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Lokales: Sonstiges

Die Seereisen des Cheng Ho - (2)

Die Seeherrschaft der Chinesen in der Ming-Dynastie

Ein neuer Kaiser wird ernannt und damit wird der Grundstein für die zukünftige chinesische Seefahrt gelegt. Cheng Ho steigt zum Admiral der Flotte auf.

Der Kaiser beschuldigte viele der Kaufleute in Südchina und den Kolonien, dass sie sich nur bereicherten und mit den Piraten und Schmugglern zusammen arbeiteten; womit er ja nicht ganz unrecht hatte. Ein chinesisches Volkslied der Küstenbewohner drückte es so aus. So mächtig die Kaiser sind, was hat diese Macht mit mir zu tun?

Es begann zunächst eine Zeit des Schreckens und der Verfolgung. Viele chinesische Kaufleute der südlichen Küsten flohen ins Ausland. Dies erzürnte den Kaiser noch mehr, da sie ihr wirtschaftliches Kapital mitnahmen. Er erließ ein Gesetz, wonach es ein Verbrechen war, ohne Anordnung des Kaisers als chinesischer Bürger ins Ausland zu reisen. Damit wagte sich kaum ein Chinese, wenn auch nur vorübergehend, ohne Erlaubnis ins Ausland zu gehen.

Trotzdem flohen weiter einige reiche Kaufleute nach Malakka, Sumatra und Siam. Doch dies reichte dem Kaiser nicht. Er wollte mit allen Mitteln die ungeheure Wirtschaftskraft der chinesischen Kaufleute im Ausland mitkontrollieren und Anteil am Gewinn haben, und sei es mit militärischer Gewalt.

Ausländische Händler hatten es zu dieser Zeit schwer in China. Der kaiserliche Hof erwartete von jedem ausländischen Händler eine Art Tributzahlung. Ein Händler der Handel in China treiben wollte, musste Geschenke überbringen lassen. Dafür durfte er Handel führen und sich im Land bewegen. Wer gegen diese Regel verstieß, wurde ausgewiesen und schlimmstenfalls seines Eigentums beraubt oder gar getötet. Immer weniger Händler zog es nach China.

Doch erst ab 1403 änderte sich die unsichere Politik der Ming-Dynastie. Yung Lo wurde neuer Kaiser der Ming-Dynastie. Er soll den Thron gewaltsam eingenommen haben, indem er den letzten Thronerben, seinen Neffen heimlich ermorden ließ. Offiziell soll der Neffe aber in eine der chinesischen Kolonien geflohen sein.

Yung Lo (auch unter der Bezeichnung Chéng-tsu bekannt) nahm diese Ermordung zum Anlass, eine gewaltige Flotte auszurüsten, um den Neffen, der ja geflohen war, suchen zu lassen. Es war aber nur ein falsches Spiel des Kaisers, er suchte einen Grund endlich eine Strafexpedition ausrüsten zu lassen. Diese Expedition sollte die Macht der Ming-Dynastie festigen, den Handel wieder im Schwung bringen und die der Händler vom Wohlwollen des Kaisers abhängig machen.

1404 wagte Kaiser Yong Le (1403-1425) der dritte Ming-Herrscher einen gewichtigen Schritt. Er verlegte die Hauptstadt von Nanjing nach Peking. Er eroberte in seiner Regierungszeit die gesamte Mandschurei und die mongolische Steppe bis Ulan Bator. Um sich den wilden Reiterhorden der Mongolen zu erwehren, ließ er die Große Mauer herrichten und verstärken. Er verfügte über 500.000 Soldaten, die er in kurzer Zeit vervielfachen konnte.

wikipedia
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Cheng Ho der Seefahrer Einer der ungewöhnlichsten Figuren in der chinesischen Geschichte ist ohne Zweifel ein gewisser Ma San Bao gewesen. Dieser Ma San Bao war einer der bedeutendsten Seefahrer seiner Zeit. Er wurde Admiral in der Ming-Dynastie und hatte wie kaum ein anderer die Türen zu China geöffnet. Sicher auch ein Vorbild für spätere europäische Seefahrer.

