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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Falsches Hobby – Arbeitsloser nicht vermittelbar !

Oldenburger Provinz rechtfertigt Zweifel an Seriosität der Zeitarbeitsfirmen

Weil er angeblich ein falsches Hobby hat, ist ein Arbeitsuchender nicht vermittelbar. So sieht es jedenfalls die ZAG in Oldenburg. Das wirft die Frage auf, wie seriös die Zeitarbeitsfirma überhaupt ist.

Issak Ehnix (*) ist Arbeitsuchend. Der gelernte Koch und zur Zeit in seiner Freizeit freie Journalist hat sich deshalb an sein zuständiges Jobcenter seiner kleinen Heimatgemeinde gewannt, um sich die Möglichkeit offen zu halten, durch eine Vermittlung eine Chance auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt zu haben. Doch gerade da scheint er sich gewaltig getäuscht zu haben.

"Sozial ist, was Arbeit schafft" Diesen Ausspruch hat unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel ( andere Politik Magazine bezeichnen sie in der Zwischenzeit sogar als moderne Frau Münchhausen !! ) in Zusammenschluss mit der CSU im Jahr 2003. Dies solle das Wachstum in Deutschland stärken. So jedenfalls der Plan der ehemaligen FDJ Sekretärin . Zunächst muss man sich klar machen, wozu diese Propaganda dient. In erster Linie soll sie die Bevölkerung darauf einstimmen, sozialen Abbau zu akzeptieren. Denn diese Propaganda wird ja hauptsächlich dann benutzt, wenn es um Kürzungen im Sozialbereich geht oder auch um Erpressungen von Mitarbeitern, Lohnkürzungen zu akzeptieren. Folgende Denkkette soll erzeugt werden: unsozial ist sozial, weil dadurch ein höheres Gut entsteht, nämlich Arbeitsplätze. Dazu ist zweierlei zu sagen: unsozial bleibt immer unsozial und wird nie sozial. Und zweitens ist die Behauptung fraglich, ob unsoziale Kürzungen oder unsoziales Verhalten wirklich Arbeitsplätze schafft. Arbeitsplätze hängen von vielen Faktoren ab.

So auch von persönlichen Hobbys!

Diese Erfahrung musste jedenfalls jetzt Ehnix in einem persönlichen Gespräch mit seiner Sachbearbeiterin vom Jobcenter machen.

Rückblende:

Bei einem Vorstellungsgespräch bei der Zeitarbeitsfirma erzählte er auch von seinem Hobby, dem Besuchen von spannenden Gerichtsprozessen. Dies wurde sehr interessiert aufgenommen. Ein Arbeitsplatz erhielt Herr Ehnix indes nicht. Warum, erfuhr er Monate später durch seine Sachbearbeiterin beim zuständigen Jobcenter

„Die ZAG Oldenburg hat Angst, das Sie, wen es einem spannenden Prozess gibt, lieber dort hingehen, als zur Arbeit“

Ehnix traute seinen Ohren kaum, als er diesen Ausspruch hörte. Offenbarte er doch das wahre Gesicht der modernen Sklaverei!

Man darf sich gar nicht vorstellen, welch andere – schlimmeren – Hobby andere Deutsche haben.
Muss man dann auch Angst haben, das diese lieber stricken, klöppeln, Modell Eisenbahn fahren anstatt zu arbeiten?
Herrn Ehnix kam gar den Gedanke an eine geheime Sex Leidenschaft der Frau von der Zeitarbeitsfirma.
Muss man wenn sie gerne mit ihrem Mann sexuell aktiv ist, damit rechnen, das sie sich mit ihrem Mann auf dem Schreibtisch vergnügt, wenn man beim nächsten Vorstellungsgespräch das Büro betritt?

Mitnichten, denn diese Vorwand eines – angeblich – falschen Hobbys zeigt nichts weiteres als die pure Angst eines Unternehmens, welches Personen wie Menschen zweiter oder dritter Klasse behandelt. Das Verhalten zeigt eine Seriosität, die weit unterhalb einer Stechmücke liegt, die einem einen schönen Sommer verschandeln kann.

Eine wirklich seriöse Firma hätte bestimmt einen anderen Grund gefunden, den Bewerber keine Chance zu geben. Was die ZAG Oldenburg, die für teures Geld die moderne Sklaverei befürwortet, ( ein Arbeiter bekommt dort im Durchschnitt 6 Euro80, ein Unternehmen zahlt indes bis zu 40 Euro an die Zeitarbeitsfirma ) an das Tageslicht gelegt hat, zeigt das das Modell Zeitarbeitsfirma keine Zukunft in Deutschland hat. Nicht jeder freier Journalist ist auch ein Günter Wallraff. So wie auch nicht jede Firma ein Unternehmen ist, welches es verdient hat, als solches bezeichnet zu werden.

