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Sonstiges: Gesundheit

Der Frust niedergelassener Kassenärzte

Seit Jahren überschwemmen die staatlich gesteuerten Medien die Bürger mit Gruselberichten über honorarbetrügende und falsch/fehlerhaft behandelnde Kassenärzte. Die Bevölkerung wird unermüdlich gegen Ärzte sensibilisiert. Die neueste Masche lautet "Gier der Ärzte".

Ganz allgemeingültig sei zunächst vorangestellt: würde man die fachlich qualitativen Leistungen sämtlicher Angehörigen irgendeiner bestimmten Berufsgruppe skaliert erfassen können, ließe sich das in einer sogenannten GAUSSschen Normalverteilungs-Glockenkurve graphisch darstellen. Fiktiv bezogen auf alle Ärzte, gäbe es hiernach etwa 2 Prozent schlampig arbeitende oder unlauter abrechnende. Doch die restlichen 98 Prozent gehören zur solide arbeitenden "Verteilungsmasse". Diese Wahrheit ist unumstößlich. Doch sie gefällt offenbar so der meinungsmanipulierenden Propaganda überhaupt nicht.

Und so rühren die Medien ziemlich lüstern in den 2 Prozent der eher unsoliden Ärzte/Arztleistungen herum. In ausgesprochenen Hetzkampagnen stellen sie aufgespürte einzelne Mangelleistungen als risikotypisch für die gesamte Ärzteschaft heraus.

Seit über zweitausend Jahren gebrauchen schwache Regierende solche volkstäuschende Propaganda-Lügen: das Untypische in der Gesellschaft wird als das Typische publik gemacht. Solche Stimmungsmacherei und Verunglimpfungen der Ärzteschaft durch die staatlich beauftragten Medien bringen heutzutage unserer Regierung Vorteile: wenn sich das Volk streitend mit sich selbst beschäftigt, ist es leichter zu regieren. Und nun gab es vor Wochen in Deutschland ein Wunder: es heißt Konjunkturpaket. Laut Medienberichten sollen fast 3 Milliarden Euro dem Gesundheitswesen zugeflossen sein. Allerdings ist kein einziger Euro bei niedergelassenen Ärzten angekommen. Wo aber ist das Geld verblieben? Jeder Offizielle im Gesundheitswesen behauptet, es nicht zu wissen.

Zeitgleich, also gegenwärtig, fordern Kassenärzte mehr Honorar für Ihre Leistungen. Das verwirrt den braven Bürger. Da die meisten Menschen hierzulande immer noch allzu leichtgläubig sind, halten sie die Vorspiegelung vom 3-Milliarden-Segen an die Ärzteschaft sogar für wahr. Und sie halten daher die gegenwärtigen Forderungen der Ärzte nach Honorarerhöhungen schlichtweg für unberechtigt und gierig. Jedoch kaum ein Bürger, kaum ein Patient kennt die wirtschaftliche Wahrheit des Arzt-Patienten-Verhältnisses. Die Medien sind hierzu mucksmäuschenstill bzw. sie täuschen die Bürger munter weiter.

Am 1.1.2009 sauste eine teufliche Keule auf alle niedergelassenen Kassenärzte nieder. Sie heißt Leistungsvergütung nach dem Regelleistungsvolumen (= RLV). Ab nun erhalten alle Kassenärzte für jeden Patienten und für ein ganzes Quartal einen festgeschriebenen Honorarbetrag, eine Fallpauschale. Somit sind alle Ärzte einer Fachrichtung gleichgemacht, sie sind jetzt kommun bzw. kommunistisch gestellt worden. Völlig egal, ob ein Arzt hoch engagiert oder schlampig faul ist: alle erhalten den gleichen Vergütungsbetrag.

Beispiel Kinderheilkunde. Die Fallpauschale beträgt 27 Euro für jedes Kind und für ein ganzes Quartal. Dabei ist gleichgültig, ob ein Kind 1mal oder 10mal im Quartal behandelt werden mußte. Es bleibt dabei: 27 Euro, aber, man höre, 27 Euro b r u t t o.

Alle Praxen haben Betriebsausgaben von 50 bis 60 % der Einnahmen. Also, von diesen 27 Euro verbleiben nach deren Abzug 13 Euro. Hiervon sind dann noch Steuern sowie Krankenkassenbeiträge und Altersvorsorge des Arztes abzuführen etc. Kinder sind im Durchschnitt 4 bis 5 mal im Quartal vorstellig; d.h., 13 Euro Fallpauschale geteilt durch 4,5 Konsultationen ergeben 2,89 Euro pro Behandlung eines Kindes.

Routinemäßige Pflichthausbesuche, insbesondere Betreuungsbesuche alter Menschen durch Praktische Allgemeinärzte sind in der Pauschale inbegriffen.

Unverkennbar: das Chaos der Krankenversorgung und der Frust niedergelassener Ärzte sind voll aufgeblüht. Westdeutsche Allgemeine Zeitung v. 13.2.2009: "...Gesundheitsministerin Ulla Schmdit hat den Ärzten mit schweren Konsequenzen gedroht, wenn sie Patienten aus Frust über ihre Bezahlung die Behandlung verweigern ... Sanktionen könnten bis zum Entzug der Kassenzulassungen führen ...". Der Entzug einer deutschen Kassenzulassung dürfte heute wohl kaum eine Sanktion sein, eher eine Befreiung.

Es gibt gegenwärtig nur eine logische Handlungskonsequenz und eine realistische Empfehlung an alle niederlassungsgeneigten Ärzte: nehmt Reisaus vom deutschen Rechtsgebiet.

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Schlüsselwörter: Gesundheitswesen | Kassenärzte | Ärztefrust | Ärztehonorar | Regelleistungsvolumen | Propaganda-Lüge
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