Er soll über zwei Meter groß gewesen sein und einen Taillenumfang von einem Meter fünfzig. Er kommandierte seiner Zeit die mächtigste Kriegsflotte der Welt. Berühmt ist er durch seine insgesamt sieben spektakulären Expeditionen in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts von China nach Ostafrika und Arabien.

Manche meinten sogar, er sei der sagenhafte Sindbad der Seefahrer oder zumindest sein geistiger Vater. Seine Seereisen sind derart legendär, das die Fahrten eines Kolumbus einem sehr klein vorkommen. Diese Schiffsexpeditionen waren eine außergewöhnliche Leistung in vieler Hinsicht. Sie gingen den Ozeanreisen der Spanier und Portugiesen voraus und erweiterten die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Ming Reich und den Mittleren Osten.

Ma Ho, wie er ursprünglich hieß, wurde 1371 als zweiter Sohn einer armen Familie in Yünnan geboren, einer Hochebene mit grünen Reisfeldern und Hügelketten, wo auch Opium angebaut wurde. Er hatte außer seinen älteren Bruder noch vier Schwestern. Seine Familie gehörte zum Stamm der Hui, die ein türkisches-mongolisches Mischvolk chinesischer Moslems waren. In seiner Kindheit lernte er vom Vater und Großvater Arabisch und Chinesisch zu sprechen. Da sein Vater schon in Arabien war, lernte er ihm auch viel über die Geographie und die Sitten der Welt im Westen.

Zu dieser Zeit herrschten noch die Mongolen über das Gebiet. Diese waren nicht gerade zimperlich. Sie plündern nicht nur Städte und Dörfer aus, sondern gingen auch grausam mit der Bevölkerung um. So fingen sie alle männlichen Erwachsene und Kinder ein und schnitten ihnen die Geschlechtsteile ab, um die Bevölkerung mit diesem Terror einzuschüchtern.

Chinesische Offiziere wiederum suchten laufend fähige Eunuchen für den Kaiserhof. 1381 schließlich wurde Yünnan von den Chinesen zurückerobert. Ein gewisser General Fu Yu-te konnte mit seinem Heer die Mongolen erfolgreich vertreiben. Seine Offiziere fanden auch den inzwischen 10jährigen verstümmelten Ma Ho, der bereits im zarten Alter über eine hohe Intelligenz verfügte. So wurde er in einem Auswahlverfahren zu den Auserwählten ernannt, die am kaiserliche Hof dienen dürften. Zwei Jahre später kam er in das Gefolge des einflussreichen Fürsten Yung Lo, dem späteren Kaiser Yung Lo.

Im Alter von zwanzig Jahren war Ma Ho bereits über zwei Meter groß und wohl die auffallendste Erscheinung am Hof. Sein Riesenwuchs war die Folge einer Störung seines Stoffwechsels durch die Kastration. Doch nicht nur seine Größe war beeindruckend. Zudem hatte er eine hohe und breite Stirn, soll aber ein hübsches Gesicht und kräftige Zähne gehabt haben. Er hatte die Bewegungen eines Tigers, wenn er ging, und wenn er sprach, klang seine Stimme wie der Donner; so jedenfalls die Überlieferung. Man verglich ihn sogar mit einem Kriegsgott, wo er auch später als solches auf Java verehrt wurde. Sein Auftreten muß beeindruckend gewesen sein.

Seine Laufbahn Trotz seiner Größe hatte er das Glück in der Armee dienen zu dürfen. Seine Kraft, Schnelligkeit und sein Geschick mit Waffen, machten ihn zu einem gefragtem Krieger. Er entwickelte sich sogar zu einem sehr klugen Armeeoffizier und studierte die Kunst des Krieges der größten Strategen, die China bis dahin hervorbrachte. Sei großes Studium der Kriegskunst konnte er in vielen Scharmützeln mit den Mongolen und andern Feinde Chinas auch in der Praxis beweisen. Es beließ es nicht nur beim Befehlen sondern kämpfte auch oft mit. Trotz seiner Größe war er nicht ungelenkt, soll äußerst geschickt mit Schwert, Lanze, Schild und Axt umgegangen sein und war bald bei seinen Feinden und Soldaten gefürchtet.

