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Die Seereisen des Cheng Ho - (4)

Die Seeherrschaft der Chinesen in der Ming-Dynastie

Im letzte Teil erfahren Sie einiges über die damalige überlegende Ausrüstung der chinesischen Seeflotte.

Die chinesische Ausrüstung Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die militärischen Erfolge der chinesischen Truppen war nicht nur deren brillante Führung und Strategie, sondern auch deren überlegende Ausrüstung der riesigen Heere und Seeflotten. Festzustellen ist dabei auch, dass die Chinesen zu dieser Zeit Waffen hatten, die sogar denen der Europäer weit überlegen waren. Gegen die sehr mobilen Mongolen, die weite Teile des Nordens Chinas lange beherrschten, konnte auch die überlegende Ausrüstung nichts anstellen.

So war es für Cheng Ho´s nicht nur wichtig, eine gute Ausrüstung auf See zu haben, sondern auch auf Land.

Die Kartographie der Chinesen Die Basis moderner Kartographie verdanken wir den Griechen, die die Längen- und Breitengrade auf Karten einführten. Um 100 v. Chr. hatte der griechische Geograph Marinos von Tyros bereits ein Raster aus Längen- und Breitengraden, mit regelmäßigen Zwischenräumen entwickelt. Er hatte sogar das Problem der Dreidimensionalität der Erdkugel bei der Zeichnung einer Karte berücksichtigt, so dass seine zu jener Zeit gezeichneten Karten ziemlich genau waren. Auch hatte er römische Karten soweit modifizieren können, dass bereits die Seeflotten der Römer und Griechen über Seekarten verfügten, worauf Arabien, Indien und Südchina eingezeichnet war. Der Grieche soll sogar Kontakte mit China gehabt haben. Seine Karten sollen über syrische Händler vom Mittelmeer über die Seidenstraße bis nach China gelangt sein. Erstaunlich ist die Tatsache, dass im Laufe der vielen Jahrhunderte in Teilen Europas, gegenüber z.B. in Arabien, die Kunst der Kartographie noch unterentwickelt war.

chinahystorie
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Dies würde dann vielleicht erklären, warum die Chinesen so früh ebenfalls Raster für ihre Karten verwendeten. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die chinesische Kartographie im Reich der Mitte wurde erst 100 n. Chr., also erst 200 Jahre später, vom chinesischen Mathematiker, Erfinder und Hofastronom Chang Héng gelegt. Vermutlich hatte er die Arbeiten von Marinos gekannt und modifiziert. Auf jeden Fall hatte er als erster Raster für die Landkarten in China eingeführt.

Im 3. Jahrhundert erließ ein Herrscher mit dem Namen Fei Hsü strenge Regeln für die Erstellung von Karten jeder Art. Maßstabsangaben wurden genormt, und man musste jede Karte mit einem rechtwinkliges Gitter aus parallelen Linien anfertigen.

Bis zum 11. Jahrhundert hatten die Chinesen die Kunst der Kartographie weiter entwickeln können als in Europa. So fand man zwei in Stein gemeißelte großformatige Karten Chinas, die in der nordchinesischen Stadt Hsi-an (das heutige Xian) in der Provinz Shensei, gefunden wurden und aus dem Jahr 1137 stammen. Eine der Karten war sehr exakt und mit einem rechtwinkligem Raster ausgestattet. Jedes Planquadrat war genau 100 Li (0,5 Kilometer) groß. Durch fortlaufende Modifizierung können wir davon ausgehen, dass Cheng Ho mit dem besten Kartenmaterial seiner Zeit ausgestattet war. Sowohl die See- als auch die Landkarten waren ziemlich exakt! Dabei waren nicht nur die Küstenlinien eingezeichnet, sondern auch Inseln, Windrichtungen, Jahreszeiten und Angaben über die Reisezeiten.

Entfernungsmesser Wie aber haben die Chinesen die Rasterabstände von jeweils 100 Li errechnen können? Ein Hilfsmittel der damaligen Zeit war der sogenannte Trommelwagen. Im alten chinesischen Werk Sung Shih, worin die Geschichte der Sung-Dynastie erzählt wird (960-1279), berichtet man detailliert über die Herstellung eines "li-aufzeichnenden Trommelwagens".

