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Lokales: Sonstiges

Die Seereisen des Cheng Ho - (3)

Die Seeherrschaft der Chinesen in der Ming-Dynastie

Im Monat April gingen Botschafter aus Calicut, Semudera, Quilon, Malakka und mehreren Ländern am Pazifik an Bord der Schatzschiffe, um mit Cheng Ho zusammen nach China zurückzukehren. Doch auf dem Heimweg hatten Cheng Ho noch seinen Spezialauftrag zu erledigen, den auch die mitfahrenden Herrscher erleben sollten: Die Vernichtung der Piratenflotte von Chen Tsu-i.

Der Atem des Drachen Chen Tsu-i schien gewarnt zu sein. Vor Palembang trafen die von Cheng Ho geführten Kriegsdschunken frontal auf Chen Tsu-is Flotte. Chen Ho forderte ihn auf , sich zu ergeben. Che Tsu-i tat so, als wäre er dazu bereit, plante jedoch einen Überraschungsangriff. Aber Cheng Ho´s Spione hatten einen anderen chinesischen Händler, einen gewissen Shih Chinching, für sich gewonnen, der Chen Tsu-i´s Strategie kannte und ihn verriet. Ein harter Kampf erfolgte. ChenTsu-i´s Schiffe hatten Tausende kampfbereiter Männer an Bord, aber Cheng Hos Kriegsdschunken waren mit Eisenplatten gepanzert und mit riesigen Armbrüsten, Wurfmaschinen und Kanonen bestückt. Mit Brandpfeilen, Raketen, Granaten und brennendem Öl griffen sie den Herrn von Palembang an. Solch eine Angriffsart wurde von den Chinesen der Atem des Drachen genannt.

chinadaily
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Cheng Ho´s Befehlshaber mieden den Nahkampf. Mit riesigen Klauen hielten sie die feindlichen Schiff auf Distanz und schossen mit den brennenden Pfeilen ihrer Armbrüste in Brand. Im ganzen wurden 5000 Piraten getötet, zehn von Chen Tsu-is großen Kriegsdschunken versenkt und sieben weitere schwer beschädigt. Chen Tsu-i und seine beiden Stellvertreter wurden lebend gefangen, aber von seinem Schatz blieb der größte Teil unauffindbar. Entweder hatte er viel Zeit gehabt ihn an seinem Clan zu verteilen oder an verschiedenen Orten sorgfältig versteckt.

Cheng Ho´s Flotte begab sich in der Nähe der Insel Singapur, um dann mit den Südwest-Monsum zurück zu segeln, und traf im Juli wieder in Jangtsekiang ein. Chen Tu-i wurde nach Nanking gebracht, wo ihn der Kaiser im Oktober 1407 hinrichten ließ. Der Händler Shih, der durch seinen vorsorglichen Verrat Chen Tsu-i´s Pläne vereitelt hatte, wurde zum "offiziellen Befriedigungsbeamten" Chinas in Palembang ernannt. Er sollte die dort ansässigen Auslandschinesen einschüchtern und künftig ihre Loyalität gegenüber dem Ming-Thron statt Siam gewährleisten. Der Sieg von Palembang trug viel zur Hebung des kaiserlichen Ansehens bei, aber es musste noch mehr geschehen, bis die Straße von Malakka als gesichert gelten konnte.

Die Neider Chen Ho war derart mit dem Ming Kaiser befreundet, dass es im Hof viele Neider gab. Die Neider waren Händler, Mandarine und insbesondere Eunuchen. Dies waren die stärksten Fraktionen am Hof. Da Cheng Ho dem Kaiser treu und unbestechlich war, hatten die Eunuchen und Mandarine sehr viel Mühe, heimlich und im Konkurrenzkampf die chinesischen Händler in China und außerhalb gegeneinander auszuspielen.