Er bekam vom General den Namen Ma San Bao verliehen. Übersetzt heißt es Ma der drei Juwelen. Es war ein skurriles Wortspiel der Chinesen. In der chinesischen Vulgärsprache bedeutete es, dass Ma ein vortrefflicher Krieger war, obwohl er keine Hoden und keinen Penis (drei Juwelen oder dreimal Kostbares) mehr hatte.

In den Jahren 1393-1397 waren seine Taktiken gegen die Mongolen derart erfolgreich, das er als Held gefeiert wurde und der Kaiser auf ihn aufmerksam wurde. Der Kaiser gefiel das Auftreten von Ma San Bao und es entwickelte sich respektvolle Vertrautheit zwischen dem Kaiser und Ma San Bao. Der Kaiser ernannte ihn zum Hauptmann und öffnete ihn der Weg zum Generalstab des kaiserlichen Hofes. Aber auch mit Fürst Yung Lo war er guter Dinge, hatte er doch den Fürst in einigen Schlachten gegen die Mongolen begleitet.

Der Kaiser gab ihm kurze Zeit später einen noch einflussreicheren Posten, indem er ihn als Oberbefehlshaber alle Eunuchen ernannte. Die Eunuchen wiederum hatten meisten hohe Posten am Hof, waren nicht nur die engsten Berater des Kaisers, sondern kontrollierten ein Spionagenetz mit tausenden Spionen im Land. Sie verwalteten praktisch den Kaiserhof und wussten so über alles Bescheid. Der Kaiser gab ihm den neuen Namen Cheng, und seitdem hieß er offiziell Cheng Ho. Eine andere Schreibweise lautet Zheng He. Somit gehörte er nun zur Elite der Hofgesellschaft und wurde als enger Vertrauter des Kaisers von einigen Chefeunuchen, obwohl ihr Vorgesetzter, nicht ganz ernst genommen. Cheng Ho war wiederum unbestechlich, schützte seinen Herrscher in allen Fragen und Angelegenheiten, und beteiligte sich nicht an die Intrigen der Eunuchen am Hof. Dies machte ihm auch viele Feinde und Neider. Cheng Ho war intelligent genug, daß Machtspiel der Eunuchen zu durchschauen.

Die Eunuchen Je älter die Dynastie der Ming wurde, desto korrupter wurde sie auch. Schuld daran war die leidige Machtstellung der Eunuchen, deren übler Einfluss auf die Regierung zu den ausgeprägtesten Zügen dieses Zeitabschnittes gehört. Der Begründer der Ming Dynastie entließ seinen ersten Minister als Berater und ersetzte ihn durch Eunuchen. Als der Kaiser merkte, daß die Eunuchen eine eigene Politik betrieben, beschränkte er ihren Rang, ihre Macht und ihr Gehalt, und verhängte sogar die Todesstrafe für die Eunuchen, die sich aktiv in der Politik einmischten. Trotzdem konnten sie im Hintergrund aktiv in der Politik weiterhin walten und schalten. Die Eunuchen rivalisierten sich wiederum mit den Mandarinen und den Händlern. Immer ging es um Macht, Geld und Politik.

Etwa im Jahr 1403 diskutierte der neue Kaiser Yung Lo mit seinen Generälen und Chefeunuchen die Lage Chinas. Da der Feind im Norden, die Mongolen, bisher erfolgreich zurück geschlagen werden konnten, musste man nun den Süden des Landes und seine Wirtschaftsmacht schützen, um das Land zu stabilisieren.

