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Lokales: Sonstiges

Kanchanaburi: Die Brücke am Kwai und die Todeseisenbahn (3)

Das JEATH-Museum – Aufarbeitung der Geschichte – Dokumente des Grauens

Der einzige Zweck des Museums ist es, die Geschichte der Todeseisenbahn (insbesondere bei Kanchanaburi und den Bau der Brücke am Kwai) zu dokumentieren. Das Museum gehört zum Gelände des Wat Chaichumpol und wurde im Jahre 1977 vom damaligen Oberhaupt des Klosters, dem Abt Ven. Phratheppanyasuthee eröffnet.

Die Namengebung des Museums erfolgte nicht von ungefähr. JEATH ist eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der im Zweiten Weltkrieg in diesem Gebiet verwickelten und am Bau der Eisenbahn beteiligten Länder: Japan (dass trotz eines Vertrages mit Thailand als Besatzungsmacht angesehen werden muss) sowie England, Australien/Amerika, Thailand und Holland (aus denen die alliierten Kriegsgefangenen kamen). Außerdem soll es das englische Wort DEATH (= Tod) ersetzen, das nach Auffassung des Museums zu unheimlich klingen würde – obwohl es durchaus seine Berechtigung hätte.

Der Eintritt ins Museum kostet 30 Baht. Ausstellungsgegenstände des Museums sind unter anderem die verschiedensten Fundstücke aus der Zeit von 1942 bis 1943. Dazu zählen die unterschiedlichsten Waffen genauso wie normale Ausrüstungsgegenstände und Teile von Essgeschirr, die in den japanischen Lagern gefunden wurden. Wenn man das Museum betritt, sieht man zuerst im Eingangsbereich eine Gedenkstätte mit einer Bombe von dem Typ, der die Brücke am Kwai seinerzeit zerstörte.

Das Museum besteht zum Hauptteil aus einer Bambus- und Strohbaracke, die ein originaler Nachbau der ursprünglichen Gefangenenbaracken darstellt. Im Innern befinden sich neben den Bambuspritschen, wie sie die Kriegsgefangenen als Schlafplatz hatten, fast ausschließlich Fotodokumente und Gemälde, die die damaligen Grausamkeiten der japanischen Invasionsarmee dokumentieren sowie Presseberichte aus aller Welt zum Thema. Darunter sind Dokumente, die einem die Haare zu Berge steigen lassen. Völlig ausgezehrte und bis zum Gerippe abgemagerte, alliierte Kriegsgefangene im Lager, die teilweise große offene Wunden, bis auf die Knochen, zeigen.

Die Bilddokumente stammen größtenteils von ehemaligen Gefangenen oder wurden von Thais gemacht. Dazu gehörte großer Mut und eine ungeheure Portion Glück angesichts des Risikos, da die Japaner ihren Gefangenen jegliche Art der Aufzeichnung und Dokumentation wegen der grausamen Behandlungsmethoden unter Androhung härtester Konsequenzen strikt untersagten. Schließlich sollte die Öffentlichkeit die Gräueltaten der japanischen Invasionsarmee niemals erfahren.

Solche Dokumente über die Grausamkeiten des Krieges lassen Hilflosigkeit und Zorn gleichermaßen spüren. Doch das JEATH-Museum weist in einem Infoblatt auf folgendes hin:

„Verehrte Besucher, das JEATH-Museum wurde nicht zur Pflege des Hasses unter den Menschen, speziell zwischen den Japanern und Bewohnern der (damals) alliierten Länder, eingerichtet – es soll uns warnen und lehren, dass es nichts Schrecklicheres gibt als den Krieg! Möge der Friede immer über die Gewalt siegen!“

Diese weisen Worte stammen von Phramaha Tomson Tongproph, dem Kurator des Museums. Und so werden heute die Japaner nicht nur als „ehemalige Gäste“ bezeichnet, sondern – vor allem in Kanchanaburi – mancherorts offenbar lieber gesehen und besser behandelt, als Touristen anderer Nationen. Dies bekamen wir beispielsweise deutlich im Restaurant des River Kwai Hotels zu spüren, das zwar zu den besseren Unterkünften der Provinzhauptstadt gehört, aber personell durchaus einiges zu wünschen übrig lässt.

Anders in dem Watangeschlossenen JEATH-Museum, wo alle Besucher gern gesehen sind. Die Öffnungszeiten des Museums sind täglich von 8.30 bis 18.00 Uhr. Für Gäste aus Übersee ist ein Besuch nach Absprache auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Die genaue Adresse des Museums ist: JEATH-Museum, Wat Chaichumpol, Bantai, Pak Praek Road, Kanchanaburi 71000, Thailand (Ansprechpartner ist der Kurator Phramaha Tomson Tongproph).

Lesen Sie in Kürze in Teil 4: „Weitere (Ge-) Denkstätten des Geschehens – Erinnerungen an eine unrühmliche Vergangenheit“

Zu Teil 1: „Die Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges – Planung und Bau der Todeseisenbahn in Thailand“

Zu Teil 2: „Filmphantasie und Wirklichkeit – Was hat der bekannte Spielfilm mit der Realität gemein?“

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Schlüsselwörter: Thailand | Kanchanaburi | Todeseisenbahn | Death Railway | Jeath-Museum | Brücke am Kwai | Zweiter Weltkrieg
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