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Lokales: Sonstiges

Das Wasserfest der Dai in Yunnan

Die Dais feiern das thailändische Songkran in Yunnan

Das Volk der Dai ist eine Volksgruppe von rund 1,2 Millionen Menschen. Sie leben hauptsächlich in der südchinesischen Provinz Yunnan (auch Yünnan, Jünan) im Verwaltungsbezirk Xishuangbanna und Dehong, das von den Chinesen auch "Land der Pfauen" genannt wird, weil hier viele Pfauen heimisch sind.

Xishuangbanna ist auch ein bekanntes Teeanbaugebiet in der südchinesischen Priovinz Yunnan. Die Dais sind gläubige Buddhisten und gehören dem Hinayana-Buddhismus an. Die Dais blicken auf eine über 2000jährige Geschichte zurück, gelten als sanftmütig, offen und traditionell. Ihre Tänze sind angesehen berühmt. Sie pflegen trotz Modernisierung weiterhin ihre Traditionen und verfügen auch über eine eigene Schrift.

Ethnisch sind sie mit den Thais verwandt. Die Bezeichnung Dai interpretieren die Dais selber mit Frei oder freie Menschen, eine interessante Parallele zu den Thais, den der Begriff Thai wird von den Thailändern ebenfalls so interpretiert. Das Volk der Dai soll ethnisch auch nahe mit den Thais verwandt sein, ein Ursprung der Völkerwanderung der Thais wird auch in Yunnan vermutet. Die Kulturen weisen auch interessante Ähnlichkeiten auf. Das hier beschriebene Wasserfest der Dais dürfte somit identisch mit dem thailändischen Songkran-Fest sein, vielleicht ist hier sogar der Ursprung des thailändischen Songkran-Festes.

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Das Wasserfest (auch Wasser-Spritz-Fest genannt) ist für die Dai, wie auch bei den Thailänder, das Neujahrsfest und wird jedes Jahr im April gefeiert. Das Wasserfest dauert in der Regel 3 Tage und ist für die Dais das wichtigste Fest im Jahr. Dem Fest wurden auch traditionelle Elemente der Dai Kultur hinzugefügt.

Am ersten Tag nimmt man Abschied vom alten Jahr. Dazu taucht man Blumenzweige ins Wasser und drückt dadurch die Neujahrsglückwünsche gemeinsam aus.

Am zweiten Tag bespritzt man sich ausgiebig und viel Freude gegenseitig mit Wasser. Das Wasser symbolisiert für die Dais Glück und Wohlergehen für das nächste Jahr. Man ist nicht nur davon überzeugt, je mehr Wasser man verspritzt, desto mehr Glück wird einem beschwert, sondern das auch nach der heißen Jahreszeit wieder genügend Regen kommen wird. Auch ist es Sinn des Festes, den Körper und (symbolisch auch) die Seele zu reinigen und so erneuert in das neue Jahr einzutreten. Zu diesem Anlass wünscht man auch allen Verwandten und Freunden alles Gute zum neuen Jahr.

Es wird von den Dais auch das Fest, "An dem Buddha gebadet wird" genannt. Der Hintergrund ist eine alte Legende, dass ein Drachen oder eine mythische Schlange Buddha mit wohlriechendem Wasser bespritzt haben soll, als dieser geboren wurde, um ihm Glück für sein Leben und Werden zu wünschen. Aus diesem Grund wird an diesen Festtagen die Buddha-Altäre gereinigt und die Buddhafiguren symbolisch mit Wasser übergossen.

Wenn die Menschen zum Beginn des zweiten Festtages mit gefüllten Schüsseln und Eimern ausgerüstet voller Leidenschaft und mit hemmungsloser Freude sich mit Wasser beschütten, entsteht eine Wasserschlacht, die sich auch Besucher nicht entziehen können. Besucher sind herzlich willkommen, an der Wasserschlacht teilzunehmen und werden auch nicht verschont von oben bis unten nass zu werden. Gästen, die zum ersten mal am Wasserfest teilnehmen und mit den örtlichen Gepflogenheiten nicht vertraut sind, wird dann erklärt, das man eigentlich jeden mit Wasser bespritzen darf, Ausnahmen sind allerdings ältere Leuten, kleine Kindern und Polizisten im Dienst.

In einem Straßenzug sieht man auch einige mit Girlanden geschmückte Elefanten, auf dessen Rattansitze schöne junge Mädchen sitzen und der Menge zuwinken. Doch keiner braucht zu glauben, das die Mädchen dort oben sicher sind. Auch die Elefanten und die Mädchen werden natürlich durchnässt. Auch ist eine erfrischende Abkühlung in der heißen Jahreszeit, nicht nur für die Elefanten.

Der dritte Tag ist der Höhepunkt des Festes. Während der Festtage wird auch ein spektakuläres Drachenbootrennen auf dem Lancangjiang Fluss (auch nur Lancang genannt) abgehalten, der berühmte Pfauentanz der jungen Frauen vorgeführt und ein großer Jahrmarkt abgehalten. Schön anzusehen ist auch eine Floßparade, bei der jungen Frauen und Männer, auf Flößen sitzend, die Zuschauer mit Wasser bespritzen und diese natürlich auch von oben bis unten nass gespritzt werden.

