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Politik: Deutschland

Protest gegen Nazi-Aufmarsch: Scharfe Kritik an bürgerlichen Parteien

Bericht eines Demo-Teilnehmers von Geh-Denken

Journalisten und Beobachter aus aller Welt waren am Wochenende nach Dresden angereist, um sich vor Ort selber einen Eindruck vom Nazi-Aufmarsch und den Bemühungen des demokratischen Spektrums zu machen, die Braunen in die Schranken zu weisen. Ihre Reaktionen reichten von fassungsloser Empörung über die annähernd 5.000 aus ganz Europa angekarrten Nazis bis zu Lob für die Organisatoren und Teilnehmer der Geh-Denken Veranstaltung.

Eine polnische Jüdin, deren Eltern in Auschwitz vergast wurden und die selbst als kleines Kind nur knapp ihrer Ermordung entgangen war, formulierte ihre Analyse der Ereignisse ganz sachlich so: "Da reisen Horden von Holocaust-Leugner in diese Stadt, um gleichzeitig Schilder in die Höhe zu recken, mit dem sie den angeblichen Bombenholocaust der Alliierten anprangern. Ob sie diesen Widerspruch wohl merken?" Gleichwohl war der alten Frau ihre emotionale Betroffenheit deutlich anzumerken. Den Tränen nahe, äußerte sie ihre Fassungslosigkeit darüber, dass Alt- und Neunazis kaum 50 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus in Deutschland wieder menschenverachtenden Parolen verbreiten dürfen.

Einig waren sich selbst die ausländischen Beobachter, die eher dem konservativen Spektrum zuzurechnen sind, in der Kritik an am Fehlen von CDU und FDP bei den Geh-Denken Veranstaltungen. Die Bewertungen zu deren Rechtfertigungsargument, man solle das Gedenken doch in Ruhe begehen, lauteten "albern", "blauäugig" und "gefährlich". Derselbe Tenor war dann von den Rednern der großen Abschlusskundgebung zu hören. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hatten sich rund 15.000 Demonstranten am Nachmittag des 14. Februar auf dem Theaterplatz vor der Semperoper eingefunden.

Der Dresdner Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Stumpfe mahnte eindringlich dazu, dass alle Demokraten über Parteigrenzen hinweg gegen die Nazis zusammenstehen müssten und ihnen nicht die Straße überlassen dürften. In ähnlicher Weise äußerten sich auch SPD-Parteichef Franz Müntefering, Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und Linken-Fraktionschef Gregor Gysi. Am schärfsten formulierte es DGB-Chef Michael Sommer. Er forderte eine "breite Front gegen die braune Brut" und versprach gleichzeitig, dass die Gewerkschaften überall, wo die Nazis aktiv werden, an vorderster Front "gegen die verbrecherische Menschenverachtung der Nazis kämpfen werden". Gleichzeitig bedankte er sich bei den Gewerkschaftern der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft, die entgegen der offiziellen Parteilinie an den Demonstrationen teilgenommen hätten.

Schon zuvor hatten Vertreter jüdischer Gemeinden und der christlichen Kirchen und der sächsischen Parteien, darunter der stellvertretende Ministerpräsident Thomas Jurk, bei verschiedenen Zwischenkundgebungen der drei Geh-Denken Sternmärsche vor einem Wiedererstarken des Faschismus in Deutschland gewarnt.

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Schlüsselwörter: Naziaufmarsch | Protest | Holocaust
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Kommentare

