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Politik: Politische Meinung

Einer nach dem Anderen setzt sich ab.

Die Krise offenbart die Angst der Politiker vor Verantwortung.

Februar 2009 offenbart uns nicht nur mehr und mehr die Richtung, in die unsere Gesellschaft durch die Finanzkrise treibt, sondern wie man sich am besten und schnell als Politiker sein Schäfchen ins Trockene bringt.

Den Anfang machte einer aus der ehemaligen Wahlplakatklebetruppe für F.J. Strauß, Michael Glos ist sein Name. Schreiben sie doch einfach mal bitte auf, was er vor dem Amt des Bundeswirtschaftsministers gemacht hat, quasi als Erinnerungsspiel. Das Papier wird sehr leer aussehen, denn er war nicht mehr als ein Demagoge der alten Schule. Hat jemand einen Vorschlag geäußert, hat er so fort eine Antihaltung eingenommen.

Es galt das Prinzip, der Feind meines Feindes ist mein Freund. In der derzeitigen Finanzkrise, in der alle mitgemischt haben, ob Konservative a la Bush, Rechtsausleger a la Berlusconi – übrigens einer dieser italienischen Heuschrecken, der sich dafür rühmt, als Makler alles verkauft zu haben, ob die Immobilie einen Wert hatte oder nicht – Sozialdemokraten a la Schweden, Sozialisten a la Spanien und Marxisten Made in China, bei 25 % Rendite und mehr, ist die Gier durchgebrochen. Da unsere Chrisdemokraten eine Ansammlung aus Fossilien vergangener Zeit sind, die Spannbreite reicht von der Blockflötenpartei der SED, hin zu einer Kanzlerin im FDJ-blau, Neoliberalen Kopien a la Köhler und Populisten Made in Bavaria, braucht man diese nur als Blaupause einer globalen Strömung zu zuordnen. Und das war das Problem von Glos.

Die Krise erfordert Konzepte, neue Ideen und eine offene Sichtweise, dazu die Fähigkeit der Analyse und Problemorientierung. Und da kam ja nun nichts, außer der um 2,5 Mal erhöhten Abwrackprämie für Altautos aus Frankreich, dort hat man das Modell entwickelt und gleich mal umgesetzt, pro Altauto 1000 Euro und viel länger geht das, als bei uns. Damit war klar, der in die Pension flüchtende Glos hatte einfach den Blaupausen vom Team Merkel nichts entgegen zu setzen. Wo sollte es auch her kommen, sein ganzes Leben lang hat er weder über das Medium Buch, Zeitung oder Internet etwas veröffentlicht, wo man den Namen Glos hätte darunter schreiben können.

Und dann kam der Angriff von Merkel, was will der Glos eigentlich? Glos bekam Angst, er sollte mal was Selbstständiges vortragen und hat aus Angst gleich mal einen Polizistenfuß mit dem Auto überrollt. Ein Zeichen von Panikstress, die wollen von mir eine eigene Meinung hören und da ist doch nichts bei mir zu holen. Also hat er seinen Rücktritt erklärt, zu erst an den Chefarzt der “Landesklinik Freistaat Bayern“ und als Grund sein Alter genannt. Auch da hat er Nichts gemerkt, dass er vor kurzen erst sich für die Rente mit 67 eingesetzt hat und er nun aber schon mit 64 Pension will. Klar, war ja auch nicht auf seinem Mist gewachsen, sondern in dieser traumatischen Lohnnebenkosten- und Alterpyramidendiskussion hat er sich einfach mal wieder dem Mainstream angepasst und einfach was nachgeplappert.

Dann hat Horst aus der „Landesklinik“ nein gesagt und nun musste Merkel was sagen, und die war froh den „ohne Ideen“ los zu werden. Sie hat sich schon längst den Agenda-10-Philosophien des Peer Steinbrück`s untergeordnet, den die SPD hat war ja bisher der beste Wahlhelfer für die CDU. Nun meinte Glos in seiner altdeutschen Weinerlichkeit klug zu sein und meinte nur, die Merkel sei schuld dass er keine Ideen hat. Quasi das alte Prinzip von Clausewitz, Angriff ist die beste Verteidigung und bekanntlich ist Politik Krieg eben nur mit anderen Mitteln. Bush hat uns das ja 8 Jahre lang vorgeführt.

Glos ist nun weg, und da dachte sich unser Held aus der Rollkragenfraktion, der unschlagbare Fettnäpfchentreter Sarrazin und in Berlin bis Mai noch Finanzsenator, dann gehe ich lieber auch mal schnell, bevor die Welle der neuen Arbeitslosigkeit des desolaten Arbeitsmarkt in Berlin erreicht. Wir kennen ja alle noch seine Entgleisungen bezüglich Hartz IV und Schwarzarbeit, zu der er lapidar meinte, wenn ich länger als drei Tage Arbeitslos wäre würde ich auch schwarz Arbeiten. Und die sollen sich doch nicht so anstellen, wenn ein Hartz IV Empfänger kein Geld mehr im Winter für Heizkosten hat, dann hilft ja auch ein Rollkragenpullover. Bei Ihm früher Zuhause sei das üblich gewesen.

Viele Sozialdemokraten haben eh nur noch die Ohren zu gehalten wenn Sarrazin in die Reichweite eines Mikrofon kam. Und die CDU war dankbar schweigend, denn kein Sozi hat sich zu Glos geäußert, und im Kanzlerbungalow hat man gleich mal nachgeschaut, wer noch so gehen könnte, und da hofft man auf sozialdemokratisches Wegschauen. So wie man christlich wegschaute, als Sarrazin in die Bundesbank abgeschoben wurde. Das Motto ist klar, für einen Bauer von mir darfst du einen von Dir nehmen.

Nun gut, so war wieder die CDU dran, und da war Roland aus Hessen ausgefallen, denn der wollte doch glatt Bundeswirtschaftsminister im Kabinett Angie und Guido werden. Also hat man der Presse schon mal durch die kalte Küche mitgeteilt, Koch kocht bald nicht mehr in Wiesbaden, sondern ab Oktober in Brüssel. Davon wussten die in Hessen um ihn herum erstmal nichts, und auf unvorbereitete Fragen konnte da keiner eine Antwort geben, außer dass Roland noch Koalitionsgespräche führt, obwohl er dieser bald nicht mehr angehören soll. So was nennt man flexible Stabilität, mit der Koch in den Wahlkampf gezogen ist: Hessen braucht Stabilität. Nun haben die Hessen die Rechnung dafür bekommen, warum waren sie auch nur so leichtgläubig?

Und man darf sich schon mal fragen, ist das nicht Wortbruch? Und wer bitte ist der Nächste? Die Frage ist schon geklärt, ja unser Experte für Piraterie am Horn von Afrika und Afghanistanfachmann, der Bundesverteidigungsminister Jung soll gehen und darf sich schon mal den Sessel für den hessischen Landtag aussuchen. Als Sohn eines Winzers hat er diesen nicht „saufenden Afghanen“ sowieso nicht getraut. Also wird jetzt der Nächste gesucht, und der müsste nun für die SPD auf das Feld laufen satt. Haben Sie eine Idee?

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Schlüsselwörter: Glos | Rente mit 67 | Sarrazin | Rollkragen Pullover | Roland Koch | Brüssel
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Kommentare

am 22.02.2009 04:39:48 (217.83.108.xxx) Link Kommentar melden
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