
Natürlich war ich neugierig. Gab es jetzt hier vielleicht Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung, die zu 98 % nur von Gelegenheitsjobs lebt? Doch bereits in den ersten Tagen bekam ich einen bitteren Nachgeschmack zu spüren. Es stank bestialisch im Ort. Kein Zweifel, der Gestank kam von der Firma, die chemische Produkte zur Unkrautvernichtung herstellt.
Die Dorfbewohner sind allesamt sauer auf den Betrieb, der offenbar alle Umweltauflagen und Sicherheitsbestimmungen außer Acht lässt. Da ist die Rede von merkwürdigen Krankheiten, die die Arbeiter der Firma ereilen und sogar, dass es bereits vier Tote (einer sprach sogar bereits von fünf Toten) dort gab, offenbar an Vergiftung gestorben.
Der Chef der Firma, so wurde uns mitgeteilt, sei vor einiger Zeit von der Polizei verhaftet und vom Gericht zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil die Auflagen nicht eingehalten wurden und es Tote gab. Doch der Betrieb geht weiter – immer noch ohne die Auflagen zu erfüllen. Es stinkt, wenn der Wind ungünstig steht, noch immer über dem Ort und auch für die Gesundheit der Arbeiter hat sich nichts getan und scheint sich auch in Zukunft nichts zu ändern. Da nützt es wenig, wenn der Chef im Gefängnis sitzt und der Betrieb geht weiter, ohne dass die Behörden sich darum kümmern.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn auch in (oder bei) Tapsong Betriebe aufmachen, damit die örtliche Bevölkerung eine Chance auf Arbeit und damit ein regelmäßiges Einkommen hat. Doch darf dies nicht zu Lasten der Gesundheit gehen – weder in Tapsong, noch anderswo auf der Welt. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass sich die Behörden zukünftig besser und vor allem verstärkt um solche Betriebe kümmern und darauf achten, dass diese alle Umweltauflagen und Sicherheitsbestimmungen beachten und einhalten.