am 16.02.2009 09:23:21 (91.65.27.xxx) Link Kommentar melden
Die Warnung vor einem Wiedererstarken des Faschismusses etc. sind sicherlich berechtigt. Denn sie werden von den etalbierten Parteien gezielt geschürt. "Denn rechts neben der CSU darf es nichts geben" So Strauß seinerzeit. Und das trifft heute mehr denn je zu. Allein mit dem Hintergrund, die Politverwaltugnsdiktatur, die nach 1990 errichtet wurde um den Staatsstreich zu kaschieren, nicht erkennen zu lassen, führt zu den heute erlebbaren Absonderlichkeiten. Allein die vielen klammheimlichen Gesetzesänderungen, die das GG in eine Verfassung wandeln sollen und die Kommentare dazu, nach der das GG plötzlich eben eine Verfassung sei das GG heiße, offenbart die Widerlichkeit des Wollens, mit der hier Recht, Rechtstradition und politischer Wille der Handelnden, kontakariert wird. Der Faschismus hat längst die Politverwaltungsdiktatur erreicht und dokumentiert sich in der Sprache, dem Handeln und des BRD-GmbH-Anspruches, Rechtsnachfolger des NS-Reiches, zu sein. Siehe die Wiederholung der Ermächtigungsgesetze, auf die sich die Weiterführung und Umwandlung des BRD-GmbH stützt aus dem Betrug mit GG-Artiel 23, 29 und 146 etc. etc. Das ist schon eine dolle Nummer, die da abgezogen wird. Nach meiner Einschätzung können die Regierdenden gar nicht mer rechts überholt werden.
J.Waechter
am 17.02.2009 21:49:15 (79.245.191.xxx) Link Kommentar melden
...weil alles, was die Demokratie stärkt, eine gute Nachricht ist und die all zu Rechten schwächt, hier eine Nachricht vom 15.02.2009 aus der schönen Stadt Hamburg:
Damit das Volksbegehren Hamburg erfolgreich sein kann, brauchten die Hamburger Bürger 5% Unterschriften aller Wahlberechtigten der Hansestadt, das sind 61.834 Unterschriften in 3 Wochen! Bei der Politikverdrossenheit in der deutschen Bevölkerung eine kaum zu lösende Aufgabe der Aktiven von "Mehr Demokratie". Am 15.02.2009 wurden 76.086 gesammelte Stimmen gemeldet. Das ist ein Meilenstein, um am Tag der Bundestagswahl 2009 den Volksentscheid durchzubringen.
Bedanken wir uns bei den bürgern Hamburgs!
am 18.02.2009 09:38:32 (91.65.32.xxx) Link Kommentar melden
Daraus läßt sich vielleicht ablesen, daß doch Hoffnung besteht, bei richtiger und aufrichtiger Darstellung der Tatsachen, die Bürger zu Aktionen zu bewegen, die Ihre eigene Freiheit und Ihre demokratischen Rechte im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes, das auch für Deutschland Gültigkeit besitzt, hinter Ihrem Ofen hervorzulocken. Das wäre ja mal was.
am 18.02.2009 10:07:35 (91.39.117.xxx) Link Kommentar melden
"Die deutschen Bären werden stets wie Bären tanzen, aber nie die Kette brechen." HEINRICH HEINE
Gudrun Hoffmann
am 18.02.2009 10:52:06 (79.245.176.xxx) Link Kommentar melden
Lieber deutscher Bär, behalte Deine Ketten und jammere, wie schlecht die Welt und besonders Deutschland ist.
Alle andern an besseren Verhältnissen in der Demokratie interessierten Lesern ein Hinweis:
Die Aktionsadresse für den Volksentscheid auf Bundesebene ist : Mehr Demokratie e. V. Jägerstr. 3 in 81373 München Tel 089 8211774. Bis zur Bundestagswahl müssen sehr viele Unterschriften für den Volksentscheid auf Bundesebene gesammelt sein. Also Unterschriftenlisten bei MD anfordern und möglichst viele Unterschriften abschicken.
Im Grundgesetz heißt es seit 60 Jahren:" Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen ...ausgeübt." (Art. 20). Das ist ein bisher NICHT eingelöstes Versprechen. Also machen wir uns dran.
Übrigens an der Aktion in Hamburg waren auch Aktionsurlauber aus einigen europäischen Ländern und bis aus Kanada dabei. Wenn eine Idee reif ist, kann man sie nicht mehr aufhalten!!!
Wirtschaftlich stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Das hat auch etwas damit zu tun, dass wir uns regieren lassen, statt selbst unser Geschick in die Hand zu nehmen.
Also gebt Eure Unterschrift für den Volksentscheid auf Bundesebene auch damit wir mit brauner Pest wie in Dresden zu 14.2. fertig werden.
am 18.02.2009 19:01:46 (91.65.33.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Gudrun Hoffmann,
Ihr Engagement in Ehren und Hut ab davor. Nur muß ich Sie fragen, wem sind Sie aufgesessen? Von welcher Demokratie reden Sie und von welchem Staat? Wer die BRD unterstützt, Ihnen Steuern zahlt und solche Aktionen macht sowie zur Wahl geht, unterstützt einen Staatsstreich. Also bitte, engagieren Sie sich an der richtigen Stelle. Wir müssen den Rechtsstaat, das Staatsrecht, die Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht der Deutxchen erst wieder herstellen!
