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Sonstiges: Kultur & Religion

Zeugen Jehovas sollen Sekten-Logo weghämmern

Hämmern vor dem Ende dieser Welt und dem unmittelbar bevorstehenden Beginn des Paradieses, in dem die Zeugen Jehovas neben Löwen lagernd leben werden, ohne dass ein Arzt kommen muss: Weg mit den stilisierten Wachttürmen als Erkennungszeichen der Glaubensgemeinschaft, wo immer sie auch auftauchen. Das fordert die Sektenzentrale in der internen Schrift „Königreichsdienst“ für alle Versammlungsstätten dieser Organisation und für alle Privatpersonen gleich mit, falls diese den stilisierten Wachtturm auf ihren Briefbögen verwenden.

Das klingt erst einmal wie ein Witz und im Internet rätseln schon einige über den tieferen Sinn dieser Anordnung, die auf April 2009 datiert, aber jetzt schon verbreitet wird. Dazu muss man allerdings wissen: Gefordert wird das von der Wachtturmgesellschaft. Das ist sozusagen die Druckerei und Schaltzentrale der Glaubensgemeinschaft, die sich Zeugen Jehovas nennt.

In der Begründung findet sich zwar kein stichhaltiges Argument dafür, warum das Erkennungszeichen verschwinden soll, zumal auch noch geraten wird, stilisierte Wachttürme, die schnell zu entfernen sind, auch schnell zu entfernen, während etwas zähere Logos länger an Gebäuden der Zeugen Jehovas prangen dürfen.

Was die Wachtturmgesellschaft denjenigen Männern und Frauen sagen will, die viel Zeit in diesen Häusern verbringen, wenn sie bei weiterer Benutzung des stilisierten Wachtturms von möglicher Verwirrung hinsichtlich der rechtlichen Verbindung zu Rechtskörperschaften der Organisation schreibt, versteht wahrscheinlich nicht einmal ein Fachchinese.

Fragen werden die Anhängerinnen und Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft aber nicht lange. Sie werden tun, was die Wachtturmgesellschaft anordnet. Und die Logos weghämmern…

Obwohl: Sie sollten hellhörig werden und sich ihre eigene Lehre einmal anschauen. Demnach kommen nur 144 000 in den Himmel, wenn Jesus erst mit seinem Heer auf dieser Erde ein Blutbad angerichtet hat. Wer will da schon anschließend alles wieder sauber machen? Wenn dann allerdings auch noch nur noch an jedem Gebäude der Chefs vom Ganzen der stilisierte Wachtturm hängt oder irgendwie anders befestigt ist, geht Jesus nach dem Gemetzel doch erst einmal dorthin und nimmt die dort Anwesenden mit. Das ist doch wohl logo - oder? Der Rest hat dann das irdische Nachsehen und muss sehen, wie er das Blut wieder wegbekommt…

Eine weitere Möglichkeit, warum der stilisierte Wachtturm verschwinden soll, könnte sein: Wir kennen das doch alle. Kaum stehen die Zeugen Jehovas mit den neuesten Ausgaben ihrer Zeitschriften in der Fußgängerpassage, werden ihnen diese auch schon aus den Händen gerissen. Manche warten schon frühmorgens auf das Erscheinen dieser Zeitschriftenverteiler - und wenn sie trotzdem keine Ausgabe ergattern können? Dann erinnern sie sich vielleicht an die Gebäude mit dem Wachtturm-Logo und stürmen diese auf der Suche nach den reich bebilderten Magazinen, während die dort Anwesenden gerade den jüngsten „Wachtturm“ auswendig lernen wollen, in dem so kluge Fragen gestellt werden, wie eine auch lauten könnte: „Ein Flugzeug fällt auf Ihr Haus, wäre es da nicht besser, sie würden mit uns in einem anderen Stadtteil von Haus zu Haus gehen?“

Bleiben noch die Briefbögen der Zeugen Jehovas. Warum soll das Logo auch dort nicht mehr verwendet werden? Ein Erklärungsversuch: Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie haben einen Neffen, der ihnen schriftlich mit stilisiertem Wachtturm mitteilt: „Ich habe uns einen Kuchen besorgt und komme am Samstag vorbei. Sonst ist er nicht mehr frisch und schmeckt nicht mehr.“ Dann würden Sie doch meinen, es handele sich um eine verschlüsselte Botschaft. „Kuchen“ würden Sie sogleich mit Erde übersetzen, „nicht mehr frisch“ mit „das Ende ist nahe“ und „Samstag“ wäre für Sie der Tag dieses Endes. Aus der Tatsache, dass Ihr Neffe dennoch vorbeikommt, müssten Sie mit Entsetzen schließen: Er ist nicht bei den Zeugen Jehovas, wenn das Paradies beginnt, er ist bei mir und der Vernichtung geweiht.

Das muss doch nun wirklich vermieden werden! Möglich ist aber auch immer noch: Es handelt sich um einen April-Scherz.

Heinz-Peter Tjaden

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Schlüsselwörter: Zeugen Jehovas | Wachtturm | Logo | Wachtturmgesellschaft | Königreichsdienst | Jesus | Blutbad | Weltende
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Kommentare

Hartmut Holz
am 06.02.2009 16:30:53 (217.80.224.xxx) Link Kommentar melden
Dieser Artikel, über die Zeugen Jehovas, geht ein bißchen an der
Realität vorbei.

Gut, man kann den Ansichten, dieser Glaubensgemeinschaft, nicht
immer zustimmen. Aber teilweise stimmen ihre Thesen dann aber
doch und stimmen sogar mit den Aussagen der katholischen Kirche
überein.

Klar ist, dass das Reich Gottes immer näher kommt und der Löwe
dann neben dem Schaf weiden wird.

Außerdem wird es dann keine Kriege mehr geben und endlich mehr
Gerichtigkeit auf der Erde herrschen wird.

Ich selbst bin auch schon im Königreichsaal gewesen und ich habe
ein Bibelstudium mit Mitgliedern der Zeugen Jehovas absolviert.

Und niemand hat mich dazu gezwungen dieser Glaubensgemein-
schaft beigetreten.

Außerdem habe ich, als katholischer Christ, auch heute noch Ver-
bindungen zu den Zeugen Jehovas und das sind wirklich sehr
nette Menschen.

Auch im Königreichssaal gibt es keinen Zwang. Es gibt dort Vor-
träge, es werden Lieder gesungen und natürlich Fragen, die im
Wachtturm stehen, erörtert.
am 09.02.2009 10:12:16 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Das ist ein netter Versuch. Entweder sind Sie kein katholischer Christ oder Sie wissen gerade einmal, wo Ihre Kirchengebäude stehen. Die Wachtturmgesellschaft lehrt nämlich, dass gerade die Katholiken zu denjenigen gehören werden, die eines Tages hingemetzelt werden. Zudem lehnt die katholische Kirche die Lehren der Zeugen Jehovas noch energischer ab als die evangelische. Möglich ist aber auch: Unter den Katholiken ist derzeit die Verwirrung so groß, dass sie Williamson kaum noch von Wagner unterscheiden können...

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