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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Schock für alle Eisenbahnfreunde: Märklin meldete Insolvenz an

Angesichts der Finanzkrise verlängerten die Banken die Kreditlinien nicht mehr

Es ging laut Medien um Kredite in Höhe von 50 Millionen Euro, die trotz intensiver Gespräche mit der Kreissparkasse Göppingen und der Landesbank Baden-Württemberg nicht verlängert wurden. So blieb der Traditionsfirma nur der Weg in die Insolvenz, die am vergangenen Mittwoch (4. Februar 2009) angemeldet wurde.

Ausgerechnet im Jahr des 150jährigen Firmenjubiläums kam die Pleite. Bereits seit einigen Jahren kriselte es bei Märklin. Der Sparkurs der letzten Jahre hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Und seitdem Märklin im Jahre 2006 von Finanzinvestoren übernommen wurde, geht es offenbar so richtig bergab. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr um 2 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro gesteigert werden, doch das Weihnachtsgeschäft verlief deutlich schlechter als erwartet.

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse, die einen Tag nach der Insolvenzanmeldung begann, will Märklin noch 400 neue Produkte vorstellen, um zu zeigen, dass man zukunftsfähig ist. Doch allein kurzfristig fehlen dem Unternehmen 5 Millionen Euro. Geschäftsführer Dietmar Mundil sagte: „Wir sind fest gewillt, in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter unser Traditionsunternehmen mit Kultstatus mit den Instrumenten des deutschen Insolvenzrechts zu sanieren.“

Märklin ist mit seiner hohen Qualität, der filigranen Technik und der Liebe zum Detail bei allen Eisenbahnfreunden beliebt und hochgeschätzt. – Märklin ist praktisch der Mercedes unter den Modelleisenbahnen.

1859 fing alles an, als der Klempnermeister Theodor Friedrich Märklin mit einem Gesellen eine Produktion für Puppenküchen startete. Erst 1891, 25 Jahre nach dem Tod des Firmengründers, stellten die beiden Söhne Eugen und Karl als Weltneuheit eine Uhrwerkbahn mit Schienenanlage vor. Diese gilt heute allgemein als Urform der Modelleisenbahnen.

Angesicht hochwertiger Produkte und der damit verbundenen Preisklassen ist die Märklin-Eisenbahn mehr zu einem Spielzeug für Erwachsene geworden. Erst seit dem vergangenen Jahr versuchte Märklin mit der Marke „Märklin Toys“ wieder verstärkt die Kinderzimmer zu erobern.

Für Mitte Februar war auch ein Sanierungsgutachten eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens geplant. Unter neuer Führung wollte man auch eine Abkehr von der Hochpreisstrategie einführen. Doch solange wollten die Banken nicht mehr warten. Ob sie jetzt im Insolvenzverfahren besser abschneiden bleibt genauso abzuwarten wie die Frage, ob das Unternehmen irgendwie gerettet werden kann, damit die Eisenbahnfreunde auch weiter ihrem Hobby mit qualitativer Wertarbeit „Made in Germany“ nachgehen können…

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Schlüsselwörter: Märklin | Modelleisenbahn | Modellbahn | Eisenbahn | Eisenbahnmodelle | Insolvenz
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