Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Lokales: Lokale Nachrichten

Verdorbene Milch: Neuer Milchskandal an Thailands Schulen

Schon 24 Schüler erlitten durch verdorbene „Stinke-Milch“ eine Lebensmittelvergiftung

Im thailändischen Chumphon kam diesen Monat per Zufall ein neuer Milchskandal ans Tageslicht, als einem Schuldirektor auffiel, dass die angelieferte Schulmilch lediglich 2,6 % Fett – anstelle der vorgeschriebenen 3,2 % enthielt und oft sauer war. Das brachte eine Lawine ins Rollen. Jetzt soll Thailand weit die Schulmilch untersucht werden.

Aus Chumphon wurde jetzt bekannt, dass es bei der Ausschreibung für die Schulmilch-Lieferungen schon recht merkwürdig zugegangen sei. Von 18 in Frage kommenden Milchlieferanten hatten sich ganze 2 an der Ausschreibung beteiligt und ein Angebot abgegeben. Eine der beiden Firmen verlangte einen außergewöhnlich hohen Preis. So bekam das billigere Angebot den Zuschlag. Wie sich jetzt herausstellte, befinden sich beide Firmen im Besitz desselben Inhabers. Das lässt den Rückschluss einer Manipulation in Form von Preisabsprachen zu. Die verantwortlichen Entscheidungsträger für die Schulmilch sitzen in den Verwaltungen der Kommunen. So wurden auch bereits erste Spekulationen laut, die hier Korruption vermuten.

Nur wenige Tage später war klar, dass sich der Milchskandal nicht nur auf eine Schule in der Provinz Chumphon beschränkte, sondern weitere Schulen betroffen sind. Ebenfalls wurden Schulen in Ratchaburi und Sukhothai mit minderwertiger Milch ausgestattet, wie aktuelle Labortests ergaben. Dazu sagte der Minister für Wissenschaft, Kalaya Sophonpanich, dass von 60 stichprobenartig untersuchten Milchtüten keine einzige den vorgeschriebenen Qualitätsstandards des Gesundheitsamtes entsprach.

Die Lieferfirma wurde zwischenzeitlich zu einer Geldstrafe von 10.000 THB (ca. lächerliche 200 Euro) verurteilt. Außerdem drohte die thailändische Lebensmittelbehörde mit der Schließung der Molkerei wenn sich die Milchqualität nicht verbessere. Wie jetzt außerdem herauskam, war die betroffene Molkerei bereits am 2. Februar auffällig geworden weil damals Bakterien in den Abfüllanlagen gefunden wurden. Damals wurde der Molkerei bis zum 4. März Zeit gegeben hier Abhilfe zu schaffen. Von einer Produktionsunterbrechung war aber wohl nie die Rede. Auch kam heraus, dass bereits 2006 die Molkerei auf staatliche Anordnung hin ihre Maschinen auf den neuesten Stand bringen musste.

Die ersten bekannt gewordenen Fälle von Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Schulmilch von der Herstellerfirma Udon Daily Food gab es jetzt in Nakhon Ratchasima. Hier waren gleich 24 Schüler betroffen. Erst jetzt wurde vom Bezirkschef von Nong Boon Mak die Schulen angewiesen keine Milchlieferungen mehr anzunehmen und auch keine Milch mehr an die Schüler auszuteilen.

Paradox ist dabei, wenn:

…die Behörden die Landwirte auffordern mehr Milch zu produzieren, weil es in Thailand zuwenig Milch gibt.

…die Farmer die Milch bei Protesten auf die Straße kippen, weil es in Thailand für Milch keinen Markt gibt.

…die Schulmilchhersteller statt aus einheimischer Milch die Schulmilch aus importierten Milchpulver herstellen.

Die thailändischen Milchbauern produzieren pro Tag mindestens 280.000 bis zu 400.000 Liter Frischmilch. Diese findet jedoch kaum Abnehmer, so dass ein gewaltiges Überangebot existiert. Der Grund ist einzig und allein darin zu finden, weil das importierte (und teilweise recht minderwertige) Milchpulver viel billiger ist. Man hat scheinbar aus dem chinesischen Milchskandal nichts dazu gelernt…

Artikel zum Thema: Chinas Milchskandal ist ein weltweiter Skandal und Chinas Milchskandal – Noch lange kein Ende in Sicht.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Milchskandal | verdorbene Schulmilch | Thailand | Milchpulver | Frischmilch | China
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.04 Sekunden
37,675,353 eindeutige Besuche