Aufgrund seiner Intelligenz, sein militärischem Geschick und seiner Weitsichtigkeit wurde schließlich Cheng Ho zum Expeditionsleiter ernannt, um einer der größten Flottenexpedition der Welt zu leiten. Die Chefeunuchen, die ihm den Erfolg nicht gönnten, erhofften sich, das Cheng Ho an dieser Aufgabe versagen würde und damit ein nicht ehrenvolles Ende bringen würde, sondern nur Schmach.

Zielsetzung des Kaisers Um die wirtschaftliche Macht und politische Rolle Chinas zu festigen, wurden folgende Zielsetzungen vorgenommen:

1. Der Handelsaustausch zwischen Südostasien, Indien und Arabien soll intensiviert werden. Am Ende sollten alle Verkäufe, die Einnahmen von Tributen (Geschenke, Handelskonzessionen und Zwangsabgaben), die Beschlagnahme von Waren und die mitgebrachten Waren nicht nur die Expedition bezahlen können, sondern auch einen vielfachen Gewinn erbringen.

2. Die Spaltung der Machtverhältnisse in Burma, Siam und Laos. Sogar eine Blockade Ayuthayas und ganz Siams wäre in Betracht zu ziehen, wenn Malakka von den Siamesen bedroht oder bereits erobert wäre.

3. Die Kontrolle der Straße von Malakka.

4. Abgaben von den Handelsniederlassungen der Auslandchinesen erheben (Steuern) und unabhängige Rivalen unterwerfen.

5. Die Macht mit allen Mitteln aufrecht erhalten, Piraten und Schmuggler bekämpfen.

Diese Zielsetzungen konnte man nur eine gewaltige Flotte mit einem sehr geschickten und ausgebufften Flottenchef bewerkstelligen.

Die Flotte Aus allen Teilen Chinas wurde nun die Flotte gebildet. Zu dieser Zeit verfügte China über die größte Flotte der Welt und die mächtigsten Schiffe. Selbst alle europäischen Schiffe zusammen genommen hätten nicht einmal einen kleinen Verband der Chinesen bilden können! Die portugiesische Flotte war noch im Aufbau.

Chinas Flotte verfügte alleine zwischen 1402-1405 über 400 Kriegsschiffen (Nanking-Flotte), darunter einige Schlachtschiffe, 400 Frachter für Getreidetransport mit Bewaffnung, 1350 Patroillenboote, 2700 Küstenschiffe und rund 150 Schatzschiffe. Diese Schatzschiffe waren riesige Frachtschiffe mit starker Bewaffnung.

Chinadaily
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Die Expedition kostete dem Kaiser ein Vermögen. Einen erheblichen Teil der Kosten für die Ausrüstung der ersten Reisen Cheng Hos hatte ein gewisser Hsia Yuan-chi übernommen, ein reicher Mandarin und alter geschäftlicher Rivale des Wegelagerer Chen Tsu-i in Palembang, von dem wir noch hören werden, aufgebracht. Hsia Yuan-chi wollte sich dadurch beim Kaiser einschmeicheln und erhoffte großzügige Handelskonzessionen, einen großen Gewinn und eine kaiserliche Würdigung oder Titelvergabe..

Die Sekretäre Einige Schreiber fuhren mit. Ein gewisser Kuo Chung-li wurde bei drei Expeditionen mitgeschickt. Er und ein gewisser Ma Huan zeichneten auf, was sie in den fernen Ländern erlebten. Sowohl Kung Chen als auch ein gewisser Fei Hsin schrieben später Bücher über die Reisen. Kung Chen wurde Cheng Ho´s Privatsekretär.g

Die erste Fahrt Im Juli 1405 lag die riesige militärisch geprägte Flotte in der Nähe von Jangtsekiang für die Expedition bereit. Insgesamt bestand die erste Flotte Cheng Ho´s aus 317 Schiffen mit insgesamt 27.870 Mann. Ziele waren offiziell Champa, Java und Sumatra, aber auch geheime Ziele gab, worüber nur wenige was wussten.

