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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Der Irakkrieg und die Abwertung des Dollars

Erstveröffentlichung: www.readers-editon.de Autor: empeeror

Foto: www.Pixelio.de
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Erinnern Sie sich an Vietnam? Bis kurz nach Ende des Vietnamkrieges war der Wert des US-Dollars fest an den Wert einer Unze Gold gebunden (35 Dollar waren eine Unze Gold). Das war das Abkommen von Bretton-Woods. 1971 jedoch, als die Kosten des Vietnamkrieges in die Höhe schossen und die USA ihren Krieg durch Schuldenmachen und eine Expansion der Geldmenge finanzierten, musste die US-Regierung unter Richard Nixon die Gold-Für-Dollar-Garantie aufgeben. Die Jahre nach dem Vietnamkrieg, die 1970er, brachten eine Abwertung des US-Dollars nicht nur im Vergleich zu Gold sondern auch gegen den französischen Franc und gegen die Deutsche Mark. 1981 kostete eine Unze Gold mehr als 800 Dollar.

Heute wiederholt sich die Geschichte

Die Internetseite www.costofwar.com zeigt, dass der Irakkrieg die USA bis jetzt mehr als 430 Milliarden Dollar gekostet hat, der erhöhte Verteidigungsetat ist in dieser Summe noch nicht enthalten. Die amerikanische Federal Reserve Bank unter Alan Greenspan und Ben Bernanke reagierte darauf mit einer dramatischen Erhöhung der Geldmenge, das führte zur so genannten Vermögenswertinflation: Nicht nur der Euro, auch das Britische Pfund, die indische Rupie und viele andere Währungen werteten gegenüber dem Dollar auf, auch Gold (heute in Dollar ausgedrückt fast dreimal soviel wert wie zu Beginn des Irakkrieges), Immobilien und Aktien wurden teurer.

Wir Deutschen haben noch unsere Erinnerungen an von Kriegen ausgelöste Inflationen: Die Inflation von 1923 war durch den verlorenen Ersten Weltkrieg ausgelöst und machte den Aufstieg Adolf Hitlers erst möglich. Auch der Zweite Weltkrieg brachte Inflation und machte die Reichsmark bis zur Währungsreform im Juni 1948 praktisch wertlos.

Was bedeutet ein sinkender US-Dollar für die USA und den Rest der Welt?

Erstens werden innerhalb der USA die Armen ärmer und die Reichen reicher, da sich die Reichen gegen Währungsschwankungen absichern können (durch Investitionen in Sachwerte und im Ausland). Die USA werden so immer mehr zu einem Ständestaat wie Brasilien, wo eine kleine reiche Minderheit das Land regiert und alle wichtigen Posten in der Regierung und der Industrie und im Staatsdienst bekommt. Eine verarmte Mehrheit wird immer mehr von Bildung und Gesundheitswesen ausgeschlossen. Eine sinkende Wahlbeteiligung macht die Demokratie immer mehr zur Oligarchie. Zweitens wird der Einfluss der USA als das Zentrum des weltweiten Kapitalismus geschmälert, da sich immer mehr Wohlstand in Länder außerhalb der USA bildet. Länder, die von einem fallenden Dollar profitieren sind Länder, die eine eigene starke Währung haben wie die Eurozone und Öl- und Rohstoffexportländer wie Venezuela, Russland und Saudi-Arabien und der Iran.

Allerdings haben die USA einen Trumpf: Ihr mächtiges Militär: Die USA geben mehr Geld für Waffen und Rüstung aus als der Rest der Welt zusammen. Allerdings haben die Kriege im Irak, in Afghanistan und Somalia zusammen mit der Arroganz der Bush-Regierung dazu geführt, dass die USA in vielen Länder gehasst und verachtet werden. Auch Guantanamo und Abu-Ghreib haben dazu beigetragen. Das könnte amerikanischen Exportunternehmen schaden.

Die Geschichte hat gezeigt, dass große Reiche nicht nur aufsteigen, sondern auch vergehen können. Nach dem langen Niedergang des Römischen Reiches herrschten die Araber von Spanien bis Indien, von Malta bis Tansania. Nach 1500 hatten die Spanier und Portugiesen Weltreiche. Später herrschten die Niederländer und die Engländer über einen Großteil des Globus. Als das Britische Kolonialreich zerfiel, stiegen die USA zur Supermacht auf. Heute sind sie dabei, diesen Status wieder zu verspielen, durch den Krieg im Irak.

Erstveröffentlichung bei "Readers Edition" Autor empeeror Grundlage für Zweitveröffentlichung Creative Commons-Lizenz

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Schlüsselwörter: Dollar | Krieg | Irak | Irak-Krieg | Irakkrieg
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