am 18.02.2009 19:25:51 (91.39.99.xxx) Link Kommentar melden
Verschwörungstheorien helfen nicht weiter. Der Skeptiker Heine wäre wohl der Erste, der die Aktion für einen Volsentscheid auf Bundesebene unterstützt hätte.
am 18.02.2009 19:37:23 (91.65.33.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Herr Homann,
das sind doch keine Verschwörungstheorien von mir. Ich bitte Sie ganz herlich, nachzudenken und nachzulesen. Das sind Tatsachen, die ich mir nicht ausgedacht habe, sondern wissenschaftlichen Rechtsanalysen entstammen. Die können Sie überhall nachlesen. Nur bemühen müssen Sie sich schon selbst. Z.B. Prof. Dr. H.H. von Arnim und viele Andere. Na, meine autodidaktischen Studien ergeben das Gleiche! Verschwören tut nur der, der die Augen verschließt und sich selbst betrügt. Ist ja auch einfacher?
Gudrun Hoffmann
am 19.02.2009 10:25:25 (79.245.182.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Karow oder lieber Karow, was Sie sagen wollen, kommt für mich nicht deutlich heraus. Ja, gerade v. Armin ist einer unserer Vordenker...
Dass Steuern zahlen oder z.Bsp. Aktionen von "Mehr Demokratie" einen Staatsstreich fördern und einem deutschen Rechtsstaat hinderlich sind, muss mir erklärt werden.
Die Veränderungen in unserer Gesellschaft können nur aus der Gesellschaft (dem Volk) kommen. Aber nicht, indem wir das System sabotieren- das haben die "Bengster" schon gemacht- sondern in dem wir uns deutlich in die Entscheidungsprozesse einmischen. Und das geht nur auf demokratischem Weg.
Und dann sagen Sie mir bitte, in welchen Land sind die Verhältnisse besser als in Deutschland? Das heisst nicht, dass ich mit unserer derzeitigen Entwicklung einverstanden bin. Aber hier dürfen Sie und ich uns öffentlich austauschen (das nennt man Demokratie), dort wo ich vor 30 Jahren gelebt habe, musste man konspirativ arbeiten.
Hier haben wir noch immer (fast) alle ein eigenes Bett und am Morgen warmes Wasser und einen heissen Tee. Das ist viel, fragen wir mal, wie viele Menschen auf der Welt das nicht haben.
am 19.02.2009 12:02:30 (91.65.33.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Gudrun Hoffman,
ich war Jahrzehnte auch Ihrer Meinung und habe mich so verhalten. Schauen Sie in www.komplizissimus.de als Scheibenwicherart, dann in meine sonstigen Kommentare, die überall zu finden sind und Sie werden feststellen, daß es eben nichtmehr so ist, wie Sie sagen. Denn seit 1990 ist alles anders. Wir haben keine Demokratie, was schon das Wort sagt. "Reprä-Demokratie" Eine Erfindung Adenauers uns seiner Generation als Geniestreich gegen die Allierten, die das angelsächsische Modell einführen wollten. Aber weder Stauffenberg, noch Adenauer, waren Demokraten. Die kamen alle aus einer anderen Denkschule. Sie wollten nur Deutschland vor dem Unterrang und den Nazis retten. Das war es aber auch schon. Und alle internationalen Regeln belegen, die Teilstaaten auf deutschem Boden, ebenso das BVerfG 1973 etc., sind aufgelöst, sobald die Wiedervereinigung hergestelt ist. Formal ist also wieder das DR die Staatsform. Und die BRD-Führung reklamiert ja auch für sich, der Nachfolger des NS-Staates zu sein. Da kommen mir ganz furchtbare Gedanken dazu. Siehe EU-Gerichtshofverfahren in Sachen Immobilienpfändung in Italien wegen Wiedergutmachungsansprüchen aus Griechenland wegen SS-Greul etc.
Also, liebe Frau Hoffmann, wir haben keine Demokratie mehr und keinen Rechtsstaat. Mir und uns geht es nur um Eines. Die Wiederherstellung des Rechtsstaates, des Staatsrechtes, der Demokratie und einer Kernsanierung Deutschlands, damit dieses Land in das 21. Jahrhundert geführt werden kann und europafähig bleibt, bevor mal eine Krise kommt, die irgend einen Despoten wieder hervorbringt, bevor es zu spät ist. Darum geht es und um nichts anderes. Formal ist sogar die Verfassung von1871 wieder gültig, da die Verfassung von1919 keine Mehrheit hatte und nicht ratifiziert wurde.
Zusatzfrage: haben Sie etwa über eine neue Verfassung direkt abgestimmt, wie es vorgesehen war? Ich kann mich daran überhaupt nicht erinnern. Und die Frage danach, wo es denn besser sei. Also, liebe Frau Hoffmann, verkaufen Sie sich bitte nicht unter wert.
Viel Spaß beim darauf rumdenken.
herzlich
Rainer Karow

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