Der Prototyp wurde 1027 von einem Ingenieur namens Lu Ta-lung gebaut. Sobald sich das Fahrzeug fortbewegte, setzten seine Räder ein System von Zahnrädern in Gang, die die zurückgelegten Entfernungen auf eine kleine Übersetzung übertrugen und als minimale Bewegung an der Oberfläche des Gerätes sichtbar machten.

Die Räderfolge endete in einem Hebel, der eine Holzfigur dazu brachte, bei jedem zurückgelegten li (5 Meter) eine Trommel zu schlagen. Ein zusätzlicher Mechanismus reagierte auf jeweils zehn li (50 Meter) mit einem Glockenschlag. Dem chinesischen Spezialisten für Wissenschaftsgeschichte Wang Chen-tuo gelang es in den fünfziger Jahren, einen solchen Kilometerzähler nach den Angaben der alten Texte annähernd nachzubauen. Er bestätigte die exakte Funktionstüchtigkeit des Gerätes! Die Umsetzung auf Seekarten war nur noch eine mathematische Angelegenheit.

Kompass "Die Lotsen orientierten sich mit Hilfe der Sterne in der Nacht, am Tag an der Sonne und bei trüben Wetter mit dem Kompass", so die Aussage von Kuo Chung-li, dem Sekretär Cheng Ho´s..

Es gibt die Hypothesen das entweder die Phönizier, die Templer oder die Chinesen den Kompass erfanden. Heute vermutet man eher, solange man keinen phönizischen Kompass gefunden hat, dass die Chinesen als erste Kultur den Kompass gezielt einsetzten. Obwohl der Kompass schon seit vielen Jahrhunderten in China in Gebrauch war, finden wir erst in der chinesischen Enzyklopädie Shih lin kuang chi, die während der südlichen Sung-Zeit (1127-1279) verfasst wurde, die ersten genaueren Aufzeichnungen, wo ein Prototyp eines modernen Kompasses beschrieben wird. Die Chinesen nannten den Kompass die magnetische Schildkröte.

chinahystorie
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Genau wie bei den heutigen Instrumenten handelte es sich dabei um einen trockenen Kompass mit einem festen Drehpunkt. Der einzige Unterschied bestand darin, dass an der Stelle der heute üblichen frei schwingenden Nadel die Figur einer Schildkröte eingesetzt war, die sich auf einem Bambusstift drehte und einen Magneten unter sich verbarg. Die Erfindung gelangte erst spät im 12. Jahrhundert durch arabische Händler nach Europa.

Im 13.Jahrhundert hatte man bereist die Meere Ostasiens, die Küsten Chinas, Indiens und Südostasien erforscht und sehr genau kartographiert. Auch waren Handelsreisen bis nach Arabien Normalität, so dass die Karten sehr umfangreich waren. Die Ergebnisse der vielen Seereisen wurden in Seefahrtsbüchern niedergelegt, die genaue Anweisungen für die Kompass-Peilung enthielten. Man kannte sogar die Abweichung des magnetischen Nordpols vom geographischen Nordpol, die eindeutig auf den Kompasstafeln vermerkt wurde. Der Kompass war in 24 Peilungspunkten, in acht Himmelsrichtungen und in die zwölf Monate unterteilt.

Im übrigen wissen nur wenige, dass die Chinesen ihre Landkarten immer nach Süden ausrichteten. Natürlich war ihnen die korrekte geographische Nord-Süd-Orientierung bekannt, aber eine alte Tradition beließ es so. Der Süden spiegelte für die Chinesen Wohlstand, Wärme und Überfluss wieder. Der Norden dagegen Kälte, Ödland und starke Winde).

Schiffbau

Der Schiffbau begann in China später als z.B. bei den Ägyptern oder den Mittelmeerstaaten. Aber bereits etwa im 2.Jahrhundert v. Chr. verfügte man in der Chín- und Han-Zeit über drei Trockendocks, wie Ausgrabungen bewiesen, die bereits Schiffe von 80 Meter Länge und 30 Meter Breite bauen konnten! Als Vergleich: Die Mayflower, die 1620 die Pilgerväter nach Amerika brachte, war gerade mal 18 Meter lang und 8 Meter breit!

