heiligtum ein, auf dem ein duftiger Hut aus Grün und Gold sitzt, der sich zu einer delikaten Spitze verjüngt und beinahe nicht aufhören will. Drinnen wird ein kurioses Juwel verwahrt: ein Fußabdruck des Buddha.“
Das Wat Phra Buddhabath liegt gut 100 km nördlich von Bangkok und man erreicht es von dort über die Nationalstraße 1. Zwischen Saraburi und Lophburi geht es dann nach links, wenige hundert Meter, zum Wat. Der eigentliche Fußabdruck (Abb. 2) entsprach nicht so ganz meinen Erwartungen. Es handelt sich um ein mehr oder weniger ovales Gebilde, das inzwischen ringsherum ab- bzw. ausgemauert und oben mit einem Gitter versehen wurde. Daher ist im Grunde von der ursprünglichen Felsstruktur des Fußabdruckes so gut wie nichts mehr zu erkennen und wir sind in dieser Beziehung ausschließlich auf die alten Berichte angewiesen. Wer ihn im Rahmen eines Thailand-Urlaubs besichtigen möchte, dem sei anzuraten dies an einem normalen Wochentag zu machen, da das Wat als eines der bedeutendsten Heiligtümer Thailands an den Wochenenden und Feiertagen völlig überlaufen ist.

Foto: Axel Ertelt
„Statt dessen zeigten die ersten Buddhasymbole nur seine Fußspuren oder das ‚Rad der Lehre‘ als Anregung für die Meditation. ... Sie (die Fußspuren) sind ein Sinnbild dafür, dass der Erleuchtete selbst auf seinen Wanderungen, oder (im Fall von Thailand) seine Lehre einen bestimmten Ort erreicht hat. Den Symbolgehalt der Buddhapada unterstreicht ihre meist sehr große Länge (bis zu 2 m) und wenig naturalistische Ausformung.“
Viele der heute in Thailand bekannten und zugänglichen Fußabdrücke Buddhas sind kunstvoll eingefasst oder mit religiösen Motiven verziert. Sie werden von den Besuchern bzw. Pilgern teilweise auch mit Blattgold beklebt und mit Münzen im Wert von einem Baht gefüllt.
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