Die Hauptschiffe waren stark bewaffnete Handelsschiffe verschiedener Größen, die der Kaiser für diesen Zweck beschlagnahmt hatte, wovon die kleinsten Einmaster eine Länge von rund 20 Meter hatten. Die Handelsschiffe waren gefüllt mit allen erdenklichen Waren. Dann gab es noch die schwer bewaffneten Kriegsdschunken mit 60 Meter Länge und 23 Meter Breite. Sie waren wendig und schnell, und selbst von den Piraten gefürchtet.

Die größten Schiffe waren die sogenannten Schatzschiffe, die bis zu 150 Meter lang und 50 Meter breit sein konnten. Sie wurden auf der Schiffswerft in der Drachenbucht nahe Nanking gebaut. Die Reste dieser alten Werft sind übrigens heute noch zu sehen. Es gab auch vereinzelte Schiffe von 150 Meter Länge und 60 Meter Breite. Die größten Schiffe hatten bis zu 9 Masten und eine Besatzung von bis zu 500 Mann. Auf den größten Schiffen gab es Ställe für Pferde; manche waren die ersten Tanker ihrer Zeit und führten Trinkwasser mit sich. Das Trinkwasser wurde in großen weißen Kürbisflaschen mitgeführt, die auch im leeren Zustand als Rettungsringe dienten.

Sie wurde auch als weiße Flotte bezeichnet, denn alle Schiffe waren weiß angemalt und an den Bug hatte man Augen aufgemalt. Um Feinde schon von weitem das Fürchten zu lehren, waren alle Kriegsdschunken mit Tigerköpfen geschmückt und die Seesoldaten trugen im Kampf Tigermasken. Chen Ho´s Flaggschiff, dass mächtigste der kaiserlichen Flotte, hieß Sternenfloß. Die Führung der Schiffe hatten die kaisertreuen Eunuchen übernommen. So fuhren neben den Offizieren sieben Groß-Eunuchen, zehn Eunuchen im Unteroffiziersrang und 53 einfache Eunuchen mit. Es waren aber nicht nur Soldaten an Bord, sondern auch ein oberster Sekretär der Zollbehörde, zwei Protokollanten, 5 Astrologen und 180 Ärzte. Die hohe Anzahl der Ärzte war sinnvoll, rechnete man auch mit heftigen Kämpfen. Cheng Ho hatte seinen Privatsekretär Kung Chen die Aufgabe zugeteilt, detaillierte Aufzeichnungen über die Reise zu machten.

Die Kapitäne verfügten über geheime nautische Handbücher und sehr guten Seekarten und Kompass. Karten hatten sie u.a. auch von einem gewissen Wang Tayuan, der bereits 1320 an Taiwan und den Philippinen vorbei, um Südostasien herum bis nach Indien gelangte und detaillierte Aufzeichnungen und Karten als Erbe hinterließ. Er bemerkte auf seinen Reisen, dass entlang des Seeweges es überall chinesische Händler aus Indien und dem Mittleren Osten gäbe. Auf den Karten waren viele Stützpunkte eingezeichnet.

Nach acht Wochen erreichte man als erste Station der Flotte den Hafen von Taiping nahe Amoy in Fukien, einer der größten Häfen für Handelsschiffe Chinas. Dort wurden alle erdenklichen Ausrüstungsgegenstände, Trinkwasser, Proviant, Werkzeuge, weitere Waren aller Art, Soldaten und vieles mehr aufgeladen. Hier wartete man auf den wichtigen Nordostmonsum , um dann weiter nach Süden Richtung Champa, am feindliche Vietnam vorbei, und anschließend nach Java, wo sie vier Monate auf Ostwind wartete. Java war einer der wichtigsten Stationen der Flotte. Für die meisten Kapitäne waren diese langen Fahrten nichts besonderes, hatte China doch schon eine tausendjährige Tradition im Seehandel im Indischen Ozean und Südostasien. Man kannte Vietnam, Kambodscha, die Philippinen, Siam, Java, Sumatra, Cylon, Indien, Persien, Arabien und selbst Teile Afrikas.

