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Lokales: Sonstiges

Vogelmenschen in der thailändischen Mythologie

Der Tanz der Kinnari Manohra – Der Garuda aus dem thailändischen Staatswappen

In der Mythologie vieler Völker gibt es so genannte Mischwesen – halb Mensch, halb Tier. Das bekannteste aus der thailändischen Mythologie ist die Manohra. Im Oberkörper halb Mensch und unten herum halb ein Vogel. Diese Fabelwesen waren meist perfekte Musikanten und wurden seit jeher von thailändischen Künstlern sehr anmutig abgebildet.

Archiv: Siam Journal
Archiv: Siam Journal
Die Bezeichnung für diese mythologischen Mischwesen ist Kinnari (= weiblich) bzw. Kinnara (= männlich). Über eine weibliche Kinnari gibt es in Thailand einen ganz besonderen Tanz, der auf einer alten Legende beruht und zu vielen Feierlichkeiten vorgeführt wird: den Manohra-Tanz. Er erzählt die Geschichte der himmlischen Kinnari Manohra. Während sie in einem See badete, wurde sie von einem Jäger unter Mithilfe einer Naga (= mythologische Schlange) gefangen genommen. Manohra wurde von dem Jäger zum Prinzen Suthon gebracht, der sich daraufhin in die Kinnari verliebte. Doch schließlich herrschte Krieg, der die beiden voneinander trennte. Als Prinz Suthon in seinen Palast zurückkehrte, war Manohra in den Himmel geflogen. Der Prinz begab sich auf eine lange Reise, um sie zurückzuholen, was ihm am Ende auch gelang.

Der Ursprung dieser Legende stammt aus dem Indien des 3. Jahrhunderts. Doch auch die Mythologien anderer Völker sind mit ähnlichen Sagen bereichert. Die wohl bekannteste ist dabei die ägyptische Mythologie in der der Gott Horus als menschliche Gestalt mit dem Kopf eines Falken dargestellt wird. Bei den Harpyien der griechischen Mythologie ist es wieder genau umgekehrt. Hier handelt es sich um Mischwesen mit einem Vogelkörper und einem menschlichen Kopf. Beim Tengu (übersetzt = „Himmelshund“) handelt es sich um ein japanisches Fabelwesen, das ursprünglich als großer Rabe (Karasu-Tengu) dargestellt wurde. Später etablierte sich der Tengu jedoch in seiner Darstellungsform als Mischwesen aus Vogel und Mensch (Konoha-Tengu). Es wird vermutet, dass die Vorstellungen des Tengu einem Synkretismus des japanischen Buddhismus mit dem hinduistischen Konzept der Vogelmenschen entstammen.

Der Garuda ist wohl der stolzeste und auch berühmteste Vogelmensch der südostasiatischen Mythologie. Überall begegnet man ihm hier: auf vielen Wandmalereien, vor allem auf Tempelwänden, in Form von Statuen und auf Geldscheinen. Er gab sogar der indonesischen Fluggesellschaft seinen Namen. Und wie bei uns der Bundesadler zum Staatssymbol wurde, ist es in Thailand der Garuda. Er ist gleichermaßen das Wappentier des Landes und symbolisiert die Herrschaft des Königs. Nach altem Glauben sollen die thailändischen Könige eine Inkarnation (= Wiedergeburt) des Gottes Vishnu auf Erden sein. Vishnu war der Gott in der Mythologie, der sich auf den Schwingen Garudas durch die Lüfte tragen ließ.

Archiv: Siam Journal
Archiv: Siam Journal
Der Garuda hat den Körper eines Menschen und die Schwingen und den Kopf eines Adlers und wird überwiegend auch mit Vogelbeinen dargestellt. Besonders der Adlerschnabel ist meistens sehr ausgeprägt dargestellt. Schon in den indischen Ursprüngen der südostasiatischen Mythologie heißt es, dass sich Garuda „schnell wie der Blitz“ durch die Lüfte bewegen kann und dabei selbst für Gott Indra unbesiegbar ist. Einst versuchte er von Indra den göttlichen Nektar zu stehlen, um seine Mutter freizukaufen, die in der Macht der Nebenbuhlerin Kadru litt. Kadru wiederum ist die Mutter aller Schlangen und Garuda gilt deshalb seitdem als Erbfeind aller Nagas (= mythologische Schlangen).

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Schlüsselwörter: Thailand | Südostasien | Indien | Manohra | Garuda | Mythologie | Vogelmenschen
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