Ab etwa 260 n. Chr. verfügten die Chinesen bereits über ozeantaugliche Dschunken, und erfanden auch das Steuerruder für solche Schiffe. In einem Grab von 200 n. Chr. bei Kanton fand man detailgetreue Modelle der damaligen Schiffe mit deutlich erkennbarem Ruder. Man fand u.a. ein elf Meter langes Steuerruder, das eindeutig für ein etwa 100 Meter langes Schiff bestimmt gewesen war. Diese Schiffe befuhren schon die Küsten Asiens und Arabiens.

chinahystorie
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Es gab vorher viele Völker im Mittelmeerraum, die stolze Leistungen auf den Meeren volllbrachten: so haben Ägypter, Griechen, Phönizier, Römer, aber auch die Wikinger Leistungen vollbracht, die leider von der Wissenschaft als "Ausnahme" behandelt werden. Fest steht, das diese Völker ozeantaugliche Schiffe besaßen, und wir bis heute nicht genau wissen, wohin sie wohl überall gefahren sind. So landeten z.B. die Wikinger lange vor Kolumbus in Amerika und umrundeten die Phönizier als erste Afrika.

Typisch für diese großen Dschunken zu Cheng Ho´s Zeiten war der flache Boden aus Kiefernholzplanken. Ihre große Festigkeit verdanken sie vierzehn Schotten, sowie das Bambusrohr seine Stabilität den Knoten verdankt. Diese Schotten konnten dicht geschlossen werden, so dass ein leckgeschlagenes Schiff nicht sofort sank.

Man fand einen Bericht aus dem Jahr 783 wo von einem gewissen Li Kao, Gouveneur von Huang-chao, folgendes berichtet wird: Li Kao, immer interessiert an neuen Maschinen, hat Schiffe bauen lassen, von denen jedes seitlich zwei Räder hat, die mittels einer Tretmühle gedreht werden. Diese Schiffe bewegen sich schnell wie der Wind und verursachen Wellen, als hätten sie Segel gesetzt. Als ein Art Raddampfer ohne Dampf?! Der Antrieb soll über Ochsen erfolgt sein.

Bis zum 12. Jahrhundert wurden viele Erfindungen im Schiffsbau umgesetzt. Die Konstruktion dieser Schiffe kam die ganze Genialität der chinesischen Schiffsbauer zugute, so daß sie in vielem fortschrittlicher als europäische Schiffe waren. Zu den Neuerungen gehörten: ein stromlinienförmiger Rumpf, wie er im Westen erst vier Jahrhunderte später gebaut wurde, wasserdichte Schotten, eine Vielzahl an Masten, die abwechselnd nach Backbord und Steuerbord verschoben waren, um die Triebkraft zu erhöhen. Darüber hinaus waren die Schiffe mit Kompass ausgerüstet. Die Hauptbewaffnung waren Katapulte, große und mittlere Armbrüste, Granaten sowie Bogen- und Armbrustschützen. Aber auch das Kapern von Schiffen gehörte zur Ausbildung der Mannschaften.

chinahystorie
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Alle Dschunken waren leuchtend weiß angemalt, die Rümpfe hatte man mit einem Kalk bestrichen, der mit einem giftigen Öl aus dem Samen der Styandra cordifolia vermischt war, um das Holz vor Bohrwürmern zu schützen.

Man könnte sogar vermuten, dass erst die chinesischen Dschunken Vorbild für europäische Mehrmastschiffe waren und die europäischen Schiffsbauer inspirierten. Die Folge der Einflussname Chinas und den beschriebenen Fahrten Cheng Hos war sogar wahrscheinlich der Anlaß, das Vasco da Gama seine großen Reisen unternehmen konnte. Portugals König Heinrich (Kosename: Heinrich der Seefahrer) hatten die Fahrten Cheng Hos angeregt. Mit Vorliebe interessierten ihn Reiseberichte über Seefahrer in Asien und Arabien. So las er sicher auch u.a. die Erzählung von Nicolo di Contis, der 1438 Südchina besuchte, und u.a. über den Schiffsbau Chinas berichtete.

