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Sonstiges: Kultur & Religion

Bestraft werden immer nur die Anderen

Die seltsamen Methoden und Ansichten der kath. Kirche im 21. Jahrhundert

Kaum ist es um den letzten großen Vatikan-Skandal wieder etwas ruhiger geworden, da gibt es den nächsten Skandal in den Reihen der kath. Kirche, der die Gemüter in aller Welt bewegt. Diesmal ist der Schauplatz in Brasilien und es geht wieder einmal um das Thema „Abtreibung“…

Da wird auf der einen Seite der exkommunizierte britische Bischof Richard Williamson, der den Holocaust leugnet und behauptet es hätte in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches keine Gaskammern gegeben, von Papst Benedikt XVI. wieder in die Kirche aufgenommen und Priester, die sich an Kindern vergreifen bleiben nahezu unbestraft. Und auf der anderen Seite wird die Mutter eines neunjährigen Mädchens, das vom eigenen Stiefvater missbraucht und schwanger wurde, sowie die Ärzte, die bei dem Kind eine Abtreibung vornahmen von einem katholischen Bischof exkommuniziert.

So aktuell geschehen in Brasilien. Das Mädchen war nach dem stiefväterlichen Missbrauch mit Zwillingen schwanger geworden. Das Leben des zierlichen Kindes war in akuter Lebensgefahr. Aus diesem Grunde wurde die Abtreibung in der 15. Schwangerschaftswoche in der Uniklinik Amaury de Medeiros vorgenommen sagten die Ärzte. Dies war aus rechtlicher Sicht korrekt und legal, da das Leben des Mädchens in Gefahr war. Offiziell ist Abtreibung in Brasilien verboten und nur in den Fällen, in denen das Leben der Mutter in Gefahr ist oder das Kind keine Überlebenschance hat, darf abgetrieben werden.

Fatima Maia, Direktorin des Klinikums, sagte dazu gegenüber der brasilianischen Zeitung „Jornal do Brasil“: „Die Schwangerschaft stellte ein ernstes Risiko für das nur 36 Kilo schwere Mädchen dar. Sie ist sehr klein und ihre Gebärmutter kann kein Kind halten – geschweige denn gleich zwei auf einmal.“

Marcio Miranda, der Anwalt der Erzdiözese Recife und Olina vertrat die Ansicht der kath. Kirche gegenüber der Zeitung „O Globo“, dass die neunjährige die Zwillinge hätte austragen und per Kaiserschnitt zur Welt bringen müssen, denn Gottes Gesetz laute „Du sollst nicht töten“. Somit betrachte die Kirche die Abtreibung als Mord. Angesichts dieses „Verbrechens“ exkommunizierte jetzt der Erzbischof von Recife, José Cardoso Sobrinho die Mutter des Mädchens und das Ärzteteam, das die Abtreibung durchgeführt hatte.

Der 23jährige Stiefvater soll, wie inzwischen bekannt wurde, auch die 14jährige behinderte Schwester des Mädchens missbraucht haben. Er wurde inzwischen von der Polizei festgenommen und sitzt in Haft. Ihm drohen nach brasilianischem recht bis zu 15 Jahre Gefängnis. Von kirchlichen Sanktionen blieb er jedoch verschont. Hier werden offenbar mal wieder nur die Opfer bestraft.

In Brasilien löste der Fall einen Sturm der Entrüstung und eine heftige Debatte aus. Nach Behördenschätzungen lassen sich hier jedes Jahr rund eine Millionen Frauen heimlich abtreiben, wobei ca. 1.000 davon bei den illegalen Schwangerschaftsabbrüchen sterben. Bisher scheiterten alle Versuche das entsprechende Gesetz zu liberalisieren am erbitterten Widerstand der kath. Kirche…

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Schlüsselwörter: Kath. Kirche | Mißbrauch | Vergewaltigung | Exkommunikation | Brasilien | Erzbischof | Vatikan
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Kommentare

am 08.03.2009 17:17:26 (217.83.103.xxx) Link Kommentar melden
Ich denke, hier geht es mehr um die Haltung aller Christen, ob evangelisch oder katholisch. Der nächste Artikel will auf diesen Umstdan hinweisen und kommt bald hier zur Veröffentlichung:
"Der Fall Althaus zeigt einmal mehr, was ihm Rechtsstaat Deutschland und Österreich nicht stimmt. Nun ist es für die Alpenrepublik nur ein Fall, in dem sie zwei Gäste be- und verurteilen musste. Das Opfer, die Mutter von vier Kindern kennen wir schon nicht einmal mehr beim Namen, bekommt sozusagen für ihr Leben gerade mal 5000 Euro Schadensersatz. So viel ist also ein Menschenleben in Zeiten der Finanzkrise wert.
Und der Täter, er muss wegen fahrlässiger Tötung gerade mal 35 000 Euro Strafe bezahlen, keinen Tag ins Gefängnis, und kann Dank einer christlichen Partei weiterhin Chef eines Bundeslandes spielen."
Ein Auszug daraus.
oder auch der Artikel geht auf das Problem ein.
http://www.onlinezeitung24.de/article/1314

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