Die meisten Auslandschinesen waren Händler und sahen ihre Einnahmen durch das Auftreten Cheng Ho´s gefährdet, die sie ja bisher ganz für sich behalten konnten. Dann gab es noch die Händler, die Piraten bezahlten, um schnell andere Schiffe ausplündern zu lassen. So hatte Cheng Ho viele Neider und Feinde und die Intrigen am Hof konnten nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Die zweite Fahrt Die zweite Reise wurde kurz Zeit später realisiert. Diesmal befehligte er eine Flotte von 248 Schiffen. Die Flotte brach Richtung Westen auf, um in Calicut bei der Krönung des neuen Seekönigs Geschenke und Grüße des Kaisers von China zu überbringen. Auf der Rückfahrt nach China besuchte die Flotte Java. Cheng Ho stürzte dort den König des Moslemstaates von Surabaya und ersetzte ihn durch einen Verwandten des Königs von Madjapahit. Der Ming-Kaiser hatte behauptet, an der Eroberung fremder Länder nicht interessiert zu sein, aber er trieb eindeutig eine Eroberungspolitik. Traf die Flotte unterwegs auf Piratenschiffe, so wurden diese erbarmungslos gekapert oder vernichtet. Auf der Rückreise machte er in Siam Halt.

chinahystorie
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Die dritte Fahrt Cheng Hos dritte Reise begann im September 1409 mit nur 48 Schiffen. In Palembang herrschten wieder Piraten, so die Informationen die Cheng Ho mitnahm. Mit nur 48 Schiffen, aber 30.000 Mann Besatzung, hatte er zum Ziel, die Straße von Malakka mit einer letzten strategischen Operation endgültig unter chinesische Kontrolle zu bringen. Doch nicht nur die Piraten waren eine Gefahr, auch die Thais kontrollierten die malaiische Halbinsel mit.

Agenten von Cheng Ho wurden entsandt. Diese organisierten auch die Ermordung des siamesischen Vasallen in Malakka. Ein von den Chinesen anhängiger neuer König bestieg jetzt den Thron. Palembang am Südende der Straße war im Besitz der Ming-Dynastie, und in Malakka waren nun Marionetten als Herrscher eingesetzt.

Die Straße von Malakka war nunmehr fest in chinesischer Hand. Der Kaiser befahl Cheng Ho, Malakkas neuem König zwei Silberne Siegel, einen Mandarin-Hut, einen Amtsgürtel und eine bestickte Seidenrobe zu übergeben. Der Admiral erklärte Malakka zu einem Stadtstaat, der unter dem Schutz der Ming-Kaiser stehe, weshalb Siam es künftig nicht mehr wagen würde, die Stadt anzugreifen. Man schickte die Botschaft auch nach Siam.

Der neue Herrscher zwang alle vorbeifahrenden Schiffe, seinen Hafen anzulaufen, und erhob auf alle Waren Zoll, genau wie es zuvor der getötete chinesische Seeräuber in Palembang getan hatte. Doch jetzt diente der Herr von Malakka der Ming-Dynastie. Mallaka war für die Chinesen ein günstiger Ort für die Einrichtung eines Umschlagplatzes für alle Waren, die von Cheng Ho´s kleineren Flottilien in die benachbarten Länder exportiert werden sollten.

Sobald Schatzschiffe eintrafen, wurden die Waren entladen und um sie starke Palisaden mit Wachtürmen, die stark bewacht wurden, erbaut. Das Lager wurde Tag und Nacht schwer bewacht. Innerhalb der ersten Palisade befand sich eine zweite, dahinter erstreckten sich die Lagerhäuser und Kornkammern, auch das Geld und die Lebensmittelvorräte der Flotte. Die Schiffe, die zu den verschiedenen Ländern segelten, kehrten hierher zurück, luden erneut Waren und warteten, bis der Wind wieder günstig für die Weiterfahrt stand.

Die vierte Fahrt Die vierte Reise von Cheng Ho führte ihn mit 48 Schiffen wieder nach Cylon. Dort wurde eine große Ausstellung chinesischer Waren, darunter Textilien, Seidenstoffe, goldenen und silberne Kerzenhalter, Weihrauchgefäße und andere zeremonielle Artikel ausgestellt.