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Beim Drachenbootrennen nehmen Mannschaften aus insgesamt zehn Orten teil, um in ihren langen, schmalen Drachenbooten auf dem Fluss um die Wette zu rudern. Jede Mannschaft eines Drachenbootes besteht aus rund 20 Teilnehmern. Das Publikum feuert dann mit Begeisterung ihre Mannschaft mit Zurufen und dem Trommeln auf den Elefantenfußtrommeln an. Das Drachenbootrennen dauert mit allen Wettkämpfen gute 2 Stunden, und die Sieger nehmen anschließend auf der Tribüne ihre Preise entgegen.

Eine Berühmtheit und ein weitere Höhepunkt bei diesem Fest ist der Pfauentanz der jungen Frauen. Es ist ein Tanz- und Gesangsumzug, und junge Männer schlagen dabei auf ihre Elefantenfußtrommel (eine Trommel, die an der Taille getragen wird und die Form einer Sanduhr hat, deren Enden einem Elefantenfuß ähneln, deshalb die Bezeichnung) und tanzen ebenfalls im Rhythmus dazu, während die Frauen mit Wasser gefüllte kleine Schüsseln tragen und das Publikum nass spritzt. Die Frauentragen dazu wunderschöne Blumen im Haar und farbenprächtige Kostüme.

Hintergrund des Pfauentanzes

Der traditionelle Pfauentanz wird deshalb Pfauentanz genannt, weil die herrliche Kleidung der jungen Dai-Mädchen auch wundervolle Muster von Pfauen enthält. Pfauen haben aber nicht nur eine besondere Bedeutung, weil viele von ihnen in der Provinz leben, sondern Pfauen spielen auch eine wichtig Hauptrolle in folgender alten Überlieferung, welche die Dais gerne erzählen:

Einst gab es einen hübschen jungen Prinzen der Dai. Er war so schön und edel, das viele junge Mädchen von ihm träumen. Doch auch der Prinz träumte auch von einem schönen edlen Mädchen, was er noch nicht fand, und das er gerne zur Frau nehmen würde. Eines Tages hatte ein Jäger dem Prinzen verraten, das er beobachtete, das an einem bestimmten Tag sieben Pfauenweibchen immer kommen würden und sich in sieben schönen jungen Frauen verwandeln, um im See zu schwimmen. Das jüngste aller Mädchen sei das schönste, erzählte der Jäger dem Prinzen weiter, und wenn er ihre magischen Kleider verstecken würde, könnte sie sich nicht mehr zurück verwandeln und das Mädchen würde ihn bestimmt heiraten.

Da wurde der Prinz so neugierig, ob diese Geschichte des Jägers auch stimmte und schon am nächsten Tag versteckte er sich am See. Und tatsächlich kamen sieben wunderschöne Pfauenweibchen die sich in hübsche Mädchen verwandelten um im See zu schwimmen. Als der junge Prinz das jüngste und schönste der Mädchen sah, verliebte er sich sofort in sie. Heimlich versteckte er ihre Kleider, wie es der Jäger erklärt hatte.

Nach dem Schwimmen zogen sich die sechs älteren Mädchen ihre Kleider an, verwandelten sich wieder in Pfauen und flogen davon. Nur das jüngste Mädchen suchte noch verzweifelt ihre Kleider. Da kam der Prinz aus seinem Versteck und hatte ihre Kleider in der Hand. Auch das Mädchen verliebte sich sofort in dem jungen Prinzen und wollte nicht mehr verwandelt als Pfauenweibchen davon fliegen. So wurde das Pfauenweibchen die Frau des Prinzen und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Diese wunderschöne Überlieferung wird noch heute von Generation zu Generation weiter erzählt. Bis heute enthält die Kleidung der Dai-Mädchen deshalb auch Muster von Pfauen, und sicher träumt manches Mädchen von ihrem eigenen Prinzen. Anlass dieses Tanzes ist deshalb auch die Annäherung zwischen jungen Frauen und jungen Männern. Als Ausdruck ihrer Zuneigung werfen sich die jungen Leute kleine farbige Tuchbeutel zu, um ihre Gunst auszudrücken. Dies mag wohl auch der Grund dafür sein, warum einst das Land der Dais auch mal "Land der Pfauen" genannt wurde.

Auf dem Jahrmarkt entlang des Flusses und an den Straßen im Ort kann man alle Arten von Waren kaufen und eine Laternenausstellung bewundern. Zahlreiche Essenstände versorgen die Besucher mit regionalen Gerichten. Man kann die Drachenboote besichtigen oder mittendrin das ganze bunte Treiben beobachten. Besonders schön anzusehen sind die vielen hübschen jungen junge Frauen und junge Männer in ihrer traditioneller Kleidung. Viele junge Frauen tragen ihre schöne Kostüme mit Pfauenmotiven, Blumen im Haar und tragen bunte Schirme, den sie in der heißen Jahreszeit in der Hand halten, um sich vor der Sonne zu schützen.

Die Festtage sind mit eine abschließendem Feuerwerk für jeden Besucher ein unvergessliches Erlebnis und farbenprächtiges Schauspiel. Nach den Festtagen ruhen sich alle aus und nur die zahlreiche Pfützen zeugen noch von dem ganzen Spektakel.

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Schlüsselwörter: Yunnan | Dai | Wasserfest | China | Thai | Feste
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