1420 verfügten die Chinesen über die größte Flotte der Welt:

250 Langstrecken-Galeonen, 400 große Kriegsschiffe (Nanking-Flotte), 400 Frachter für Getreidetransport mit Bewaffnung, 1350 Patroillenboote für die Flüsse und 250 Schatzschiffe, die in den verschiedenen Küstenstützpunkten stationiert waren. Um die Küste Chinas zu schützen wurden 2700 Küstenschiffe eingesetzt. Dazu gab es unzählige Küstenwachtürme. Die Methode, unter Ausnutzung der Monsumwinde zu segeln, war den Arabern lange bekannt, wurde aber im Westen nur von einem griechischen Steuermann im ersten nachchristlichen Jahrhundert entdeckt: Hippalos. So waren auch alle Schiffsbewegungen von den Monsumwinden abhängig, so dass die Preise entsprechend der Verfügbarkeit der Waren beträchtlich schwanken konnten. Vereinzelte Forscher sind sogar der Auffassung, daß die Chinesen sogar weite Teile des Pazifik erforschten.

Chinesische Agenten Cheng Ho verfügte über Dutzende Agenten, die eine harte Ausbildung als Einzelkämpfer (Ninja) gemacht hatten. Zudem fahren sie Meister in Tarnung, Handhabung von Waffen und Schauspielkunst. Egal, wo man sie aussetzte, sie konnten sich immer irgendwie an ihren Einsatzort unter der Bevölkerung mischen und waren oft jahrelang unerkannt als Agent tätig. Die besten dienten bis zum Tod einen oder mehreren Herrschern, ohne das sie je entdeckt wurden.

Botschaften zwischen Agenten und Mittelsmänner wurden immer kodiert und mit viel Raffinesse weitergegeben. So gab es z.B. die Variation anhand der ersten vierzig Schriftzeichen eines Gedichtes, auf dem sich beide Parteien zuvor geeinigt hatten, eine kodierte Nachricht zu hinterlassen. Solche Kodes waren kaum zu knacken, aber in ihrer Aussage auch begrenzt.

Einsatz fanden u.a. auch Brieftauben und farbige Flugdrachen. Um z.B. eine bestimmte Nachricht einem Schiff auf See zu überbringen, ließ man einen Drachen in einer bestimmten Farbe und Höhe hochsteigen. Doch nicht nur die Farbe konnte eine bestimmte Botschaft vermitteln, sondern auch in Kombination oder vereinzelt konnte auch eine bestimmte Bewegung, eine geheime Nachricht weitergeben. Die Entdeckung war ein mögliches Risiko. Auch der Einsatz von Nachrichten auf kleinen Papierröllchen, in Bambus versteckt, war eine gängige Methode. Auch schrieb man einen Bericht auf die Innenseiten eines Bambusstockes. Dazu spaltete man zunächst den Bambusstock, schrieb die geheime Nachricht auf die Innenseite auf und befestigte wieder beide Hälften so geschickt, dass es keiner bemerkte. Die Weitergabe der Nachricht war ebenso verblüffend wie einfach. Wenn man unterwegs einen weiteren Agenten traf, tauschten diese ihre identischen Bambusstöcke einfach nur aus, so dass es keiner bemerkte. Wenn ein Schiff aus der Kaiserlichen Flotte an einen Ort mir Hafen ankam, wurde immer auch Bambus als beliebtes Material verladen. Eine Nachricht so weiterzugeben war relativ einfach. Eine Entdeckung solcher Methoden der Geheimhaltung war immer vom Zufall begleitet, und somit eine ziemlich sicherer Sache.

Rüstungen Die Chinesen bauten raffinierte Rüstungen Am Anfang hatten sie Lederrüstungen, die sie mit einer Lackschicht überzogen. Zwölf Rüstungen aus lackierten Lederplatten, die von den Unterarmen bis über die Schenkel reichten, wurden im Grab des Fürsten Yi von T´seng gefunden. Das Grab stammt aus dem Jahr 433 v. Chr. und enthielt außerdem die entsprechenden Helme, ebenfalls aus lackiertem Leder.