Als dem König von Cylon dieser Luxus geschildert wurde, überlegte er, wie er in den Besitz der noch in den Bäuchen der Ming-Schiffe befindlichen Waren kommen könnte. Die Chinesen kamen von der prunkvollen Ausstellung zurück, und Cheng Ho erlaubte seinen Männern, an Land zu gehen. In diesem Augenblick griff sie ein Heer von 50.000 Cylonesen an, nachdem die an Land befindlichen Männer durch in ihrem Rücken errichtete Holzsperren von den Schiffen abgeschnitten worden waren. Eine Reihe von Gefechten folgte, bis um Mitternacht die Schlacht ihren Höhepunkt erreichte.

Cheng Ho ließ den Befehlshabern der Schiffe Nachricht zukommen, sie sollten den Kampf aufnehmen und um jeden Preis ausharren, während er selbst zweitausend Mann von denen, die schon an Land waren, zu einem Angriff auf die Hauptstadt führte.

Diesem kühnen Unternehmen war ein voller Erfolg beschieden. Die Stadt war unvorbereitet und so wurde der König und seine Familie gefangen genommen. Das Heer von Cylon machte kehrt und wandte sich nun gegen Cheng Ho. Dieser griff sie in den Flanken an, und die nachrückenden Truppen der Flotte griffen die Soldaten des Königs von hinten an. Zuvor wurden noch unzählige Raketen auf die Hauptstadt geschossen. Trotz Unterzahl gewannen schließlich die Chinesen. Der König von Cylon wurde gefangen genommen und mit seiner ganzen Familie und allen Ministern nach China gebracht.

Im Juli 1411 trafen sie in Nanking ein. Nachdem man die Gefangenen dem Kaiser Yung Lo vorgestellt hatte, schenkte er ihnen Leben und Freiheit und ließ sie mit einer Eskorte zurück in ihre Heimat bringen. Der Kaiser brachte Cylon als wichtigen Stützpunkt. Yung Lo hatte sein Ziel erreicht. Die Chinesen kontrollierten jetzt die Straße von Malakka. Kaiser Yung Lo befahl nun, den reichen Mandarin Hsia Yuan-chi, der eine großen Teil der Kosten der ersten Reise finanziert hatte, zu verhaften. Der Mandarin hatte mehr versprochen, als er hatte halten können.

Die fünfte Fahrt Zwei Jahre später, im Herbst 1413, brach Cheng Ho mit 63 Schiffen und fast 30.000 Mann zu einer seiner wichtigsten Reisen auf. Er segelte nach Arabien. Am persische Golf angelangt, ankerte die Flotte im Hafen der Insel Hormuz, einem größeren Knotenpunkt des Seehandels. Von Hormuz segelte sie langsam um die Arabische Halbinsel herum nach Aden an der Meerenge zum Roten Meer.

Der vortreffliche Hafen von Aden war voll arabischer Dhaus und floß voller Waren aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika über. Auch wilde Tiere aller Arten wurden in Käfigen gehalten und feilgeboten.

Die Chinesen und ihre Dschunken waren bekannt im Roten Meer, aber der Anblick der 63 großen weißen Schiffe mit den furcht erregenden Augen am Bug, mit roten Segeln, Seidenfahnen und der Tausenden Seesoldaten mit Tigermasken und Bambuspanzern ließ die ganze Küstenregion vor Furcht zittern. In den folgenden Monaten schickten 19 Länder Botschafter an Bord von Cheng Ho´s Schiffen mit Tributen für den Kaiser von China. Der König von Bengalen schenkte ihm sogar eine Giraffe. Das Tier erstaunte später den Kaiser.

Um 1417 hatten sich ausländische Gesandte zwei Jahre lang in Nanking und anderen Städten entlang des Jangtsekiang umgesehen, und Cheng Ho brachte sie mit einer anderen großen Flotte zurück in ihre Heimatländer. Auf dieser Fahrt segelte der Admiral die Oberküste Afrikas hinunter und besuchte die arabischen Häfen Mogadischu, La´sa, Malindi und Mombassa, wo sie auch helle Aufregung hervorriefen. Sie fuhren nach Sansibar und kamen vielleicht sogar bis Mosambique, bis sie wieder Kurs auf China nahmen. Auch soll es wieder einen Geheimauftrag gegeben haben.