Kochkentnisse auffrischen - für ein Job im Lager

Wie verfahren die Debatte um eine Förderung der Arbeitslosen Menschen wirklich ist, zeigte sich in diesem Jahr. Da bekam Issak Ehnix einen Termin für eine Förderungsmaßnhame. Er sollte doch wirklich seine Kochkentnisse in der Nähe seines Heimatortes auffrischen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn da nicht ein Satz seiner Sachbearbeiterin wäre. Wir stecken Sie jetzt einmal erst in diese Förderung, damit wir Sie mit etwas Glück als Lagerarbeiter unterbringen können. Im übrigen war es nicht der erste Fauxpas der Sachbearbeiterin. Nachdem sich Ehnix 2008 für einen Kurs der VHS Bremen im Bereich „Online Journalismus“ anmelden wollte, benötigte dieser ein Schreiben des Jobcenters. Die Frau „Verwalterin“ versprach, schnellst möglichst Recherchen zu diesem Kurs einzuholen. Wochen vergingen – der Anmeldeschluss näherte sich mit großen Schritten. Ein Schreiben bekam der Arbeitslose aber nicht. Einige Tage nachdem Anmeldeschluss erhielt er auf Anfrage eine E Mail mit dem Inhalt „Ich hatte Ihnen schon einmal eine Absage geschickt, wahrscheinlich ist diese nicht angekommen“ Erst nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landkreis Oldenburg konnte sich die Sachbearbeiterin Frau R. dazu aufraffen, einen richtigen und seriösen Brief an Herrn Ehnix zu senden. Die Beschwerde wurde auch abgewiesen, da Frau R. sich nach Ansicht vom Landkreis Oldenburg richtig verhalten habe. Kontaktpersonen, die Ehnix als Recherche Tipps für Frau R. Angeben hatte, wurden nach Recherche von E. auch erst nach der Dienstaufsichtsbeschwerde angerufen. Andere "Klienten" von Frau R., mit denen Ehnix gesprochen hat, werfen der "Verwalterin" ebenfalls ein recht skurilles Verhalten mit ihren Kunden vor.

Wenn sozial ist, was Arbeit schafft, dann hat Deutschland sich sehr asozial benommen. Aber mit Menschen „zweiter“ oder gar „dritter Klasse“ darf man das ja machen. Eine Möglichkeit sich zu beschweren haben sie nicht. Bei einer Beschwerde werden diese in der Zukunft noch schlimmer behandelt.

Ob es das wirklich war, was Frau Dr. Merkel mit dem Ausspruch 2003 gemeint hat? Ist das alles wirklich ein Modell für die Zukunft unseres Landes?

(*) Name geändert

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Schlüsselwörter: Arbeitslos | Hartz4 | BRD | Merkel | Jobcenter | Zeitarbeit
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Kommentare

am 25.02.2009 03:11:12 (217.83.75.xxx) Link Kommentar melden
Solche Fälle sind in Berlin Gang und Gebe. Man weiß eigentlöich bis heute nicht, was machen eigentlich die Fallmanager in den Agenturen, außer ihre Visitenkarte neu zu schreiben, die dann eh nicht gedruckt werden, weil das Geld fehlt.
Ein erkrankter Arbeitslsoer sollte seine gesamten Attetse usw an den sogenannten medizinischen Dienst schicken, es sollte seine Frühverrentung gepüft werden. Die zuständige Mitarebiertin im Center hat dann den Brife, in dem alle Átteste waren und aus Datenschutzgründen verschlossen war, einfach geöffnet, anstatt nur die Anschrift drauf zu schreiben, was ihr Job ist.
Iregndwann hat sie dann gemerkt, dass sie was gemacht hat, was sie nie hätte tun dürfen. Doch diese Schnüffeleien und Hosenrunterlaßmethoden sind heute Gang und Gebe. Ein Beschwerde ist sinnlos, das sie von der Betroffenen selber beantwortet wird. Eine Petition auch, denn der Petitionsausschuss schickt der Mitarbeiterin das schreiben, diese tippt irgend welchen Mist aus weißes Papier und schon ist die Sache abgeschlossen.
Viele sprechen zu recht von der Russifierzierung der Gesellschaft, die Behörden sind das Muster dafür.

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