Wissenschaft: Sonstiges

Antarktis – die Schirmacher-Oase

Forschung an eisfreien Flächen am Südpol
27.02.2009 15:19:02 eingesandt von Wilfried Stevens für OnlineZeitung 24.de

Die Schirmacher-Oase gehört zu den wenigen schnee- und eisfreien Gebieten in der Antarktis, wo es sogar rund 100 eisfreie Süßwasserseen gibt. Entdeckt wurde dieses ungewöhnliche Areal erstmals in den Jahren 1938/1939 von der Deutschen Antarktischen Expedition, unter der Leitung von Alfred Ritscher. Zielsetzung der Expedition war u.a. eine Walfangstation einzurichten und international anerkannte Gebietsansprüche zu festigen. Bei dieser Expedition wurde eine Fläche von 600.000 qkm mit Flugbooten erkundet und rund 10.000 Fotos gemacht. Dieses Gebiet wurde als Neuschwabenland bezeichnet. Dabei entdeckte der Flugkapitän Richard Heinrich Schirmacher erstmals und unvermutet die eisfreien Gebieten mit seine vielen Süßwasser-Seen, weshalb bis heute dieses 100 Meter hohe Plateau als Schirmacher Oase oder Schirmacher-Seenplatte bezeichnet wird.

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Antarktische Oasen

Große eisfreie Regionen in der Antarktis werden auch als Antarktische Oasen bezeichnet. Die Schirmacher-Oase ist eine dieser entdeckten Region, und liegt im Norden im heutigen Königin-Maud-Land. Die höchste Erhebung in der Schirmacher-Oase ist der Rebristajaberg mit einer Höhe von 228 m.. Zu den heutigen bekannte eisfreien Oasen gehört auch die Bunger-Oase (Wilkesland) und die Vestfoldberge im Osten sowie das Kap Hallet im Süden (Victorialand). Bei der heutigen Erderwärmung werden wohl bald weitere Gebiete eisfrei werden bzw. bekannte eisfreie Gebiete flächenmäßig größer werden.

Milde Temperaturen und kleine Pflanzenwelt

Während in der Antarktis durchschnittliche Temperaturen von bis zu Minus 50 Grad möglich sind, herrschen in der Schirmacher-Oase ein geradezu mildes Klima. So wird hier eine durchschnittliche Jahrestemperatur von nur Minus 10 Grad gemessen. Dies begünstigt auch einen kleinen Pflanzenwuchs von anspruchslosen Pflanzen wie Moose und Flechten.

Nowolasarewskaja-Station

1959 errichtete die Sowjetunion in der Nähe der Schirmacher-Oase die Forschungsstation Lasarew. Im Jahre 1961 wurde die Station im Gebiet der Schirmacher-Oase umgesetzt und erhielt den neuen Namen Nowolasarewskaja.. Auf der russischen Forschungsstation werden Messreihen über das Polarlicht, die Ionosphäre, das Erdmagnetfeld und über meteorologische Verhältnisse zur Untersuchung des Einflusses der Sonnenaktivität auf die Erde während eines Sonnenflecken-Minimums durchgeführt.

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