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Erst im Juli 1419 kehrte die gesamte Flotte zurück. Voller Geschenke für den Kaiser: Löwen, Panther, kleine Pferde aus Hormuz in Persien, Kamele und Strauße aus Brava und hundert anderen seltsamen Gaben.

Die sechste Fahrt 1421 startete eine weitere Expedition von Nanking aus. Cheng Ho bleibt jedoch vorläufig an Land zurück und stieß erst später zu seiner Flotte. Die Gesundheit des Kaisers war angeschlagen, und weitere Einfälle der Mongolen drohten. Der Kaiser hatte beschlossen, die Hauptstadt nach Peking zu verlegen.

Auf dieser Reise besuchten erneut einige Geschwader die afrikanische Küste. Aber nach nur zehn Monaten Abwesenheit kehrte Cheng Ho vorzeitig nach China zurück, wo er zum militärischen Befehlshaber der Region Nanking ernannt wurde.

Dort sollte er die ehemalige Hauptstadt im Süden verteidigen und dem Kaiser den Rücken freihalten. Der Kaiser Yung Lo starb am 12. August 1424. Sofort wurde seine Politik der großen maritimen Expeditionen heftig kritisiert, wobei die Hofeunuchen im Hintergrund bereits die neuen Machtverhältnisse zu ihren Gunsten planten. Cheng Ho schlug eine Welle der Feindseligkeiten entgegen, vermutlich auch, weil die Hof-Eunuchen Monopole bei der Eintreibung von Tributen, im Außenhandel und bei der Vergabe von Ämtern hatten.

Die siebte Fahrt Inzwischen war Cheng Ho fast 60 Jahre alt und litt an Übergewicht. Er war nicht mehr der gefürchtete Krieger, sondern der erfahrende Stratege, der größten Respekt bei seinen Soldaten hatte, und ein wohlhabender Mann. Doch die Zeiten änderten sich auch für ihn. Auch war der neue Kaiser eine ganz andere Persönlichkeit als ein Vorgänger. Cheng Ho verlor an Einfluß und wollte auch im Ruhestand gehen.

Obwohl er sich eigentlich zur Ruhe setzen wollte, beauftragte man ihn 1430 noch einmal mit der Durchführung einer weiteren Expedition. Mit einer Mannschaftsstärke von 28.000 Mann war auch diese Expedition noch groß. Die Reise wurde gut vorbereitet, und wieder waren nicht nur Soldaten, sondern auch viele Beamte, Handwerker, Schreiber, Ärzte und Ingenieure an Bord der kaiserlichen Flotte.

Noch einmal besuchte er den Persischen Golf, das Rote Meer, hinauf bis Jeddah und Afrika und füllte die Rümpfe seiner Schiffe mit Giraffen, Elefanten, Kunstgegenständen der europäischen Renaissance und anderen Waren. Bei seiner letzten Reise besuchte er auch das religiöse Zentrum Mekka, seinen baldigen Tod vielleicht ahnend.

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Was geschah dann ? Was ihm nach seiner siebten Reise widerfahren ist, kann nur zum Teil rekonstruiert werden, da viele der Aufzeichnungen vernichtet wurden. Eifersüchtige Mandarine, aber auch Hof-Eunuchen, haben den größten Teil der Aufzeichnungen aus Neid vernichtet und fast alle Stelen, die an seine Fahrten erinnern sollten, zerstört. Ihnen störte die Größe, das Genie und die kaum nachvollziehbaren Taten der Person Cheng Hos. Sie wollten nicht im Schatten stehen und versuchten ihn aus der Geschichte zu verbannen. Cheng Ho war der größte Seefahrer seiner Zeit und es gab keinen asiatischen Seefahrer mehr nach ihm, der solche aufwendigen Fahrten machte.

