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Sonstiges: Gesundheit

Wachkomazustand und Sterbehilfe

17 Jahre lang lag Eluana Englaro nach einem Autounfall im Wachkoma und ihr Vater kämpfte verzweifelt um Sterbehilfe – am Montag ist die Italienerin Eluana Englaro nun verstorben. Bis zuletzt hatte Ministerpräsident Berlusconi versucht, dies per Eilgesetz zu verhindern.

Sie wurde 38 Jahre a. Immer wieder kommt es nach Unfällen oder Operationen zu Wachkomazuständen, in denen dann Patienten über viele Jahre hinweg künstlich am Leben erhalten werden, künstlich beatmet und ernährt.

Für die Ärzte sind dies aussichtslose Fälle, bei denen das Gehirn und andere Körperteile unrettbar verloren sind und es ist auch klar, diese Patienten werden nie wieder erwachen, sie sind klinisch tot. In solchen Fällen kommt es in jedem Falle zu heftigen Streitigkeiten, auch mit den Kirchen.

Eines jedoch vergessen die Kirchen dabei völlig, nämlich ihren eigenen Grundsatz, dass nur der Herr alleine Leben gibt und nimmt. So ist eigentlich schon ärztliches Eingreifen nach Unfällen fragwürdig, denn nun übernimmt der Mensch die Funktion Gottes, und das ist so völlig richtig. Vor Jahrhunderten war jedweder medizinische Fortschritt schwer umstritten. Und die Kirchen versuchten heftigst jede wissenschaftliche Neugier zu beenden, auch heute passiert dies in bestimmten Fällen.

Im Falle von Wachkomapatienten jedoch handelt es sich um Fälle, in denen der Mensch ohne Maschine überlebensunfähig ist, ja selbst zur Maschine wird. Würden die Kirchen also ihre eigenen Grundsätze beachten, würde ihnen auch klar werden, dass Gott keine Maschinen erschaffen hat, die die Erde bevölkern sondern eben Wesen aus Fleisch und Blut. Nirgendwo laufen Maschinen umher, die ohne menschliches Zutun funktionieren oder handeln. Inzwischen gibt es auch Roboter, die Menschen recht ähnlich sehen, die aber dennoch vom Menschen erschaffen wurden, und die sobald man ihnen keine Energie zuführt versagen.

Schauen wir uns einmal den Film mit Robin Williams, der 200 Jahre Mann an, so finden wir dort eine gute Vorlage. Hier kämpft zuerst eine Maschine darum menschlich zu werden und dann darum, dass man sie abschalte und denke dann nochmals über das Wachkoma nach.

Wenn die Kirchen sagen, nur Gott nimmt und gibt Leben, so müssen sie auch deutlich dazu stehen, bis wohin der Mensch noch eingreifen darf, und hierzu hat die Kirche eben keinen deutlichen Standpunkt. Ein Mensch, der vom Menschen künstlich am Leben gehalten werden muss, über viele Jahre, dem künstlich Luft und Nahrung zugeführt werden müssen wird eben nicht von Gott sondern von Maschinen am Leben erhalten und Gott wird dadurch massiv ins Handwerk gepfuscht.

Wäre die Kirche reformfähig, würde sie erkennen, dass genau das Gott nicht gewollt hat, denn sonst hätte er die dafür notwendigen Maschinen gleich mit geschaffen und sie jedem Menschen während des Schöpfungsvorganges in die Hand gedrückt. Nirgendwo erwähnt jedoch die Bibel, Adam sei so ein Gerät ausgehändigt worden, um sich selbst und seiner Eva eine maschinengetriebene Existenz zu ermöglichen, so sie jemals in ein Wachkoma fallen sollten. Da er dies nicht tat, kann es wohl kaum in seinem Interesse gelegen haben, dass der Mensch ewig durch solche Maschinen künstlich am Leben gehalten wird.

Und wenn wir es einmal aus dieser Sicht heraus betrachten, so muss die Kirche nun einmal gefragt werden, was sie eigentlich will, und dazu benutzen wir ein anderes Beispiel nämlich Kondome. Kondome schützen vor Aids-Kondome sind noch nicht einmal Maschinen, nur verbietet die katholische strenge Lehre selbst diese. Wenn sie diese jedoch verbietet, Maschinen hingegen erlaubt, die künstliches Leben ermöglichen, wie widersprüchlich ist das dann?

Die katholische Kirche hat eigentlich nur einen Ausweg. Entweder erkennt sie die Kompetenz der Ärzte an, die wissen, ob ein Leben ohne Maschinen selbstständig möglich ist oder sie lehnt jedwede ärztliche Hilfe generell ab. Ein lebendes Wesen ernährt sich selbstständig und atmet selbsttätig, spätestens nach einer gewissen Zeit, ein Mensch hat Gehirnfunktionen, die durch die Gehirnzellen ermöglicht werden, sind jedoch die Gehirnzellen unwiederbringlich zerstört, so ist dieses Leben unmöglich.

Zu fordern wäre es, wenn die katholische Kirche eben selbst Ärzte ausbildete, die im Falle von Wachkomapatienten hinzugezogen werden könnten, damit sie ebenfalls den unwiederbringlichen Zelltod feststellen könnten. Nur ist eben die Kirche wohl dazu kaum bereit, sie erkennt lieber Maschinen als quasi als von Menschen geschaffenes Gotteswerk an, die menschliches Leben erhalten und lässt damit zu, dass Maschinen eben nun Gottes Wille sind, vom Menschen erschaffen, der Gott in Wachkomafällen ganz frech ins Handwerk pfuschen darf, denn es ist nichts anderes, was die Kirche derzeit tut.

Hätte Gott gewollt, dass Eluana Englaro weiterlebte, er hätte sie beim Abschalten der Maschinen aufstehen und ihrem Schöpfer danken lassen. Gott hat anders entschieden, er erlaubte ihr zu sterben, und nur das zählt, Gottes Wille wurde vollzogen, denn er billigt solche Maschinen eben nicht, die ihm dazwischen funken, womit es sich höchstens um Sterbehilfe seitens Gott und nicht um Sterbehilfe seitens der Ärzte handelte, und nur das sollte die Kirche und weltliche Gerichte interessieren.

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Wachkoma | Sterbehilfe | Hirnfunktion | Kondome
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