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Wissenschaft: Sonstiges

Geheimnisvoller Ozean: Light Wheels

Unbekannte Welt (1): Die Feuerräder des Meeres geben Forschern Rätsel auf

Es gibt noch viele ungelöste Rätsel und Erscheinungen auf unserem Planeten. So erforscht, wie viele glauben mögen, ist die Erde noch lange nicht. Eines der Gebiete, die heute noch ungenügend und nur zu einem Bruchteil erforscht wurden, sind die Weltmeere. Und diese nehmen weitaus mehr Fläche in Anspruch als die Landmassen der Kontinente. So gibt es neben vielen anderen Rätseln des Meeres auch die so genannten LIGHT WHEELS. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, für das es bis heute keine genügende Erklärung gibt. Was es ist und wie entsteht es?

LIGHT WHEELS, leuchtende Räder, Feuerräder des Meeres, phosphorescent wheel, unheimliches Meeresleuchten, explodierendes Meeresleuchten und rotierendes Meeresleuchten. Dies sind einige der bekanntesten und gebräuchlichsten Namen für ein Phänomen, das überwiegend im Arabischen Meer, im Golf von Bengalen und in der Borneo See auftritt. Es handelt sich dabei um eine, meistens spektakuläre, Leuchterscheinung (häufig) in Form von gigantischen Speichenrädern und Spiralen, die unter der Wasseroberfläche, auf ihr oder unmittelbar darüber erscheinen. Die Größe beträgt in der Regel gut hundert Meter über viele hundert Meter bis hin zu einer nicht überschaubaren Größe von vielleicht vielen Kilometern im Durchmesser.

In den Meeren rings um Thailand und seinen Nachbarstaaten Myanmar, Indonesien, Malaysia und Kambodscha tauchen sie besonders oft auf. Von 71 Beobachtungen, die zwischen 1897 und 1958 gemacht wurden, belegt und amtlich registriert sind, fanden 23 in dieser Gegend statt. Davon waren sechs Sichtungen in der Andamanensee an der Südwestküste Myanmars, fünf in der Straße von Malakka zwischen den Westküsten Thailands und Malaysias und der Ostküste der indonesischen Insel Sumatra, sechs Beobachtungen wurden in der Borneo See zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Borneo gemacht, und die restlichen sechs fanden im Golf von Siam statt - zwischen der Ostküste Thailands und Kambodscha.

Nach den Meldungen, die das Meteorological Office allein in den Jahren von 1920 bis 1930 erhielt, sind in diesem Zeitraum um Thailand sogar 40 solcher Beobachtungen gemacht worden.

„...Der südliche Horizont war ein lichtes Band, das auf dem Wasser lag, und es sah genauso aus, als wenn dort Brandung wäre. Rapide kam der helle intensive Schein näher und schoss westlich von uns scharfe Strahlen auf den Wasserspiegel in schneller Reihenfolge voraus, genau wie die Strahlen des Scheinwerfers eines Kriegsschiffes. Dann strömte die ganze Lichtflut – immer im Wasser – auf unser Schiff ein, breite Feuerwogen von 200 bis 300 m Länge schossen in unaufhörlicher Folge heran und glitten unter unserem Schiff weg, vielleicht 3 Minuten lang. Dann änderte sich auf einmal das Bild. Links hinter uns, vielleicht 500 m entfernt, bildete sich ein riesiges feuriges Rad, dessen leuchtende Speichen, die weit herausreichten, soweit man sehen konnte, im Kreise herumwirbelten, 2 bis 3 Minuten. lang. Dann schoss das Lichtmeer ebenso schnell wieder weg, wie es gekommen war, schon sah man es nur noch am Horizont, und weg war der Spuk...“

So, oder ganz ähnlich, hören sich die Zeugenaussagen immer wieder an. Nur die Größe der Erscheinungen ist verschieden und oft genug werden zwei oder gar drei dieser Erscheinungen hintereinander beobachtet.

Das Phänomen an sich ist der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Und dennoch ist schon viel darüber spekuliert worden, um was es sich dabei handeln könnte. Wohl die phantastischste aller Hypothesen besagt, dass dort unten irgendjemand geheime Stationen betreibt, und diese „Leuchtfeuer der Meere“ einen Wegweiser für anfliegende, außerirdische Raumschiffe darstellen sollen. Auch als Zeichen der Nachfahren des legendären Kontinents Atlantis, die sich nun in gigantischen Städten auf dem Meeresgrund aufhalten, wurden als Vermutung von einigen Forschern zur Klärung des Phänomens herangezogen. Wissenschaftlich gesehen sind dies jedoch völlig unhaltbare Hypothesen, die durch nichts belegbar sind. Es dürfte sich wohl eher um ein noch nicht entschleiertes Naturgeheimnis handeln – vielleicht ähnlich der Feuerbälle, die alljährlich aus dem Mekong in Nordthailand auftauchen. (Dazu in der nächsten Folge mehr.)

In einer Studie kommt Kurt Kalle zu der Schlussfolgerung, dass diese Leuchterscheinungen allesamt durch „Meeresorganismen auf Grund eines von außen an sie herangetretenen Reizes erzeugt“ werden. Dieser Reiz könnte aus bestimmten Wellen bestehen, die bei Seebeben entstehen. Auffallend sei in diesem Zusammenhang, dass die Orte, an denen das Meeresleuchten beobachtet wird, gleichzeitig die Gebiete sind, die zu den Erdbeben-Epizentren der Erde gehören.

Wir dürfen aber auch diese Hypothese nicht als das Non-Plus-Ultra annehmen. Es ist ein erster Schritt, dem Phänomen wissenschaftlich und rationell zu begegnen. Und trotzdem ist der Schleier des Geheimnisses allenfalls an einer Ecke ein wenig angehoben – keinesfalls aber entrissen worden.

Kalle, Kurt: „Die rätselhafte und ‚unheimliche’ Naturerscheinung des ‚explodierenden’ und des ‚rotierenden’ Meeresleuchtens - eine Folge lokaler Seebeben?“; Sonderdruck aus der „Deutschen Hydrographischen Zeitschrift“, Bd. 13, Heft 2, 1960.

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Schlüsselwörter: Unbekannte Welt | Light Wheels | Meeresleuchten | Borneosee | Golf von Siam | Thailand
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