Zum Glück haben sie einige Aufzeichnungen übersehen, und auch heute noch erinnert viel an seine Taten. Er hatte von allen Seefahrern der Welt die bis dahin längste Strecke auf Schiffen zurückgelegt. Er hinterließ eine Sammlung von 24 erstaunlich genaue Seekarten. Er brachte viele prosaisch anmutende, aber wichtige Erfindungen nach China mit, wie z.B. die Brille. Ein wichtiger Aspekt ist sicher der damalige Austausch von Erfindungen, neuen Techniken und Wissen.

Zwar hatten seine Reisen ursprünglich den Handel mit China in offiziell kontrollierte Bahnen zwängen sollen, in Wirklichkeit jedoch erkannten durch sie viel mehr Chinesen, welche Möglichkeiten der Kontakt mit anderen Ländern und der Seehandel boten. Die Folge war, daß nach seinem Tod die Zahl der Chinesen, die in eine Kolonie in Übersee gingen, um Handel zu treiben, gewaltig zunahm.

Mit Kaiser Yung Los Tod endete auch die Lebenskraft der Ming-Dynastie. Nach zwanzigjährigem Krieg gegen Vietnam musste China sich auf See geschlagen geben; die kaiserliche Kriegsflotte hatte 300 Kriegsdschunken verloren. Die Fehler häuften sich. Schwache Herrscher waren mit ausschließlich höfischen Intrigen beschäftigt. Auch gab es eine Rückentwicklung im Schiffsbau. Werften wurden geschlossen, große Schiffe nicht mehr im Auftrag gegeben und Schiffsbauer bekamen nur wenige Aufträge oder wurden verhaftet.

Wer eine seetüchtige Dschunke mit mehr als zwei Masten baute, beging ein todeswürdiges Verbrechen, so die Anordnung des Kaiserhofes. Jeder, der auf einem solchen Schiff anheuerte, galt als Pirat. Innerhalb weniger Jahrzehnte verlor China mehr Wissen über den Schiffbau, als der Westen zu diesem Zeitpunkt bereits gelernt hatte. Ein Goldenes Zeitalter der Seefahrt ging in China zu Ende.

Die Verehrung Cheng Ho Noch heute ist Cheng Ho im Westen so gut wie unbekannt. In Asien lebt er in der Erinnerung fort, und die Auslandschinesen verehren ihn auch heute noch. Hier ein kleiner Auszug daraus:

In Ostasien findet man einen San Bao-Hafen, eine San Bao-Pagode und eine SanBao-Stadt. In Indonesien besuchen die Chinesen jedes Jahr den Tempel von Tajue, um die Wiederkehr des ersten Besuches Cheng Hos zu feiern. In Malakka trägt der älteste Brunnen den Namen Sam Bao Kung. In Kunyang am Südufer des Tien-Chih-Sees gibt es ein Cheng Ho Ehrendenkmal. In Melaka gibt es den Tempel Sam Poh Kong aus dem Jahre 1795. Dieser ist dem Admiral Cheng Ho geweiht. Ein Sturm soll auf der Anreise ein Loch in sein Schiff gerissen haben, und ein Unglück wäre hereingebrochen, hätte nicht der Fisch Sam po die Lücke mit seinem Leib zugestopft. In der Nähe von Penang (Malaysia), gibt es die Stadt Bayan Lepas. Im drei Kilometer entfernten Fischerdorf Batu maung soll ein kleiner Schrein mit einem Fußabdruck von Admiral Cheng Ho geben.

Cheng Ho wird seit 1949 im Geschichtsunterricht in der Volksrepublik China behandelt. Es gibt in China sogar ein Theaterstück, das Cheng Ho segelt zum westlichen Ozean heißt. Am anderen Ende des Indischen Ozeans berichten arabische und persische Geschichtenerzähler von den phantastischen sieben Reisen eines moslemischen Seefahrers euroasiatischen Blutes namens San bao; vielleicht alias Sindbad der Seefahrer?!