Bald wollte man Rüstungen beweglicher und sicherer machen. So wurden überlappende Lederrüstungen mit Bronzeschuppen verstärkt; eine Art Schuppenpanzer. Ein gutes Beispiel der damaligen Rüstungen findet man im Grab des chinesischen Kaisers Chín-shih Huang-ti. Seine Tonsoldaten-Armee ist ja inzwischen weltberühmt. Alle Tonsoldaten tragen solche eindrucksvolle Rüstungen.

wikimedia
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Selbst Rüstungen aus Papier wurden erfunden. Es bestand aus Papier das vom Maulbeerbaum gewonnen wurde. Es waren dicke bewegliche übereinander geschichtete Papierlagen, die selbst die stärksten Pfeile nicht durchdringen konnten. Erst mit der Erfindung der Armbrust ging man auf die schweren Eisenrüstungen über. Cheng Ho´s Soldaten waren sowohl mit verstärkten Leder- als auch in der Mehrzahl mit beweglichen Eisenrüstungen ausgestattet.

Die Armbrust Neben den Langbogen mit großer Reichweite, war die Armbrust wegen ihrer hohen Durchschlagskraft die schrecklichste Waffe der kaiserlichen Armee. Mit einer Armbrust konnten mobile Soldaten einen Feind auf 200 Meter Entfernung treffen und sogar eine Eisenpanzerung durchschlagen. Neben der Handarmbrust gab es auch schwere Modelle, die auf Wagen montiert wurden. Zu Cheng Ho´s Zeiten verfügte der Ming-Kaiser über eine beachtliche kaiserliche Armee von mindestens 500.000 Soldaten mit 50.000 Armbrustschützen, was den Stellenwert der Waffe untermauert. Zudem verfügte der Kaiser über schätzungsweise 200.000-300.000 berittene Einheiten, die mit Armbrust oder verschiedenen Bögen ausgerüstet waren.

chinahystorie
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Die Chinesen waren sogar in der Lage die Armbrüste in einer Massenproduktion herzustellen. Die Waffen wurden in Bronze gegossen, maschinell bearbeitet und zusammengesetzt. In der Mingzeit wurden die Armbrüste so konstruiert, daß die Mongolen, die größte Gefahr Chinas, sollten sie Armbrüste erobern haben, das der komplizierte Mechanismus nicht ohne Werkstatt und Fachwissen gewartet werden konnte. Außerdem waren die Pfeile der Armbrust so kurz, dass sie für herkömmliche Bögen nicht geeignet waren.

Man erfand sogar einen Raster, der das Zielen erleichterte. Diese Raster bestand aus einem Gitter senkrechter und waagerechter Drähte, ähnlich wie sie heute noch bei Kameras oder Flakgeschützen benutzt werden.

Die Super-Armbrust Prunkstück der Waffenentwicklung war eine Schnellfeuer-Armbrust. Die Chinesen statteten ihre Armbrüste mit Magazinen aus, die in allen Richtungen zielen konnten. Tests mit nach gebauten Waffen bewiesen, dass hundert Mann mit solchen Armbrüsten 2000 Geschosse in nur 15 Sekunden abschießen konnten, mit einer Reichweite von bis zu 100 Meter. Die meisten Pfeile wurden zudem in Gift getränkt, so dass selbst ein kleinster Kratzer tödlich sein konnte. Man setzte sie im Nahkampf, aber auch gegen die berittenen Mongolen ein, wobei man auch keine Rücksicht auf die Pferde. Großformatige Armbrüste setzte man auch mit Vorliebe auf See ein, wo sie in erster Linie die Aufgabe hatten, Segel zu zerstören.

chinahystorie
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Die Feuerlanze Anfang des 11. Jahrhunderts hatten die Chinesen die Feuerlanze erfunden, eine Art tragbarer Flammenwerfer. Anfangs bestand sie aus Bambusrohren und später aus Gußeisen. Es wurde mit Treibstoff auf Petroleumbasis gefüllt. An der Spitze einer Lanze wurde es auf die Feinde geschleudert und verursachte bei einer Brenndauer von 5 Minuten eine eindrucksvolle Wirkung bei den Mongolen.

chinahystorie
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Im 14. Jahrhundert hatte man die Feuerlanzen-Batterie erfunden. Die Chinesen nannten diese Waffe "heftig Flammen sprühendes Schild". Es war eine Nahkampfwaffe. Auf einem fahrbaren Regal wurden 36 Feuerlanzen in mehreren Reihen reingelegt. Sie waren mit einer unterschiedlichen Menge Schießpulvermischungen gefüllt.