Eine Reise von Indien nach Afrika und zurück war dank des regelmäßigen Wechsels der Monsumwinde durchaus möglich. Die Phönizier sollen die ersten gewesen sein, die die Winde ausnutzten, um Afrika umrunden zu können. Wer weiß, was frühere Kulturen für Leistungen auf See erbracht haben könnten, von denen wir nichts ahnen. Obwohl der Kaiserhof wenig Interesse an fremden Ländern, die man nur über See erreichen konnte, gezeigt hatte, war der chinesische Handel der Auslandschinesen genau das Gegenstück dazu.

Spezialauftrag für Cheng Ho Um den Außenhandel zu kontrollieren, musste Admiral Cheng Ho erst den mächtigen chinesischen Herrscher eines Handelssyndikats aus dem Weg räumen, da er die Straße von Malakka beherrschte. Dieser Herrscher unterstützte vermutlich Piraten von Palembang aus, um seine Macht zu festigen, so die Informationen die Cheng Ho mitnahm. Seit Jahrhunderten war die Straße von Malakka ein Streitpunkt, der über Krieg und Frieden entschied. Java, Sumatra und Herrscher der malaiischen Halbinsel stritten sich darum. Siam versuchte auch mehrmals Herr über die Straße zu werden.

Die Rolle Palembang Der mächtigste Mann in Palembang hieß Che Tsu-i, ein Handelsfürst der von China geflüchtet war und dem Ming Kaiser schon lange ein Dorn im Auge war. Er hatte ein riesiges Vermögen und Tausende seiner Leute auf Kriegsdschunken mitgenommen. Er baute ein gut getarntes Piratennetz aus und konnte dadurch Palembang schnell erobern. Seine Macht war in der Region gefürchtet.

Es gab in Palembang auch viele reiche chinesische Händler denen China nichts kümmerte. Che Tsu-i kontrollierte die ganze Region, raubte viele Schiffe aus und erpresste Handelsabkommen. Er besaß eine eindrucksvolle kleine Flotte, um auch mehrere Handelsschiffe im Konvoi angreifen und kapern zu können. Insgesamt besaß er 17 große Kriegsdschunken die Tausende trainierte Männer aufnehmen konnten. Zudem hatte er viele militärische Ausrüstungen der kaiserlichen Armee kaufen bzw. erbeuten können. Die Straße von Malakka war in seine Hand.

Bei der ersten Durchfahrt, von China kommend, vermied Cheng Ho eine Konfrontation, ließ aber vor Palembang Geheimagenten zurück, um Chen Tsu-is Stützpunkt zu unterwandern. Das Schauspiel der mächtigen weißen Flotte, unter vollen Segeln die Meerenge bedeckte, muss auch für Chen Tsu-is beeindruckend gewesen sein. Diese Geheimagenten wurden einige Kilometer vor Palembang ausgesetzt und waren aufgrund ihrer Ausbildung in jeder Hinsicht nicht zu unterschätzen.

Cheng Ho segelte mit dem Ostwind im Rücken an Palembang vorbei nach Lambri und Semudera und dann in den indischen Ozean hinein. Nachdem sie kurz Cylon besucht hatten, fuhren sie weiter nach Calicut an der Südwestküste Indiens, zum Reich des Seekönigs Malayalam. Von Dezember - März blieben sie in Calicut, schenkten den lokalen Würdenträgern goldbestickte Seidenstoffe und tauschten chinesische Waren gegen westliche Waren. Sie hatten so viele chinesische Waren zu verkaufen, dass es drei Monate dauerte, sie nur auszuladen und mit Preisen zu beschriften.

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Schlüsselwörter: china | cheng ho | zheng he | ming | ming-dynastie | seefahrt | seehandel | asien | dschunke | entdeckung
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Kommentare

am 25.02.2009 11:19:15 (91.39.80.xxx) Link Kommentar melden
Sehr interessante Darstellung mit vielen Zusammenhängen und Details, die mir bisher unbekannt waren. Mehr davon.

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