Interessantes zum Schluss

Der Streit mit den Mongolen

Der Streit zwischen den Mongolen und den Chinesen entstand aus einer beinahe lächerlichen Ursache. Die Mongolen hatten die Gewohnheit, jährlich Gesandte an den Hof der Ming zu senden, anfangs um diplomatische Kontakte zu knüpfen, später um die kaiserliche Gastfreundschaft zu genießen.

Das Ausmaß der Gesandtschaften nahm von Jahr zu Jahr zu, so das am Ende bis zu 3000 Gesandte sich am Hof aufhielten. Zudem nahmen es die Mongolen nicht so ernst mit der korrekten Anmeldung der tatsächlichen Anzahl der Gesandten, so daß sie am Hof mehr für ihre Bewirtung bekamen als es ihnen nach dem Gastrecht zustand. Als die Chinesen das merkten, bekamen die Mongolen bei ihrem nächsten Besuch nur die Menge an Bewirtung, die ihnen auch zustand.

Dadurch sollen die Mongolen derart verärgert gewesen sein, das sie 1448 statt mit einer Gesandtschaft eine Armee schickten, die den Angriff eröffnete. Die Chinesen wurden derart überrumpelt, dass eine eiligst aufgestellte Armee von 100.000 Mann innerhalb kurzer Zeit von den Mongolen getötet und verwundet wurden.

Welche Waren wurden gehandelt ? Das Warenangebot war erstaunlich breit gefächert. In den Annalen sind ein Teil der Waren aufgeführt, die zu jener Zeit normale Handelsgüter waren. Sicher gab es noch viel mehr Waren. Hier eine kleine Auswahl davon, was in den Schatzschiffen so verborgen war und von Arabien nach China transportiert wurde:

Baumwollstoffe, Seidenstoffe aller Art, Kattun (arab. Baumwolle in Leinwandbindung) und andere Stoffe...,Gold, Silber, Bronze, Quecksilber, Goldfaden, Kupfer und andere Metalle...,Säbel, Lanzen, Rüstungen, Bögen, Armbrust und andere, Aloeholz (Gahuru), Sandelholz, Teak, Jade, Diamanten, Elfenbein, Armreifen aus Bergkristal, Korallen, Perlen, Bernstein, Datteln, Feigen, konservierte Pfirsiche, weißer Zucker, Honig, Früchte aller Art, Rosinen, Salz, Tee, Gewürze aller Art, besonders Muskatnüsse (Muskat), Honig, Knoblauch, Tamarinde, Zimt, Reis, weißer und schwarzer Pfeffer, Kokosöl, Ingwer, Schweine, Kamele, Ziegen, Schafe, Hühner, Enten, Pferde sowie Porzellan, Papier, Glasflaschen, Rhinozeroshörner, Leder, Musikinstrumente, Schuhwerk, Kunstgegenstände, Farben (Indigo), Harze (Damar), Eisenwaren, Rattan, optische Geräte, Gummi, Duftkerzen, Cannabis für Weihrauchgefäße, Rosenwasser, Öle aller Art, Parfüms aller Art, Kampfer, Heilpflanzen aller Art, Bienenwachs, Hanf, Bezoarsteine, Illipe-Nüsse, Kräuter aller Art usw..

Erklärungen Indigo: (spanisch= alter organischer Farbstoff für tiefblaue Färbungen, gewonnen aus dem Indigostrauch.

Kampfer: Die chinesische Medizin verwendet Kampfer u.a. zur Herzstimulierung.

Gahuru: lokaler Name für Aloeholz, aus dem ein seltenes und teures Duftharz gewonnen wurde.

Damar: ein anderes Harz, das an Lichterfackeln lange brennt.

Bezoarsteine: aus der Gallenblase der Brillenaffen, Ingredienz verschiedener Medikamente und ein Aphrodisiakum.

Illipe-Nüsse: Auf Borneo verwendet man Illipe-Öl zum Kochen, in Europa fertigte man Kerzen daraus. Es ist Ingredienz qualitativ guter Lippenstifte.

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Schlüsselwörter: Ming-Dynastie | China | Dschunke | Expedition
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