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Politik: Politische Meinung

Verquer: Gewerkschaften und Parteien-who is who?

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Gewerkschaften sind in den letzten Jahrzehnten mutiert und nicht mehr das was sie einmal waren, wie man wieder und wieder feststellt. Ihre eigentliche Aufgabe ist es, sich für ihre Mitglieder einzusetzen, was inzwischen zu einer Farce geworden ist. Dies wird bei jeder Tarifverhandlung deutlich. Eine Gewerkschaft macht Sinn, wenn sie stark ist und Forderungen erstreikt, was inzwischen so gut wie ausgeschlossen ist. Manchmal hat man den Eindruck, sie arbeiten eigentlich mehr oder weniger nur noch für bestimmt Interessen, für jene, die in den Vorständen und oft auch in der Politik gleichzeitig tätig sind.

Gewerkschaften haben sich verkauft und ihre Mitglieder verraten, was deutlich wird, wenn erneut faule Kompromisse ausgehandelt werden. Zudem werden jedwede Streiks ohnehin dadurch bedeutungslos, dass Firmen inzwischen auf Fremdkräfte zurückgreifen können, die quasi zwangsweise den Betrieb aufrecht erhalten, und so die Interessen der Gewerkschaften unterwandern. Was wie ein Streik aussieht ist billiges Theater geworden, Betriebsleitungen lachen sich ins Fäustchen, denn geschädigt werden sie kaum noch, die einzigen die inzwischen Schaden nehmen sind die Arbeitnehmer, denn natürlich wird genau geschaut, wer da streikt und da inzwischen neue Gesetze Entlassungen beschleunigen, dürfte klar sein, wem beim nächsten vergehen zuerst die Entlassung droht, denn Arbeitsagenturen und 1 Eurojobber finden sich wie Sand am Meer.

Gewerkschaften arbeiten zu oft auch Hand in Hand mit der Politik und kaum mehr kann man eines vom anderen trennen, nie weiß man, wer demnächst in die Politik oder in einen Gewerkschaftsposten aus der Politik strebt- quasi ein Spinnennetz, Vetternwirtschaft pur.

Nun also eine Wirtschaftskrise, und jetzt ist die Komödie perfekt, ja eigentlich wird gerade in der Krise die Lächerlichkeit der heutigen Gewerkschaften so offensichtlich wie niemals zuvor. Was einst Aufgabe der Gewerkschaften war zu fordern, übernehmen vermehrt Politiker, eben weil Gewerkschaften zu zahnlosen Wölfen wurden. Politiker müssen nun über Steuersenkungen nachdenken, weil Niedrigeinkommen zu hoch belastet sind, Einkommen, die es so gar nicht geben dürfte, hätten die Gewerkschaften ihre Mitglieder so vertreten, wie es sich für Gewerkschaften eben gehört. Jedoch kassierten sie Mitgliedsbeiträge, um sich selbst und ihren Vorständen ein ordentliches Auskommen mit dem Einkommen zu sichern und blähten sich zu einem unübersichtlichen „Beamtenapparat“ auf, der teuer ist.

Eigentlich gehören sie neu gegründet, diese Gewerkschaften, die inzwischen politische Parteien sind, sie haben sich selbst überlebt. Der Pelz, er wurde abgestreift, der Wolf wurde zum Schaf.

Die Parteien Deutschlands hingegen, sie waren und sind eigentlich die Gewerkschaften der Reichen und des Mittelstandes, der Konzerne. Auch sie sind teuer bezahlt. Parteien sind sie längst nicht mehr, schaut man einmal genau hinter die Lobbykulissen und darauf, wer da wie Politik betreibt. Ab und zu darf wegen der Wahrung der Form gewählt werden, und doch wählt der Bürger nur eine größere oder kleinere Mittelstands- oder Konzernvertretung, die dann ihre Interessen für vier Jahre vertreten darf.

Der Kleine Mann, er wird doppelt behumpst, in den Gewerkschaften, von ihnen und in der Politik. Die Politik hat zuerst die Gewerkschaften vereinnahmt und versucht nun irgendwie im Sturm der Gezeiten deren Aufgaben halbherzig mit zu übernehmen, weil die, deren Aufgabe es wäre, zu streiten in Ketten liegen.

Es wird Zeit, das die Politik tut, wofür sie gewählt wurde, nämlich endlich für die Wähler zu arbeiten, und es wird auch Zeit, dass die Gewerkschaften sich zurückholen, was ihnen zusteht- Unabhängigkeit und Schlagkraft. Streiks machen Sinn, wenn sie wehtun, und nicht, wenn sie zu Galadiners der Reichen, der Politiker und Bosse werden. Gewerkschaften müssen zurück zu ihren Wurzeln, streiken, damit wirklich klar wird, was eine Forderung ist. Notfalls müssen sie sich selbst neu erfinden, denn Arbeitnehmer haben Rechte, die schon lange nicht mehr durchgesetzt werden, Gewerkschaften, die Totalblockaden auslösen, sie haben schon gewonnen, sie finden auch Unterstützung, notfalls auch mit Streikposten, die die Übernahme der Tätigkeiten durch Betriebsfremde verhindern, denn erst dann stimmt es wieder, das Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft, Gewerkschaften und ihren Mitgliedern, und erst dann hat der Wähler wieder ein Mitspracherecht in Politik und Wirtschaft. Solange dies nicht erkannt ist, hat er schon verloren, der Wähler und Arbeitnehmer.

Gewerkschaften sind dazu da, auch Rechte der Arbeitnehmer zu erkämpfen, die die Politik den Kopf kosten können, nur, solange dieser Kopf den Gewerkschaften selbst gehört, wird nichts passieren. Es ist Zeit für eine neue Politik und Zeit, über neue schlagkräftige Gewerkschaften nachzudenken, die echte Gewerkschaften sind und die wieder wirklich Recht für ihre Mitglieder erstreiten und sich nicht an reichgedeckten Tafeln und bei gutem Wein sich einlullen lassen!

©denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Streik | Streikrecht | Gewerkschaft
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Kommentare

am 08.02.2009 20:14:32 (217.83.88.xxx) Link Kommentar melden
Man darf nicht vergessen, dass nach der Wende die "Wendehälse und IM`s massenweise in die Gewerkschaften geflohen sind. Diese Strippenzieher haben auch heute noch eine Macht, ja, villeicht mehr als früher, denn damals mussten sie Erich Mielke gehorchen, heute arbeiten sie in der Logik, der Banden- und Räubergruppen.
Ansonsten ist die Gewerkschaftsbewegung seit den frühen 80er Jahren im Niedergang und mehr oder weniger nur noch ein Selbstbedienungsladung für Funkitionäre und Parteigruftis.
Sehr guter Artikel, bringt sie das Problem genau zum Ausdruck.

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