Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Internet: Rund ums Internet

Der Handel mit Plagiaten und Diebesgut – Ein Problem bei Ebay und Co.

In Frankreich erhielt Ebay bereits im vergangenen Jahr eine 40-Millionen-Euro-Strafe

Foto: Alex Mais
Foto: Alex Mais
Der Handel auf Online-Auktionshäusern kann teuer werden. Nicht nur für die Betreiber selbst, sondern auch für die Verkäufer und Käufer wenn es sich bei der Transaktion um Diebesgut, so genannte Hehlerware, handelt. Im schlimmsten Fall kann auch der ahnungslose Käufer wegen Hehlerei hart bestraft werden. Und die Online-Auktionshäuser sind in der Pflicht den Verkauf von Plagiaten und Diebesgut zu unterbinden. Das hat Ebay vergangenes Jahr deutlich zu spüren bekommen…

Ebay stellt die Plattform zur Verfügung, ist aber nicht verantwortlich für die Angebote der Verkäufer. So redet sich Ebay immer wieder aus der Affäre. Doch dass dies nicht immer funktioniert ist inzwischen durch zahlreiche Gerichtsentscheide bewiesen. Nach einem BGH-Urteil (Az.: I ZR 35/04) muss Ebay den Verkauf gefälschter Markenprodukte verhindern – wenn diese klar erkennbar sind. So heißt es in einem Verfahren mit dem Schweizer Unternehmen Rolex. Zwar müsse Ebay nicht uneingeschränkt für die Straftaten seiner Verkäufer haften, doch Ausnahmen gibt es immer dann, wenn es sich um Schadensersatzansprüche der Hersteller oder um Straftaten (wie Hehlerei) handelt.

Bereits 2007 hatte der Kosmetikkonzern L’Oreal Ebay wegen Verkauf gefälschter Produkte in Frankreich, Spanien, Belgien, Großbritannien und Deutschland verklagt, weil Ebay dagegen nicht genug unternähme. Nach der Zeitung „Liberation“ wurde der entstandene Schaden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Weitere Unternehmen wie LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton und der Mutterkonzern Dior leiteten ebenfalls rechtliche Schritte ein. Die Klage von Dior und LVMH führte dann im vergangenen Jahr in Paris zu dem spektakulären 40-Millionen-Euro-Urteil. Eine enorme Schadensersatzsumme, an der auch Ebay einiges zu knacken hatte und das sicherlich zu der finanziellen Misere und den massenweisen Entlassungen bei Ebay beigetragen hat (vgl.: „Ebay-Aus? – Bald 1.500 Entlassungen zur Unternehmenssanierung?“).

Kleinere Auktionshäuser wie Smart-Win.net und nr1.ag zogen aus diesem Urteil umgehend die Konsequenzen und schlossen ihre Handelsplätze aufgrund dieses und anderer ähnlicher Urteile.

Weiteren Ärger bekam Ebay auch schon von dem als „5th-Avenue-Ikone“ bezeichneten Unternehmen Tiffany & Co. (2006: Jahresumsatz = 2,65 Milliarden US-Dollar, Gewinn 254 Millionen US-Dollar). Eine in den USA anstehende Klage könnte Ebay nahezu die Existenz kosten – wurde spekuliert. Bereits 2003 hatte Tiffany das Auktionshaus Ebay darauf hingewiesen, dass es mehrere mutmaßliche Verstöße auf der Plattform gäbe. Ebay habe seinerzeit diese Hinweise ignoriert sagte Tiffany-Anwalt James Swire in der „New York Times“. Daraufhin forderte Tiffany in einer Klage, das Auktionshaus per gerichtliche Verfügung zur Prüfung der Angebote zu zwingen. Tiffany hatte aus über 280.000 Auktionen 325 Produkte gekauft, die zufällig ausgesucht worden waren. 75 % davon hätten sich als Fälschungen herausgestellt.

Die Standpunkte, wer sich um solche Angebote mit Fälschungen und Plagiaten kümmern müsse, sind konträr. Tiffany lastet dies Ebay an, während Ebay der Ansicht ist, dass Tiffany dafür zuständig sei, denn das Auktionshaus steht nach wie vor auf dem Standpunkt, es biete lediglich die Plattform, sei aber für die Angebote nicht verantwortlich. Der Ebay-Anwalt Bruce Rich erklärte dazu gegenüber der „New York Times“, dass Ebay seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachkäme. Doch das Gesetz sähe hier vor allem die Markeninhaber in der Pflicht die eigenen Rechte zu schützen…

Zum Thema siehe auch: „Produkt- und Markenpiraterie – Ein globales Problem“.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Ebay | Klagen | Prozesse | Schadenersatzforderungen | Markenpiraterie | Plagiate | Fälschungen | Hehlerei | Hehlerware
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,920,486 eindeutige Besuche