Der Autor Hung-lung-chin beschreibt 1412 den Einsatz solch einer Waffe: Wenn zwei feindliche Armeen sich gegenüberstanden, werden auf ein Signal hin die Schilde aufgestellt und gezündet. Wenn sie dann Feuer sprühen, schießen die Flammen sechs bis neun Meter weit hervor. Eine Gruppe Soldaten zur Linken bedient das Schild während eine Gruppe zur Rechten ihre Säbel schwingt. Dabei nutzen sie die allgemeine Panik, die der Flammenwerfer hervorruft. "Ein einziges dieser Schilde wiegt zehn mutige Soldaten auf", so die damalige Meinung.

Granaten Bereits 1000 n.Chr. wurden in der islamischen Welt mit Benzin gefüllte Granaten aus Ton oder Glas eingesetzt. Abbildungen dazu fand man u.a. im buddhistischen Höhlentempel in Ta-tsu in der Provinz Ssuchúan, der um 1128 n.Chr. entstanden ist. Die Chinesen übernahmen das Konzept und stellten Granaten aus Ton her. Auch gab es große Bomben die mit Katapulten abgeschossen wurden.

Auch Cheng Hos Bewaffnung bestand aus Granaten, die die Schiffe mit Katapulten verschießen konnten. Aber auch Raketen mit bestückten Lanzen wurden ebenso eingesetzt wie Minen; sowohl auf Land wie auch auf Wasser. Die Chinesen nannten die Minen "Unterirdischer, zum Himmel aufsteigender Donner. Dazu wurden Speere, Banner, begehrte Kriegstrophäen, über vergrabene Sprengladungen in den Boden gesteckt. Der dadurch angelockte Feind löste eine Zündmechanismus aus.

Eine Angriff mit Brandpfeilen, Raketen, Granaten und brennendem Öl wurde als der Atem des Drachens bezeichnet.

Somit hatte Cheng Ho´s Flotte eine sehr ernstzunehmende militärische Ausrüstung mit sich geführt.

Die geheimen Fahrten Cheng Ho hatte die Aufgabe, unbekannte Inseln zu finden und zu erforschen, um diese als geheime Stützpunkte für die kaiserliche Flotte auf die Karten einzutragen. Solche Inseln sollten als Versorgungsbasis dienen können, aber auch, um eventuelle neue Bodenschätze zu finden. Man vermutet, dass er u.a. die Seychellen und andere Inseln lange vor den Europäern kannte.

Doch hatte er auch den Auftrag, Hinweise über ein Unsterblichkeitsserum zu finden. Viele Herrscher Chinas träumten davon, nicht sterben zu müssen. So soll auch der Kaiser Chín-shih Huang-ti Expeditionen unternommen haben bzw. ausrüsten lassen, um solch ein Mittel oder seine Rezeptur zu finden, um ewig leben zu können.

Die Ming-Kaier setzten die Tradition fort, und Yung Lo träumte davon, ewig herrschen zu können. Wir wissen nicht, was Cheng Ho alles entdeckte. Aber er soll eine mehrwöchige Expedition auf Madagaskar oder auf einigen der vorliegenden Inseln von Madagaskar gemacht haben, und dabei auch skurrile Abenteuer gemacht haben. Bei dieser Expedition suchte er angeblich einen Jungbrunnen, eine Wasserquelle mit magischen Eigenschaften, die er auf alten arabischen Aufzeichnungen entdeckte. Auf jeden Fall soll er sehr tief ins Landesinnere vorgedrungen sein.

Ob dazu gedichtet oder nicht, Cheng Ho soll angeblich eine sehr alte verlassene Stadt gefunden haben. Statt des Jungbrunnen fand er Reste von riesigen eisernen Figuren, so die Bezeichnung, in der Stadt, die ihm so unheimlich waren, dass er enttäuscht die Expedition wieder abbrach.

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Schlüsselwörter: china | cheng ho | zheng he | ming | ming-dynastie | seefahrt | seehandel | asien | dschunke | entdeckung | armbrust | rüstung | rakete
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Kommentare

trung
am 28.02.2009 12:25:04 (87.189.206.xxx) Link Kommentar melden
Alle Teile TOP geschrieben und erstaunlich, was die Chinesen schon alles hatten. So hätte China ja eigentlich auch Amerika entdecken können.

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